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Jüdisches Gemeindeblatt Dresden · 1938-01-29 · 3 (29.1.1938) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
Volume
XIV (1938)
Issue
3 (29.1.1938)
Date
1938-01-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 3/ 29.1.1938 GEMEINDEBLATT DERISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE DRESDEN Seite 5 Jüdischer Kulturbund Dresden Mitglied d. Reichsverbandes der Jüd. Kulturbünde i. Deutschland BUio: Zeugheusstr 1, II. (werktäglich 10-1 Uhr; jeweils 6 Tage vor einer Veranstaltung auch nachmittag* 6-7 Uhr). Rttf Ig4 18 AuBor Abonnement 20,15 Uhr. Henrlette-Sdiie-Saal Zu Gunsten der Jüdischen Winterhilfe Gastspiel des Opera-Ensembles Dr. Willi Aron, Berlin Arien und Ensembles aus beliebten Opern u tot: Carmen. Madame Butterflv, Msnon, Troubadour, Rlgoletto, Luitige Weiber, Verkaufte Braut, Martha, Prophet usw. Am Flügel: Dr. Willi Aron Eintrittspreise B: RM 9 60, 1.76, 1.26. Jugend und grUne Ausweise RM 0 50 Der Reingewinn fließt der ladischen Winterhilfe Dresden zu 8. Abonnement-Veranstaltung 20,15 Uhr. Henrlette-Sdiie-Saal Die „Jüdische Instrumentalst Vereinigung Dresden spielt unter Leitung von Walter Gold mann Werke von Handel (Concerio grosso D Dur) — Mendelssohn (Klavier - Konzerl g-Moll) Solist: Siegfried Sonnensenein Leigh (Concertino llir Klavier, ErstaulfUhrung) — Sinigaglia (2 Stücke für Streichorchester) — Tschaikows ky (Serenade op. 4t) Eintrittspreise B: RM ZM, 1 75. 1 26 Ausweise RM 0 50 Jugend nnd grüne Alexander Kipnis Der große Sänger erwirbt sich um uns unabschätzbare Ver dienste, daß er zwischen seinem nach jeder Hinsicht so erfolgreichen Auftreten in der Welt draußen — zuletzt in U. S. A. — mmer auch wieder bei seinen Gemeinden in den Ortsgruppen des Jüdischen Kulturbundes einkehrt und ihnen aus dem reichen Füllhorn seiner Kunst beglückende Gaben darbietet. Auch in seinem Dresdner Konzert im Henriette-Schie-Saa' konnten wir ihm wieder für ein Programm danken, das aus jedem seiner gleichermaßen hervorragend beherrschten Bezirke einige Edelsteine bot. Die Schubert-Lieder auf Heinrich Heine'scüe Texte gestaltet Kipnis trotz der seelisch-starken Suggestion des Miterlebens doch mit lyrischer Zurückhaltung, wozu ihn die einzigartige Beherrschung seines gewaltigen Baßbaritons und seines Atems befähigt. Man wird kaum den .Doppelgänger* eindruckstiefer hören können. Gesänge von Anton Rubinstein und Russische Volkslieder wurden mit dem Reiz ihrer gefühlvollen Romantik zur Gellung gebracht, wobei der begleitende Pianist Wollgang Rose: sich in alle die fast improvisiert wirkenden Feinheiten prächtig einfügte. Starke Begeisterung ernteten natürlich auch die Opern- Arien, unter denen die humorvolle des Heiratsvermittlers Kezal aus Smetanas .Verkaufter Braut* und die dämonische Spiegel- Arie aus „Hoffmanns Erzählungen* von Ollenbach sowie die als Zugaben gesungene Leporello-Arie aus Mozarts .Don Giovanni* und schließlich die tragische Philipp-Arie .Sie hat mich nie geliebt* aus Verdis .Don Carlos* mit Recht faszinierten. E. B. Ich suche für Kapitalisten gesunde, größere gesdhfifMidie, Intbetond. industrielle Unternehmen ERNST LANDSBERGER Hypotheken — Grundstücke — Kredite Ruf 14 063 Dresden-A., Waisenhaustraße 22 Musik and Humor Ein Nachmittag und ein Abend, die erfüllt waren mit Humor und musikalischem Erleben. Frohsinn, Stimmung, heitere Unterhaltung gab es bereits bei den einleitenden Worten des Konferenziers Herbert Zernlk. Als eine für uns neue Kraft .vermeldete* er die Sängerin Irma Infeld, die von Leo Fall und Oscar Straus zwei ihrer wirkungsvollsten Operettenlieder zu Gehör brachte. Während die Sängerin hierbei stellenweise an stimmlicher Größe nicht das gab, was ihr durch offenere Tonbehandlung möglich sein müßte, verriet sie in Schlagern älteren und neueren Datums bedeutendes künstlerisches Ausdrucksvermögen. Das Lied „Der Rebbe und die Chassidim" war jedenfalls einer der Höhepunkte des Abends. Die Sängerin hatte in Siegfried Sonnenschein einen Begleiter, wie sie sich ihn besser nicht wünschen konnte. Als Solist trat er mit Chopins Etüden in E-dur und Ges-dur hervor, deren Spiel durch Herausarbeitung der lyrischen Themen und die scharf profilierten Arpeggiaturen gekennzeichnet war. Der charakteristisch lebendige Rhythmus in der reizvollen jüdischen Hochzeitssuite von Portnoff war ein weiterer Beweis für Sonnenscheins erstaunliche Technik. Die Melodienfolge aus eigenen Werken, musikalisch befriedigend zusammengestellt und ausgezeichnet gespielt, war jedoch wenig geeignet, vom Komponisten Siegfried Sonnenschein ein richtiges Bild zu geben. Um die Vielgestaltigkeit und Melodienfreudigkeit tTTJ^tTtTttT IlfllllllllHIIII II IIIIIIIIIIII Dela Lipinskaja iiiniiimmmiimmtimmmmmmmmiiiiii kommt mit völlig neuem Programm! l"B^BM^ffn^FfFH^R"^ffff^^ffiM*BB*BBB? seiner Liebeslieder und Tanzschlager zur Geltung zu bringen, darf die Gesangsstimme nicht fehlen. Herbert Zernik bot innerhalb des ohnehin reichhaltigen Programms ein Programm für sich. Unzählig die Themen, über die er witzig, anekdotenhaft, oft geistvoll oder harmlos satirisch zu plaudern versteht. Schlagartig folgen immer neue Einfälle. Ulk, köstliche Spöttereien, meist gewandt improvisiert, wechseln mit famosen mimischen Scherzen. Ungewöhnlich ist das Tempo, das Zernik durchzuhalten weiß. Der flotte Ablauf des Programms zeigte dies zur Genüge. Als er am Abend nach über zweistündiger Unterhaltung noch artistische Parodien vorführte, war man davon Uberzeugt, daß der künstlerisch persönlichen Note seiner Darbietungen die Echtheit der Leistungen entspricht. Er balancierte, Salerne und Rastelli parodierend, nicht nur zum Schein. Er jonglierte tatsächlich Bälle auf Stäben, fing diese, dazwischen ein Rodat schlagend, mit bewundernswerter Sicherheit wieder auf. Das alles, nicht zuletzt seine Tricktänzerparodie, erfolgt, dauernd von spaßigen Randbemerkungen begleitet, mit einem Mindestmaß von Requisiten. Kurzum, ein Tausendsassa des Humors, des sprühenden beweglichen Lebens hielt die Zuhörerschaft bis zuletzt in Spannung, brachte sie ohne Unterlaß zum Lachen. Wer nicht dabei war, versäumte viel. Daß es Siegfried Sonnenschein gelang, diese einzigartig unterhaltsame, in unserer Zeit doppelt begrüßenswerte Veranstaltung zu ermöglichen, sei ihm herzlich gedankt. Zugleich verdient er Anerkennung dafür* daß die Veranstaltung nachmittags den Betreuten der Winterhilfe geboten werden konnte. Georg Joachimsthal. UNTERRICHT IM ZEICHNEN, MALEN UND ENTWURF VON SCHRIFT/FIGUR/ PLAKAT/ INSERAT/TEXTIL USW. bis zur praktischen Ausbildung, oder zur Vorbereitung auf Kunstschulen erteilt, gegebenenfalls auch in Kursen n n Ii MO f | n n c i akd. Maler und Graphiker DKUINU OlMrCL DEUTSCHE KAISER-ALLEE 10

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