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Herzl-Bund-Blätter · 1914-06-01 · 18/19 (Juni/Juli 1914) · p. [Seite]

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Journal
Herzl-Bund-Blätter
Volume
1914
Issue
18/19 (Juni/Juli 1914)
Date
1914-06-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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132 was mit wichtig erscheint und was mich schon oft beschäftigte, flüchtig zu skizzieren. - Die Einstimmigkeit der Aufnahme ist als notwendig vom B. T. angenommen worden. Aber wenn ich das Vertrauen /um M. (.'. habe, Erziehungsarbeit, in dem von mir gedachten Sinne zu leisten, so muß ich auch Aufnahmen von jungen Leuten befürworten, die vorerst nur Vorbedingungen der Charakter- und der Gemütsveranlagung mitbringen. Ueher idie Erziehung zur Bundesbrüderlichkeit genügt mir das, was Bbr. Rosenblüth in seiner Rede auf dem B. I . forderte, die, ohne soviel Anforderungen zu stellen, wie Sie es tun, ein ziemlich gutes Bild der erstrebenswerten Bundesbrüderlichkeit gibt. Sie sagen, sie ist die Grundlage, ich auch, aber sie ist nicht der Nährboden, auf dem die neuen zionistischen Mensehen (wie ich sie mir denke) von selber wachsen. Nur neue Mensehen werden eine neue (bessere) Zeit schaffen können. In Hauptmanns Jahrhundertfestsplel sagt einer der führenden deutsehen Männer: „In unserer alchemistischen Küche braut man die neue deutsche Psyche." Auch wir wollen uns, die Jugend, ttmsehmelzen. Haben wir schon angefangen und wie weit sind wir damit? Und wie wollen wir werden? Ich sagte es schon einmal zu Ihnen. Der neue Jude muß eine Mischung von Naturbursch und Kulturmensch sein, und nur Selbsterziehung im Sinne Eichtes kann uns auf diesem Wege vorwärts bringen. Eort zuerst mit dem, was wir Berlin W-Judentum nennen. Es steckt trotz des Berlin NX zuviel Ghettogeist (ist es nicht gar Mauscheis (ieist?) in ihm. Sie erwähnen Wviuckcn und die Wandervogelbewegung. Wir weiden uns mit ihnen beschäftigen und manches von ihnen lernen müssen. Und das soll hier noch gesagt sein. Erst ein lebendiger, unbeugsamer Wille zum Nationalismus und ein ausreichendes zionistisches Wissen. Dann aber müssen wir versuchen, uns mit allen modernen Bestrebungen als Menschen,;ils Zionistcn auseinanderzusetzen; Das Gefühl der Verantwortlichkeit des I in/dncn für seine Gemeinschaft darf uns nie verlassen um! muß uns überall den rechten Weg weisen. Unser Zionismus muH herausgehoben aus dem Rahmen des nur parteimäßigen, unsere Weltanschauung werden. Ein Zionist, der z. B. die moderne doppelte .Moni der Gesellschaft fiir sieh geltend macht, erscheint nur als ein Widersprach in sich. Der nationale Wille soll uns adeln. Dir Herzl-(.'lub soll uns eine Kampfgemeinschaft gleichgesinnt Strebender sein. Im gegen* teitigen Gedankenaustausch wollen wir lernend und belehrend uns erziehen und andere anfeuern. Im Berliner HCl ist mau einen Schritt vorwärts gegangen und hat das Prinzip der l.eibbursehenschaft angenommen: I ine schöne, aber schwere Aufgabe für den alteren und wichtiger denn je ist es, bei aller Verschiedenheit des Einzelnen der Erziehung eine bestimmte Richtung zu geben. Ich habe sie anzudeuten versucht. Zum Schluß noch eins. Wir sind begeistert /um Zionismus

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