Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1913
- Issue
- 4/5 (Mai/Juni 1913)
- Date
- 1913-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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28 bands-Vorsitzende die Gelegenheit, um sich dem Zentralverein, auf dessen finanzielle Hilfe der Verband wohl jetzt pochen dürfte, aufs wärmste zu empfehlen. s. Für uns ergibt sich die Frage: Was nun? W<*r das Niveau des Gros der Delegierten in Frankfurt gesehen und ihre Orientiertheit in jüdischen Dingen beobachtet hat, wer Zeuge dieser jüdischen Ahnungslosigkeit war, in der der größte Teil der Delegierten lebt, der weiß die Gefahr des Verbandes richtig einzuschätzen. Bedenkt man dabei noch, daß die Besten, die am meisten Interessierten in Frankfurt waren, dann muß auch der Friedlichste, der Optimistischste erkennen, wie verderblich dieses Surrogatjudentum ist und wie hemmend es unseren Bestrebungen entgegentritt. Es ist möglich, daß durch die Jugendbewegung eine kleine'Anzahl von Leuten für den Zionismus gewonnen worden sind. Ich glaube aber nicht zuviel zu behaupten, wenn ich sage, daß zehnmal soviel, die sonst zu uns gekommen wären, uns durch den Verband entfremdet und uns für immer verloren gehen. Die Debatte hat gezeigt, was man diesen Leuten bieten darf, der Beifall nach der Rede Dr. Kahns z. B. beweist zur Genüge, wie sehr die Phrase im Reiche des Verbandes herrscht. Es gibt vielleicht einige, namentlich kleinere Orte, in denen uns der Jugendbund noch ein Tätigkeitsfeld bieten kann. Und mit Rücksicht -darauf empfiehlt es sich vielleicht, keine allgemeine Austriltsparole auszugeben. Ueberall sonst haben wir beim Verbleiben im Verbände nur zu verlieren. Ich fürchte die Gefahr nicht, der Verband werde antizionistisch werden. Was in dieser Beziehung geleistet werden kann, wird durch die liberalen Rabbiner, die ja in der Provinz die Hauptarbeit des Verbandes verrichten, im Verein mit den Mitgliedern des K.-C. schon genügend getan. Und viel größer erscheint mir die Gefahr, deren Früchte wir auf der Vorbesprechung in Frankfurt, auf dem Dele- Siertentage selbst und nachher bereits gesehen haben, ie Gefahr nämlich, daß unsere eigenen Leute zum Kompromisseln erzogen werden. Wir können und wollen hier keine Parole ausgeben, das ist Sache der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Aber das — glaube ich — ist aus dem Gesagten klar geworden: Daß das Prinzip der Neutralität ein leerer Wann ist, dtiß es (wie im politischen Leben die „unabhängigen, keiner Partei dienstbaren" Blätter) bestimmt ist, eine Anzahl von Menschen gewissen Ideenkreisen fernzuhalten und daß es rücksichtslos gebrochen wird, wenn es sich um den materiell Schwächeren handelt. Und die Folge: Gebt keine Stunde freie Zeit für den Verband, verschwendet keine Mühe und Arbeit umsonst. Helft den Herzl-Bund ausbreiten! Das ist die Lehre von Frankfurt. Is«ac Feuerring.