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Herzl-Bund-Blätter · 1914-11-01 · 22/23 ( November/Dezember 1914) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1914
Issue
22/23 ( November/Dezember 1914)
Date
1914-11-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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156 es nur eine Richtung, einen Tritt, in der Ruhe dagegen viele durch- und gegeneinander gehende Strömungen. Deutschland und wieder Deutschland! Im Frieden bewegt von tausend Richtungen, im Kriege eine Bewegung in einer Richtung. Also Disziplin, Disziplin um jeden Preis! Ich will dies noch etwas illustrieren. Oft, sehr oft, kommen Clubbrüder, wenn man sie wegen Fehlens an einem offiziellen Abend oder Veranstaltung — häufig wegen Versäumen des Turnbetriebes — zur Rede stellt, mit der Entschuldigung oder Begründung, daß die betreffende Veranstaltung für sie von keiner großen Wichtigkeit gewesen wäre. Sie sagen, daß sie den Abend auf ihre Weise nützlicher verwendet hätten, nützlicher eventuell auch für den Club und den Zionismus. In den meisten Fällen ist dabei zuzugeben, daß ihre Tätigkeit absolut genommen wertvoller war, als sie es im Club gewesen wäre, wo sie vielleicht im Anhören eines langweiligen und schlechten Vortrages oder gar an einem heißen Sommerabend in sogenanntem „•Tiinütlichen Beisammensein" bestanden hätte. Aber darauf kommt es nicht an. Kann einer nach eigenem Outdünken handeln, so können es alle und jede geregelte Arbeit wird unmöglich. Ich verweise auf das Beispiel in Schillers „Kampf mit dem Drachen", ein Oedicht, das wir als Knaben wohl alle nicht verstanden und begriffen haben. „Warum", so sagten wir uns mit dem Volksnaufen, „ist der Ritter zu verurteilen, da doch seine Tat, wenn er auch den. Oehorsam verletzt hatte, ein so gutes Ende nahm? Und wenn er nicht den Oehorsam gebrochen hätte, wäre das Land nie von dem Ungetüm befreit worden." Jetzt erst verstehen wir die Worte des Ordensmeisters: Ein Oott bist Du dem Volke worden, Ein Feind kommst Du zurück dem Orden. Und einen schlimm'ren Wurm gebar Dein Herz, als dieser Drache war..... Das ist der widerspcnst'ge Geist, Der gegen Zucht sich frech empöret, Der Ordnung heilig Band zerreißt; Denn der ist's, der die Welt zerstöret. Der Orden sind wir, derselbe Wurm wäre es, der auch unsere Korporation vernichten würde. Disziplin, Unterordnung, Opfer! Gewiß viel, sehr viel, was von uns verlangt wird. Aber, liebe Mir., wenig, sehr wenig gegenüber dem, was unsere Brüder im Felde daran setzen, die ihr Leben für uns und — wir wissen, daß fast alle diesen Kampf auch so auffassen - - für ihr Judentum, ihre jüdische Ehre einsetzen. Für sie wird das Gesagte eine Selbstverständlichkeit sein, sie werden, wenn sie zurückkommen, sicher mit aller Kraft für diese Ideen eintreten, und sie werden von uns verlangen, daß wir diese geringen Opfer bringen, während sie bereit sind, alles hinzugeben. Man tage nicht, daß man diesen Krieg, diese

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