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Jüdisches Gemeindeblatt Dresden · 1938-04-01 · 7 (1.4.1938) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
Volume
XIV (1938)
Issue
7 (1.4.1938)
Date
1938-04-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Kr 7/1.4.38. GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE DR'SDEN Seite 5 Aus Wandererberatung: Nächste Sprechstunde de» Leiters der Auswanderer-Beratungsstelle des Hilfsvereins. Herrn L-G.Dir. a. D. Dr. Wachtel: Donnerstag, den 7. Apiil. 10 > 4- 13' t und 15 »I^— 17«/» Uhr. In schöner Auswahl modern, gediegen.preiswert. StraOanoNo - l«dwBach&Co Jetzt nur. WP.5!?.'J5?.,.?S.rJ.,~-..,Silfli Veranstalter: S. Sonnenschein (im Rclch^verhand der Jüdischen Kulturbund« in Deutschland). | Dienstag. 12. April 193* 20.15 Uhr. Henriette-Schie-Saal | „Mensch, sal nicht versagt.." SS I tii HEITERE KLEINKUNST g mit Edith Eisenheimer vom Kulturbundtheater Berlin j| Eratauftrcicn la Urcidtn IOperetteül.eder, Chanton* (u. a. ..Pailcz mti d' arnour"), ti-uf Schnjtl v. Siegfried Sonn, r schein (u. a. Mensch, sei nicht verlagt") Siegfried Sonnenschein am Flügel Konort-Paraphiaie Ober Melodien von I e-i hird Prinz ..Singt all« mit ', eine Folge beliebter Schlager Im Beiprogramm: Die lustigen Verwandlungstänze _und lnstrumental-Daibietungen_ Karten im Vorverkauf zu RM 2!0. I7S. 125 (lugend MM 0.7M im Kulturbundbüro 10 - Ii Uhr - Ruf 18418 Die heit. Kleinkunstveranstaltung „Mensch, sei nicht verzagt.." wird als Voraufführung am Montag, den 11. April. 20.15 Uhr in letzte Veranstaltg. der „Seelischen Winterhilfe" in diesem Winter geboten. Unsere Betreuten erhalten die Karten unentgeltlich in der Wohlfahrtsstelle. Ein Kartenverkauf zu dieser Veranstaltung findet nicht statt. Die Karten sind nicht übertragbar. Jüdische Winterhille. Veranstaltungs-Vorschau 4. April 1938 „Schaffender Wille" Juden werden Bauern und Handwerker. Ein Film der Reichsvertretung (Gemeindeabend). 12, April 1938 „Mensch, sei.olcht verzagt". (Heitere Kleinkunst, veranst. von Siegfried Sonnenschein). 26. April 1938 ..Religiöses Leben in Palästina" Rabb. Dr. Ochs. Leipzig (Lehrhausvortrag). Kulturbund Mai 1938 Hamburger Theatergastspiel. (Abonnenten Vorzugspreise). Ferner: 2. Kindernachmittag mit „Jani Ballan". „Mensch sei nicht verzagt ..." L'nter diesem Motto', dem Refrain seines neuen Schlagers, veranstaltet Siegfried Sonnenschein am 12. April wieder einen" heiteren l'ntcrhaltungs-Abend. Über die letzte Veranstaltung dieser Art hieß es in unserer Presse u. a.: „Die Zu- I <><- - varen bis zum Schluß in Spannung. Wer nicht dabei War, versäumte viel." Dem'jetzigen Abend, der außerdem ein Beiprogramm mit festigen Vcrwandlungstänzen und Instrumentaldarbietungen aufweist, kommt schon deshalb Bedeutung zu, weil er das Rrstauftreten von K d i t h Eisenheimer, der hervorragenden Opernsoubrette des Berliner Kulturbundtheaters, bringt. Die junge Künstlerin hatte bereits vor ihrer Berliner Tätigkeit in Wien, Frankfurt a. M.. im Rheinland, in der Schweiz und auf einer Bühnentournee durch Italien 'als Opern- und Operettensängerin große Erfolge. In- und A u >. 1 a n d s z e i t u n g c n schrieben über Edith Eisenheimer u. aM, „Eine brillante Soubrette. C harme, liebreizende Stimme, sprühende-. Temperament eroberten ihrer niedlichen, schelmischen Adele sofort die Merzen aller Theaterbesucher. Die graziöse Künstlerin besitzt einen ausgezeichneten, kultivierten Koloratursopran, dazu Schalkhaftigkeit, Anmut, Sinn für Komik. Edith Eisenheimer im die geborene Soubrette, die mitzureißen und im Sprechen wie Singen zu- «cherzen versteht." Bei der Märchentante. . Am Sonnlag nachmittag hatten sich trotz des schone*) Frühlingswcturs viele Miidcls und Jungens im Schie-SaaKeTnjNJunden, um den Geschichten der jungen .Märchentante GeVdn Hammerschlag aus Chemnitz dankbar zuzuhören. Da gah/ctin Märchen vom .König Nimmersatt" und eines vom ..Prinzeßchen Tausemischöri" am Anfang und Schlaf) — ttnd dazwischen was Lustiges von den superklugen — dummen C'helnurn und die Schilderung eines schönen Sabbathvcrlaufes und eine Anzahl Rätsel, die sämtlich von den Kindern gelöst wurb ' den.,'- Die Märchentante, die es gut versieht ZU erzählen, sei noch besonders auf die sechs Rande jüdischer Märchen, Sagen und Legenden (gesammelt von Bin Gorion) aufmerksam gemacht, in denen sich vieles zur Bereicherung und Vertiefung ihrer Programme für jüdische Kinder findet. - K. B. Der Purim-Abend für Berufstätige und alleinstehende Damen war sehr stark besucht und verlief in angeregter Stimmung. Lilo Nathansohn sang — begleitet von Siegfried Sohnensehein, der auch eigene gefällige Kompositionen virtuos beisteuerte — reizende Lieder und sehr beifällig aufgenommene Schlager: Herr Kantor Paglin trug — begleitet von Frau Buttner •— ostjüdische launige l'tmniustüeklcin vor. eh. Kunstgewerbliche Handarbeiten. Handarbeiten in Mäkel- und Stricktechnik zeigt Frau Julie Szybilski (Walpurgisstraßc -'-'). in pbantasievoH und technisch-, einwandfrei gearbeiteten .Stücken*: Ansteckblumen. Kragen. Vorstcckschlcifen, Decken und Schal-. Sie wcifl aber nicht ntit Luxusdinge künstlerisch zu fertigen, sondern auch )>r.iktische täebrauchssachen wie Marktnetze, Wollhemden oder Scheuerschurzeh. Alles originell und preiswert! H. „Karlchens" heiterer Abend. Karl E i i 1 i n g e r . schon in der Zeit kosmopolitischer VVeitbcträchtung als' .Karlchen" bekannt, war nach jahrelange r Pause wieder'einmal bej l,ns-. Er plauderte, scherzte, harmlos unbekümmert wie stets, über allerlei köstliche Begebenheiten In der Wahl c!i - Stoffes ist ..Karlchen" nie verlegen. Es fäll! ihm nicht schwer, seine Kunst, die sich keineswegs nur in der Beobachtung menschlicher Schwächen erschöpft, an biblischen Vorbildern genau -o pointensicher wie an irgendeinem technischen Monstrum zu erproben. Typisch dafür sind die ehe lic! en Auseinandersetzungen in der Arche N'oah und die Fremdwort-Akrobatik in dem Scherzgedicht „o. diese Fachaus" <lt ücke". ' - Fraglos Will Ettlinger mehr sein . ls ein Worikünstlcr, der. Selbst atrf die (iefahr hin. stellen veise die" Grenzen de- Trivialen oder Verfänglichen zu streifen, die humoristi-chc Wirkung über alles stellt, l'nschwer "eTbTrzeugt davon das gcsellschaftskritischc Kapitel aus seinem Roman „Marcfttis Bonvivant". Daraus spricht, literarisch knapp umrissen, ehrliche, tiefgründige Erkenntnis., Der VortragSStil Millingers, mit dem er nicht sofort, dann aber um so mehr für sich einnimmt, erscheint ungezwungen, der Vielgestaltigkeit seiner Musenkinder durchaus angepaßt. Ihre Unterschiedlichkeit, zurückzuführen auf eine Fülle von geistvollen, witzigen Einfällen und eine oft geradezu bewundernswerte Sprachbeherrschung, genügt vollauf zu der Behauptung, daß für die Mehrheit der Kullurbundbesucher Kart l'.ttlingers Abend nicht nur „ganz nett",' war. Georg "Joachimsthal.

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