Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1914
- Issue
- 22/23 ( November/Dezember 1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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149 Zu Chanukah! (üedanken über und für den HC) Chanukah, unser nationales Fest! Eine Fülle von üedanken, von Vergleichen drängt sich uns auf. Damals heute und künftig! Lichter zünden wir an, die Lebensgeister der Menorah. Lichter anzuzünden, Licht zu verbreiten, Lebe» /u erwecken heute und jeden Tag in unserem Volke, das ist unsere Aufgabe, unsere beglückende Arbeit. Und mit Genugtuung dürfen wir uns sagen, daß wir, die wir unter dem Namen des Mcr/I-Bundcs streiten, auch ein Licht, wenn auch vielleicht noch ein kleines und bescheidenes, im neuerwachten Leben des Judentums darstellen Wir brauchen keine Vergleiche auszumalen, nicht die Schatten der Makkabäer heraufzubeschwören, w i r sind ja auch Streitet. Sprechen wir von uns! Und wir sprechen vom Chanukah. Vom Herzl-Club, von seinen Aufgaben, vom HC-Gcdaiikcn, wenn man so will, möchte ich reden; denn in dieser ernsten Zeit ist Anlaß genug vorhanden, uns ernsthaft über unsere Arbeit und Ziele klar zu werden und dies einmal, was im Kähmen der HB-Blätter noch nicht geschehen ist, zusammen hängend festzulegen. Wenn es eines Prüfsteines für unseren Bund überhaupt bedurft hätte, so dürfen wir den Krieg als einen solchen ansehen, und wir können mit Zufriedenheit feststellen, dalt das QefÜgC des HB und des HC im besonderen nicht nur nicht gelitten hat. sondern fester und dauernder geworden ist. Wenn auch vielleicht die schlimmsten Zeiten noch zu bestehen sind, so kann der Schaden, den wir erleiden, doch nur rein äußerlicher Natur sein, unsere Organisation als solche, unsere Idee wird stark und kräftig' genug sein, alles zu überdauern. Niemals hat sich so wie jetzt der Zusammenhang der Bbr. untereinander bewiesen, niemals so die Liebe des einzelnen zu seinem Club, die des Clubs zu jedem einzelnen. Niemals ist auch im HC-Bcrhn, wo ja noch immer genügend Mitglieder zurückgeblieben sind, so intensiv gearbeitet worden. Nun, lebenskräftig sind wir; doch steht auch unsere Idee, unser Ziel im Linklang mit den Lehren, die uns dieser Krieg gibt? Auch dies ist zu bejahen. Der Krieg lehrte uns nichls Neues, er gab uns vielmehr den Beweis lur die Richtigkeit unserer zionistischen Idee und auch für den (iedanken des HB. Was wir immer behaupteten, konnten wir handgreiflich sehen. Wir sahen, wie sich die Kraft des natio naleu Gedankens in Deutschland auflcrtc, wie all die nationalen Ideen und Bestrebungen, im Frieden planmäBig gepflegt, die schönsten Fruchte brachten, wir sahen die Wunder einer genialen Organisation, die Wunder der vom Staate \ erlangten und in den Jahrhunderten zur Gewohnheit gewordenen Ordnung und Disziplin, die Wunder der Selbstdisziplin. Und bei all dem nirgends das (iefühl des rem Mechanischen, des Maschinenmäßigen, *on