Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1914
- Issue
- 22/23 ( November/Dezember 1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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153 zogen wird, für seine Persönlichkeit, ist eine selbstverständliche und auch gewollte Folgeerscheinung, die aber niemals Alleinzweck ist (vgl. Goethes Schatzgräber: Nicht des Gewinnes wegen arbeiten, sondern fröhlich arbeiten und dann gewinnen). Wollten wir alle unsere Tätigkeit im HC. von dem Gewinn abhängig machen, den wir davon haben, unser Interesse am HC wäre nur ein geringes. Dem einen erscheint es für seine Persönlichkeit unerläßlich, sich in der Musik fortzubilden, dem anderen, sich mit Literatur oder bildender Kunst zu befassen, jener wieder sieht sein Hauptinteresse in körperlicher Betätigung, und sie alle könnten vom HC in diesen Interessen Förderung verlangen oder ihre Betätigung im HC diesen Interessen unterordnen. Nein, was der HC von uns verlangt, ist, Opfer an uns selbst zu bringen. Bleiben wir also bei der Bundesbrüderlichkeit und hüten wir uns vor der Forderung einer Freundschaft, die unmöglich ist und die wohl Programm sein kann in den Statuten eines Kaffeekränzchens, wo sie von allen mit viel Brimborium auf .ewige Zeiten geschworen wird, aber nicht in einer nationalen Organisation, deren Zweck die Schaffung eines Volkes ist. Ein Volk kann man aber nicht schaffen aus oder mit einigen wenigen Intellektuellen oder Leuten, die sich selbst genug sind, nur sich oder ihren Freunden leben, kurz, mit Egoisten, sondern nur mit solchen, die es fertig bekommen, sich selbst jeden Tag von neuem zu verschwenden für andere, sich aufzuopfern und vor allem sich ein- und unterzuordnen in einem Gesamtorganismus. Und nun stehe ich schon bei dem anderen Punkt, der von dem soeben behandelten, wie man sieht, nicht gar so entfernt liegt, bei der Disziplin. Ich fahre fort: Wir brauchen Leute, die gewillt sind, sich unterzuordnen, zu gehorchen, eben Disziplin zu halten. Soldaten brauchen wir. Soldaten braucht jedes Volk, wenn es sich als Volk erhalten will, um wieviel mehr wir, die ein neues Volkstum schaffen wollen. Allerdings Soldaten, nicht in dem ursprünglichen Sinne des für Sold Kämpfenden, sondern in dem seit der Schaffung von Volksheeren veredelten Sinne des im Dienste seines Vaterlandes, seiner Kultur, seiner Familie und sich selbst Stehenden. So fasse ich unsere zionistischen Korporationen auf. Während aber dem Soldatenwesen unbestreitbar immer eine gewisse Bitterkeit anhaftet, weil es das unpersönliche Gesetz, der unpersönliche Staat ist, der einen jeden, ohne ihn zu fragen, zwingt, so fällt dies bei uns fort, da jeder von uns freiwillig kommt, um sich in den Dienst der Idee zu stellen. Ich pflege meinen jüngeren Clbr. stets zu sagen, daß ich die 3 Jahre des aktiven Verhältnisses im HC als die Dienstzeit betrachte, die wir unserem Volke freiwillig leisten, eine Zeit, in der wir uns mit allen Kräften dem HC und damit der Bewegung zur Verfügung stellen, sich uns ihm mit Haut und Haar verschreiben. Träger der Gewalt ist der Vorstand, dem unter allen Umständen Gefolgschaft zu leisten ist. Auch wenn öffensicht-