Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1914
- Issue
- 16 (Apri 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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III Schulung beeinflußt, man sieht doch aber schon deutlich in ihnen das Bemühen, der Judenfrage ruhig und gerecht gegenüber zu treten. Wir entnehmen das Nachstehende einem .offenen Brief" an einen anderen Führer: Damit, daU wir deutschen Wandervogel Judengegner sind, ist doch noch lange nicht getagt, daQ wir Judenhetze treiben; denn daO wir »ie nicht mehr au* unsern deutschen Qauen hinausbekommen, wissen wir selbst, und die Einmischung in unsern deutsch-völkischen Bund verbitten wir uns, nur weil sie nicht sind von .Herrmanns Geschlecht*. Es ist hiermit ebenso wie mit Negern und Chinesen, die massenhaft in den QroUstMten sich aufhalten, wir dulden s:e wohl, aber in unteren Angelegenheiten haben sie nicht mitzusprechen, in unsere Familien dürfen sie nicht hineinheiraten. In der Gegnerschaft liegt nichts Unwürdiges und hier ist sie aus nationalen Gründen wohl angebracht. Du schreibst: .Pharisäertum macht lieh breit*. Sollte das der Fall sein, so muB das im Interesse der guten und sittlich edlen Tat des rassischen Antisemitut auf alle Fälle vermieden werden. Hierin muß ich Dir natürlich beipflichten. Ferner schreibst Du: .in unserem Qau beschädigt diese Präge nur wenige Gruppen". Sollte das wirklich so sein, dann mußte schleunigst dafür gesorgt werden, daß in großer Aussprache allen Wandervögeln die Augen geöffnet werden. Es ist für den Wissenden nicht verwunderlich, daß die Bevölkerung im Allgemeinen nichts von einer Judentrage weil und demnach die Sache nur wenig .beschilt'gl". Es muß eben darauf hin- Bewiesen werden, daß Tagespresse und Buchhandel durchweg in jüdischen landen sind, die, wenigen deutschen Zeitungen aber aus wirtschaftlichen Gründen nichts gegen die Judengefahr unternehmen dürfen. Dann schreibst Du: .dringt sie hier zu einer Losung, so soll man in Ansehung der Personen und mit Anstand und mit Aufrichtigkeit zu Werke gehen. Darauf habe ich zu erwidern, daß eine Losung in der Tat dringend ist. Entweder-oder, aber nichts Halbes und nichts Unwahres, und Aufrichtigkeit willst Du doch wohl dem Oeist des Wandervogels, wie er in dieser Angelegenheit eich lullerte, nicht absprechen. Du selbst hast damals über den deutsch-völkischen Standpunkt Dich gelreut, und nun diese Schwenkung! ist das aufrichtig? Noch im September hast Du deiner Freude Ober den Oesterreichischen Wandervogel, der nur Arier aufnimmt, Ausdruck gegeben. Und hast gleichzeitig bedauert, daß es bei uns wohl noch gute Wege haben wird, bevor wir so weit sind. Zum Schluß schreibst Du: .Hier könnt Ihr /eigen, daß Ihr Euch nicht beschwatzen laßt«. Wer schwatzt?? Etwa die, welche ihr Volk zu lieb haben, um feige zu schweigen wo sie eine Gefahr kommen sehen. Sind wir schon wieder dahin gekommen, daß der Zorn der freien Red« verächtlich gemacht wird, dann herbei Arndt und Stein, haut dazwischen, haut auf dl« Flaumacher. Oder schwatzt etwa Pelix Dahn, wenn er tagt: .Zu deinem Volke sollst Du stehen mit Leib und Seele! In meinem Volke allein kann ich und will ich leben: meines Volkes Art ist die Luft, in der allein mein« Seele atmen kann. Reiße Dich los von diesem Stamm und Du verdorrst s» fewiß, wie hier der dOrre Ast zu deinen Füßen Ihm dankst Du, was Du ist. Dein Blut und Deine Eigenart. Ihm Deinem Volk allein, sollst Du leben! Sonst bist Du pflichtlos, ehrlos, marklos, kernlos!" Wie magst Dm Oberhaupt von Schwa'zen reden, wenn diejenigen, welche die Note, unter denen dai deutsche Volk leidet, erkannt haben, ihre warnende Stimme erheben, da sie nicht ruhig zusehen können, wenn rasstnfremde Menschen sich in alles, was unser Ist, erfolgreich hineindrangen und aberall gleiche Rechte beanspruchen. Mich dOnkt es weit mehr als „Geschwätz", wenn die Juden immer behaupten, sie wlren Deutsche, nur eines anderen Olaubcns seien sie. Von