Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 2 (15.1.1937)
- Date
- 1937-01-15
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 2 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Leite » Minna Schwarz und Oberrochwih Ein schwerer Verlust hat die Iudenheit Deutschlands zum Jahresende getroffen. Frau Minna Schwarz, die jahrzehntelang eine führende Stellung in der jüdischen Frauenbewegung eingenommen hat, hat ihre Augen für immer geschloffen. Das Minna- Schwarz-Heim der Jüdischen Gemeinde Berlin, gegründet als Mütter- und Säuglingsheim, seht als Altersheim dienend, wird von ihrem segensreichen Wirken auch weiterhin Zeugnis geben. Auch das Erholungsheim kn Oberrochwih verdankt feine Entstehung der Initiative von Frag Minna Schwarz. Sie war es, die vor nunmehr ungefähr 15 Fohren auf einer Tagung des Schwesternverbandes Bnei Brith die Anregung zur Schaffung des Heimes gab. Ihrer tätigen Mitarbeit ist es zu danken, daß es gelingen konnte, das Heim aus den primitivsten Anfängen zu dem zu machen, was es jetzt ist. Das Heim wurde seinerzeit in Anwesenheit von Frau Minna Schwarz mit einer größeren Feierlichkeit eröffnet. Inzwischen weilte Frau Schwarz häufig, ,n den letzten Jahren, als ihre angegriffene Gesundheit ein öfteres Ausspannen nötig machte, mehrmals im Jahre, in Oberrochwih. Ihr »liebes Oberrochwih“, wie' sie sich auszubrücken pflegte, war ihr sehr ans Herz gewachsen und auch die Gäste werden Frau Schwarz, die die seltene Gabe hatte, Freude um sich zu verbreiten, schmerzlich vermiffen. Am Abend des Tages, an dem die Beisetzung siatifand, beging das Heim eine würdige Trauerfeier. Nach Worten des Gedenkens von Herrn Mai? Leffer, der seit Anbeginn mit Frau Minna Schwarz an der Einrichiung und Ausgestaltung des Heimes gearbeitet hatte, wurde dack Abendgebet gesprochen und anschließend das Kaddischgebet für eine Frau, die so vielen Menschen Gutes erwiesen hat. Ihr Werk wird in Oberrochwih fortleben. Jüdisches Lehrhaus > 11 1 Amtliche Bekanntmachungen Personalien r . Geburten:' . ,. \C-V r, 3. Januar 1937: Stefanie Ballin, Tochter des Geschäftsführers, Herrn Edgar Ballin, und dessen Ehefrau Lydia geb. Kisch, Nehefelde'r Straße 25. s. Januar 1937: Ursula Iacoby, Tochter des Prokuristen^Herrn Earl Iacoby, und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Helbig, Lhemnitzer Straße 44. . ' Bormizwoh: im Gottesdienst nach altem Nltus, Moritzstraße l,b 23. Januar 1937: Salomon Heynochowicz, Sohn dcS Herm Moses Heynochowicz, Schuhmachergaffe S. Sterbefälle: 28. Dezember.1936: Herr Herman Steinhart, Trachenberger \ Straße 23. 29. Dezember 1936: Herr Heinrich posener, Franz-Liszt-Str. 15. 7. Januar 1937: Herr Mar pinkus, Liebigstraße 26/ 8. Januar 1937: Herr Berthold Wronkow, Albertstrafie 33. 9. Januar 1937: Herr'Moses Dan kn er, Ziegelstraße 11.. Personalnotizen Am 22. Dezember 1936 verehelichte sich in Tel-Aviv Fräulein Eva Bertha Weiner, früher Dresden, mit Herrn Siegfried Kempler aus Teschen lFräulein Weiner war früher im Steuerbüro der Gemeinde tätig). Wir gratulieren herzlkchst. Geburtstag: 26. Januar 1937 Frau Kathi Steinhart, Trachenherger Str. 23, 94 Jahre. Wir gratulieren herzlichst. Nächste Sprechstunde des Herrn Landgerichtsrat i. N Dr. Wachtel vom Hilfsverein der Juden in Deutschland: Freitag, den 22. Januar 1937, vormittags ab 9 Uhr im Gemeindeamt Zeughausstrafie 3, Erdg. /——-—----— Die Vorlesungen des Herrn Rabbiner Dr. Fuchs über .Die Propheten Israels“ haben mit ungewöhnlich starker Beteiligung begonnen. Die Vorlesungen des Herrn Rabbiner Dr. Wolf über „Jüdische Geschichte im Rahmen der Weltgeschichte“ können erst am Dienstag, den 2. Februar ihren Anfang nehmen. Die Arbeitsgemeinschaft „Soziologie der Juden um die Jahrhundertwende“ (Frl. Dr. Apt) beginnt Ende Februar. Termin wird noch bekannt gegeben. „Die Propheten Israels“ jeden Dienstag, „Jüdische Liturgie“ (Frau Prof. Büttner), jeden zweiten Donnerstag (Beginn 14. Januar) im Heinrich-Arnhold-Saal, Zeughausstraße 1, Gartenhaus (20 Uhr). Hörerkarten im Gemeindeamt. Interessenten für Portugiesisch wollen ihre Anschrift dem Gemeindeamt bekannt geben. Eine Liste möblierter und unmöblierter Zimmer liegt seit Jahren in der lvohlfahrtrstelle unserer Gemeinde aur. Auf dies« Einrichtung machen wir im 3nteresie jüdischer Vermieter und Aimmersuchender hiermit wiederholt aufmerksam. 3m 3nter«sie der Mieter und Vermieter bitten wir allerdings dringend, gemeldet« Zimmer sofort streichen zu lassen, wenn fi« zur Weitervermietung nicht mehr zur Verfügung stehen. Sie glückliche ©tfrurt lbree Tochler Ursula grfeien hocheefeeui an Dresden, den 5. Januar 4937 Ehemnitzer Straße 44 V Elisabeth Iacoby «et. selbig Earl Iücoby ___/ Indische Winterhllke Dresden Postscheck-Konto: Nr. 10288 (Israelitische Nellgionsgemetnbe Dresden) Wer Hilft mit? Es wird für eine Hilfsbedürfiige Familie ein kleiner eiserner Ofen erbeten, ferner Bett, Ehaiselongue, Tisch, Stühle. Wohffahrtsstelle Ein ungenannter Spender hat an der Gemeindtkasse für die Jüdische Winterhilfe 1936/37 einen Betrag von NM 300. - einzahlen lassen. Im Namen der von Uns Betreuten danken wir herzlichst für diese" Spende. Kinder opfern der Jüdischen Winterhilfe Gerne geben wir, wie im vorigen Jahre, den Schülern und Schülerinnen der Jüdischen Volksschule öffentlich Quittung über das Ergebnis der Büchsenleerung. Es handelt sich gm Beträge, die aus Sparpfennigen der Kinder zustande kamen. VII Klasse VI. Klasse V Klaffe IV. Klaffe NM 5.54 NM 4.94 NM 4.21 NM 1.25