Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 23 (1.12.1936)
- Date
- 1936-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Gemeinde bl alt der Israelitischen Religioysgemeinde Dr erden Sette » rst 22 Vorläufiger Lehrplan des Jüdischen Lehrhauses A. Vorlesungen (nach den Vorträgen ist f ragenbeantwortung vorgesehen) Die Propheten Israels "6 Abende (Rabbiner Dr. Fychs-Chemnitz) 14tägig Beginn: Donnerstag, 7. Januar 1937. Jüdische Geschichte im Rahmen der Weltgeschichte 10 Abende (Rabbiner Dr. Albert Wolf) 14 tägig Beginn; Donnerstag, 14. Januar 1937. Ausgewühlte Kapitel aus dem textilen Kunstgewerbe . 5 Abende ‘ (ehern. Siegfried Levi) mit Lichtbildern, einmal im“ Monat. Beginn: Mittwoch, 9. Dezember 1936. Ein Goethe-Thema wird voraussichtlich an 3 Abenden im Februar/März 1937 von Herrn Professor Wahle (früher Weimar, jetzt Dresden) behandelt werden. B. Arbeitsgemeinschaften i Jüdische Liturgie 8 Abende (Frau Prof. Büttner) Beginn: Dienstag, 12. Januar 1937 14tägig Das naturwissenschaftliche Weltbild der Physik 6 Abende (phys. Rudolf Strauß) Beginn: Montag, 7. Dezember 1936. Soziologie der Juden um die Jahrhundertwende 4 Abende (Dr. Alice Apt) Beginn: nach Vereinbarung. C. Sprachkurse Englisch 6 — bereits laufende — Kurse (Saphra und Lipstadt) * (Anmeldungen noch möglich) Spanisch (Beginn: Dezember) (Iwrith wird durch die Hebräische Sprachschule erteilt). D. Technische Kurse Technisches Zeichnen und Rechnen (Dipl. Ing. Loewe) Kurs läuft bereits ' (Anmeldung noch möglich) Textile Warenkunde und Gewebeprüfung (ehern. S. Levi) Kurs läuft bereits (Neueiritritt z. Zt. nicht möglich). Ferner im Rahmen des Lehrhauses: Gemeindevortrige und Gemeindefeiern nach besonderer Ankündigung. Alle Vortragsreihen und Arbeitsgemeinschaften beginnen um 20 Uhr und finden im Heinrich Arnhold- Säal (Zeughausstraße 1, Gartenhaus) statt. — Für die Kurse (Sprachkurse, Technische Kurse) sind Ort und Zeit im Gemtindeamt zu erfahren. Auskunft über das Lehrhaus betreffende Fragen: 11 — 1 Uhr im Gemeindeamt: (Dr. Saalheimer). NB. Wegen des Hdrergeldes, das (ebenso wie bei den bereits laufenden Kursen) so niedrig wie möglich angesetzt werden wird, ergeht noch Bekanntmachung. i Mifal Bizzaron Uwitachon Sicherung, Festigung und Erweiterung des Paiästinawerkes Dr. Arthur Kuppln, Jerusalem. Oie Araber hatten gehofft, durch ihren Generalstreif die jüdisch« Wirtschaft lahmzulegen und die Äewohner der jüdischen Städte auszuhungern. Don Zeit zu Zeit wurden in den arabischen Zeitungen sensationelle Nachrichten über die Hungersnot in Tel-Aviv verbreitet. Wenn in Wirklichkeit die jüdische Wirtschaft sich trotz des Streifs aufrecht erhalten und wenn die jüdische Levölkenmg keinerlei bedrohlichen Mangel an Lebensmittel gelitten hat, so ist dies aus drei Umstände zurücfzusühren! - Erstens darauf, daß durch die ungefiSrie Foriarbeii im Hafen von Haifa der Import von Waren auS dem Ausland« in der alten Sahn weiterging, zweitens, baß durch die Eröffnung des HafenS Tel-Aviv ein zusätzlicher Ausladeplatz geschaffen wurde, und drittens dadurch, daß die jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen in mustergültiger Weise den ganzen Bedarf der jüdischen Levölkerung an frischer Milch decken fonnien und zu einem gewiffen Teil« auch den Ledarf an Milchprodufien (Käse, Lutter) und Gemüsen. Go wie schon einmal während des Weltkrieges die jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen, damals noch gering an Zahl, für die Versorgung des Iischuw mit Lebensmitteln eine entscheidende Nolle gespielt haben, so haben sich diese Siedlungen auch jetzt wieder ausgezeichnet bewährt. - In manchen Veziehungen hat sogar der arabische Streik der jüdischen Wirtschaft Nutzen gebracht. Oie Neede in Tel-Aviv wäre, obwohl,sie von der jüdischen Bevölkerung seit Jahren verlangt wird, nie in Angriff genommen worden, wenn nicht der Hafen von Jaffa durch den Streik stillgelegt und dadurch die Notwendigkeit einer Ausladestelle in Tei-Aviv so deutlich geworden wäre. Oie Vermehrung des jüdischen Anteils an der Polizei, immer und immer wieder von den Juden gefordert, hätte sich nicht verwirklicht, wenn nicht durch den Streik und die in seinem Gefolge rinhergehenden Gewalttaten die Negierung eingesehen hätte, daß sie