Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
- Volume
- XIV (1938)
- Issue
- 7 (1.4.1938)
- Date
- 1938-04-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 GEMEINDE BLATT DER .SRAELITISCHEN R E LIGICKf GEKE1NIE DRESpEN Nr. 1 / I. 4.3S l'nd sie führt uns zuletzt doch imm.r durch die Schöpfung hin zum Schöpfer: ..Wer ganz dir Gottc*schöpfung zugewandt, i>t Teil von iiir. in der er —.schaffend— ruht."j Gerade in unserer Zeit brauchen wir Worte, die das „tielere Sein" bezeugen.V.ie von den ..unsichtbaren, heiligen Wegen" reden. ~o daß wir. auch mit brennenden Wunden. ..willig Stjern und Stunde segnen". Iiier ermahnt eine jüdische brau und Dichterin, selbst; in ■ iner Welt von Hab uns Menseben:;...l*ns zij lieben — kamen wir ins Leben — I n-- zu liebensind wir uns gegeben." 1)ieseri religiösen (ilauben an Liebe und Licht, der sic!i an'dem. hiblisch-proplntischen i'cNte des Judentums und seinem nie.-- sianischen (ilauben stärkte, prägte sie in immer neu erleü)te I.citspiücbe'. wie: „Die wird kein L'nheil, kein Leiden beugen. . | dii' für ilas Licht auch im Dunkel zeugen." ..Hinter dem Dunkel aller Schmerzen * «wartet da* Licht-- () laß; uns/tief lauschen in unsere Herzen.?hi'.rt — hört die Stimme, die zu uns spricht: j .Ich bin bei dir — fürchte dich nicht — .'Ich bin hei dir — verzage nicht'." W'eT wünschte nicht, daß die überströmende Kraft solcher Worte in üianchcm verzweifelten tlemöt eine Brücke hatten •i ilft" zu jenen ("fern, wo l'nruhe und Sotgen enden: „li.ui*r wiederaus großer N'oi— brandet mein Sclijff an »ithere l't'er - . hnnier nieder - ans großer Not ruhe ich aus in geborgener Stille." l-'ür diejenigen aber, die diese edele Frau.'- diese „heilige Menschenkerze", im Leben kannten, bedeutet dieses schmale i„-tr.deheil als lebeiis\<dler llegleiter ein Sprachrohr, durch das wir die innige Verkünderstimme Anna Joachimsthal-Sehwajbes v er.it':tworiiMig-l>e\Mißt. iro-trnd und mahnend zu höfen glauben. % ' . . ..Dein Licht t . schlägt goldene Brücken tibi r d« r Men»e-henenifreindting grausige- Schachte." . Eva Büttner. Gefallenen- Ehrung Die die.-jährige Gedenkfeier für die Gefallenen des Weltkrieges, die Von der Gemeinde und der Ortsgruppe des Reicp.shundes jüdischer l-'rontsi Idaten in Verbindung mit dem Gottesdienst am Sabbath W'ajikro veranstaltet wurde, wies eihen guten Bestich auf. Insbesondere waren die Kriegsteilnehmer und die Vngeliürigeti der Gefallenen: denen im Mittelschiff der Synagoge *Pi:ilzc Vi.rbehalien - waren, in großer Zahl erschienen. Den Höhepunkt der Frier bildete dje Ansprache Rabbiner [Dr. W o I f s, Er führte at>. daß der Sinn der -gebrachten Opfer kein anderer sein kenne, als daß wir den Weg zum Leben finden. Im Glauben an da- Werk unserer Väter, auf unser göttliches Hecht vcrtrai.end. «ollen wir ausharren. Jüdische Nfen- -< ben werden immerdar in Fhren bestehen können, solangej-sie Gott nicht aufgehen. Nach der erhebenden Gedenkrede Wurden die Namen der;<> Gefallenen verlesen, für die Kam. Leo lohn das Kaddischgebet sprach. -Das von Kantor Paglin ti irkung-voll vorgetragene Kl mole rachamim, Walter Goldman n s Orgelspiel und der von Grete Anschel-Hpfstein geleitete Chor trugen zur würdigen Ausgestaltung jder Feier bei. Am folgenden Tage traten die Kameraden am Khrenmal des Friedhofes an. Landes- und Ortsgruppenvorsitzender Dr. \\ ienskpwitz. der die Kranzniederlegung vornahm, erinnerte in einer-kurzen Ansprache daran, was jüdische Soldaten inmitten mörderischen Kampfes zu ertragen wußten. Wer ■ 'aran denke, ka.tn nicht mutlos /werden. Nach dem Aufmarsch am Ehrenmal wurden in geschlossenem Zuge die Gräber von 28 Kriegsteilnehmern aufgesucht. An jedem Grabe legte Kam. Paul Bierman n . dem in Gemeinschaft mit Friedhofsinspektor Kam. Bruno J a c o h s o h n die Führung oblag, eine Kranzspende nieder. - £ j Bekanntmac hungern __._ 20 F e i s o n a 1 n o t i z : Am 15. Februar in.tX verehelichte sich Fräulein Kegina Kopf, früher Dresden, rr.it Herrn Heinrich Reger, Padua. STATT KARTEN MIA. GEYER DRESDEN rRlTZ SCHWERINER?3. März 1933 VERLOBTE Abende für berufstätige und alleinsteh;nde jüdische Mädchen und Frauen. Nächster Abend: Mittwoch, den [3. April 10.1K. ao.rj! l'hr in den Räumen Zeughausstr. t, l'ntergeschoß.t Jüdischer Centralvetein. L'nsere nächste Sprechstunde findet am Mittwoch, den 13..April von iti 10 l'hr in den Räumen der Jüdischen Wirtschaftshilfe statt. Das Bankhaus S. Mattersdorff, das am 1. April d. J. von der Adca übernommen wird, gehörte zu den ältesten und angesehensten Dresdner Häusern. 1840 von S. Mattersdorff, dem Großvater des jetzigen Inhabers, gegründet, nahm es unter Richard Mattersdorff, der bis zu seinem Tode Präsident der Dresdner Börse war, einen auf dem Rufe größter Solidität beruhenden, stetigen Aufstieg. Rieh. Mattersdorff widmete seine reichen Erfahrungen besonders auch der Israelitischen Religionsgemeinde., als deren Vorstand er seit dem Kriege wirkte. Nach seinem Tode k;ji führte sein Sohn Hans Mattersdorff, der ebenfalls dein Vorstand*'der Dresdner Börse angehörte, das Bankhaus und baute es weiter aus nicht nur als Börsenfirma, sondern speziell als Kreditinstitut für den Mittelstand.- Als Teilhaber trat Anfang 1037 Dr. Manuel Breit, Sohn des angesehenen Dresdner Juristen Prof. James Breit, ein. Die Entwicklung der Firma, die gerade unter unseren Gemeindemitgliedern sehr zahlreiche gute Freunde hatte, findet nunmehr . bedauerlicherweise durch die Zeitverhältnisse nach fast oojährigem Bestehen ihr Ende. B. Jüd lach es Lehrhau»_Nächste Termine 1 Rabb. Dr. Ochs (Leipzig) „Das religiöse Leben in Palästina" Dienstag, den 26. April Jugendlehrhaus Jeden Sonnabend mit wechselnden Themen, jüdischen und allfiemeinc eistlf>en Inhalts. Sämtliche Yorletuntcn begioi.«a präzue 30.15 Uhr und fit dt n Im Heinricfc-Arflho d Saal aiall. Personalien T r a u u n,g : April ($38: Fräulein Ljubow Saslawski, Schumann*-' straße Jl. »mit dem kaufm. Angestellten. Herrn Kurt R e d I i e Ii . Freiherger Str. 33. G e b ü r t s t a g : . April 193S: Herr Gustav Bruck. Eichstr. 5, 00 Jahre. Wir gratulieren herzlichst! * Sterbefall: . März 1^38: Herr Dr. üer'ihold A r o n a d e , Schneeberg- -traße 25, 66 Jahre.