Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 23 (1.12.1936)
- Date
- 1936-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 (SemetnbeHatt der Israelitische, «elt,to»«,emet»de Dredde» Nr. 22 BUCHHANDLUNG KARL STRAUSS WAtSENHAUSSTRASSe 25 FERNSPRECHER NR. 14 535 CH'ANUKFAtEUCHTER.TRENDEl.KINDERIOCHER ohne eine große Anzahl jüdischer Polizisten der Unsicherheit nicht Herr werden kann, und wenn die jüdische fugend unter dem Druck der SreigMe die .Notwendigkeit sich für den polizeidienst zur Verfügung zu stellen, nicht anerkannt Hütte. Oie vermehrte Heranziehung von Juden zu den öffentlichen Arbeiten (Straßenbau, Eisenbahndiensi, Hafendienst) wäre nicht erfolgt, wenn nicht die Negierung durch den Streik sich davon überzeugt hätte, daß sie bei der Aufrechterhaltung der Verkehrswesen sich nicht allein auf "den arabischen Sektor der Bevölkerung stützen kann. Oer verstärkte Einsatz jüdischer Arbeiter in den alten landwirtschaftlichen Kolonien wäre nicht erfolgt, wenn nicht durch den Streik die jüdischen plantagenbesiher ohne arabische' Arbeiter geblieben wären. Das alles sind Positionen, die in diefem Sommer neu gewonnen wurden. Aber ein schwacher Punkt hat sich gezeigt, den wir noch beheben müssen. Das ist die Selbstversorgung der städtischen Bevölkerung mit den leicht verderblichen Lebensmitteln, die im allgemeinen nicht vom Auslände importiert, sondern im Lande selbst erzeugt werden müssen. Es dreht sich hier, da Frischmilch - wie oben erwähnt - von den jüdischen Siedlungen bereits im ausreichenden Maße erzeugt wird, um Gemüse. Oie Gemüseerzeugung war immer das Aschenbrödel in der jüdischen Kolonisation. 3tv den alten Kolonien war sie überhaupt nicht vorhanden, und auch in den neuen Kolonien ist man nur zögemd an den Anbau von Gemüse herangegangen, weil der Gemüsebau sebr viel Handarbeit verlangt und nzan aus diesem Grunde glaubte, der arabischen Konkurrenz nicht gewachsen zu sein. Erst in den letzten Fahren hat der Gemüsebau durch die Vergrößerung des jüdischen Marktes und durch die 'Einführung neuer technischer Methoden an Boden gewonnen. Fm Fahre -1935/36 betrug die mit Gemüse bebaute Fläche in den jüdischen Siedlungen bereits 3 500 Ounqm, und für das Fahr 1936/37 sind 5 000 Ounam für Gemüsebau >'u Aussicht genommen. Aber auch das genügt bei weitem noch nicht, um den Bedarf der jüdischen Bevölkerung zu decken. Es ist nötig, insbesondere in der Umgebung von Tel- Aviv, wo Wasser und Boden für den Gemüsebau noch im großem Umfange verfügbar sind, die Anbaufläche weiter zu vergrößern, um von hier aus di« jüdische Bevölkerung in Tel-Aviv und Ferusalem mit Gemüse zu versorgen. Das kann sowohl durch eine weitere Vermehrung der Anbaufläche in den bestehenden Siedlungen als auch durch Ansieblung von Gruppen auf neuem Boden geschehen. Oer Gemüsebau hat den Vorteil, daß der Siedler schon nach einigen Monaten aus dem Verkauf der Produkte Einnahmen hat, und baß der Boden in vielen Fällen zwei Ernten jährlich geben kann. Das würde nicht nur junge Leute neu in die. Landwirtschaft hineinbringen, es würde auch neue Arbeitsplätze schaffen und uns in Zukunft, so wie es schon auf dem Gebiete der Milchwirtschaft geschehen ist, auch in der Versorgung von Gemüsen auf eigene Füße stelleir und nicht von nichtjüdischen Produzenten abhängig machen. Was zur Erreichung dieses Zieles notwendig ist, sind zusätzliche, über das normale Budget hinausgehende Mittel für den Aufbau. Kommt zur Chanukka-Feier der Jüdischen Schule am 13. Dezember, nachmittags 6 Uhr, Trianon, Ostra Allee der Kinderhort wirkt auch mltl für den Herrn I -^- Felix Rüben Schneidermeister Oresden A 1, Grunaer Strafte 10 am Pimoisdten Platz für die Dame! Ruf 28582 Wenn dem Appell der Exerutive der Fewish Agency für den »Mifal Bizzaron llwitchon", durch den ln den nächsten Monaten 300 000 pftind Sterling für den Palästina-Aufbau geschaffen werden sollen, der Erfolg beschieden fein wird, den - nach seinem heroischen Abwehrkampfe - der Fischuw in Palästina von der jüdischen Welt verlangen kann, so wird aus diesen Mitteln ein wesentlicher Beitrag zur Festigung, Sicherung und Erweiterung unseres Werkes in dem hier dargestellten Bezirk geleistet werden können. ' Seelische Winterhilfe Außerordentlich stark besucht und deshalb das lebhafte Bedürfnis darnach erweisend, war ein Abend tm Henriette-Echte-Saal am 14. November, der in erster Linie für die von der Winterhilfe Betreuten angesetzt war. Ein eindringliches Erlebnis vermittelte — wie man von vielen Seiten hörte - die Vorlesung aus der Bibel in der Übersetzung von Harry Torczyner durch Herrn Staatsschauspieler a. O. Siegfried Lewinsky. Er hatte sich aus dem Buch des Nichter die Kapitel ausgewählt, welche Geburt, Leben und Tod von Schimschon behandeln, - diese Folge von mystischen, naturhasten und gewaltigen Geschehnissen, deren lyrischen und dramatischen Gehalt der Rezitator mit Hingabe und Kraft wiederzugeben vermochte. Oer Wunsch ist geäußert worden, daß diese ungemein starken Bibel-Kapitel in Lewinskys Wiedergabe auch noch anderen Kreisen unserer Gemeinde dargeboten werden möchten. Oer weitere Teil des Abends war dem Andenken des großen Musikers Franz Liszt gewidmet, der 1886, also vor einem halben Jahrhundert, gestorben ist. Oie Einführung in Leben und Werke Liszts, die Kapellmeister Walter Goldmann hielt, war zwar in Anlage und Inhalt mißlungen, - aber dann zeigten dle musikalischen Gaben den Zuhören die große Bedeutung dieses bahnbrechenden Komponisten. Besonders eine von den wertvollsten »Sinfonischen Dichtungen" des Meisters; »Les Preludes' für großes Orchester wurde in der Fassung für zwei Klaviere von Walter Goldmann und Siegfried Sonnenschein höchst lebensvoll reproduziert. Den Mittelteil der Vortragsfolge füllte unsere geschätzte Altistin Herta Mautner-Falk mit fünf wertvollen Liebem von Franz Liszt aus, deren romantischen Eharakter sie mit warmer schwärmerischer Empfindung wiedergab. Feinsinnig und klangschön begleitet von dem Pianisten Sonnenschein brachte sie sowohl die friedlichen Stimmungen wie die sehr sehnsuchtsvollen Gesänge (»Wieder möcht ich Dir begegnen" — »O komm im Traum . . .") mit ihrem edelen Ast voll zur Geltung. E. B. Auswanderer tue« ,ut. wenn sie eine Koller-Schreibmaschine wie: Erika. Torpedo, Conll oder dergleichen mltaehmco. Zurückbleibende i eine Büro- oder Rtlse-Schreibmaschlne neu oder gebraucht (Gelegen* heittkiufe) günstig bei S ei ly Meyer, Ut Ichaustiaaee l. Fernruf 12045. 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