Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 19 (15.10.1936)
- Date
- 1936-10-15
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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n>.!9 Seite 5 täte inetnDeblatt -er Jsraellltjche» Re 11 g t u n § e m e i n •« Dresden > > an der Übersetzung des Gifra, eines Kommentars besonders der gesetzlichen Bestimmungen im Dritten Buche Mose. Nachdem schon früher der Sifre- Kommentar zum 4. Buche und zu Teilen des .5. Buches Mose von Winter überseht war, eine Übersetzung, unt/r deren Verwendung zurzeit Sifre zu Numeri von Karl Georg Kuhn im Verlag Kohlhammer herausgegeben wird, sind nunmehr alle halachischen Kommentare zur Thora von Winter überseht. In den letzten Jahren galt die ganze Liebe und Sorge Winters diesen Übersetzungen. Es ist das besondere Ehrengeschenk, das die Gemeinde Professor Winter zu seinem SO. Amtsjubiläum entgegenbringt, daß sie die Übersetzung des Gisra herausgibt und so das Schaffen ihres Rabbiners ehrt und der wissenschaftlichen Welt übergibt. Winter wies scherzhafterweise manchmal hin auf eine Bemerkung seines Freundes Sonnenschein, der gesagt hat: »Winter hat Glück". Zft der Tat hatte Winter das Glück, lernen und lehren zu dürfen Sr hatte bas Glück, in einer Zeit im Amte zu sein, da dem Rabbiner auch noch für wissenschaftliche Arbeit Muse blieb. Sr hatte bas Glück, einen fleißigen Mitarbeiter zu haben, und schließlich auch noch das Glück, daß seine Gemeinde sein Werk anerkannte und ihm die Veröffentlichung ermöglichte. Aber alles Glück des Lebens trifft immer nur einen Menschen, der für das Glück vorbereitet ist, der, des Glückes würdig ist und es sich erarbeitet. Winters Wissen, aber auch sein Fleiß und seine Ordnungsliebe und zumal seine Energie sind vorbildlich. Auf diesen Tugenden beruht allein auch fein wissenschaftliches Glück. Möge es ihm weiter hold sein und ihm noch viel Lebensfreude bereiten. Ünd uns wünschen wir das Glück, daß sein Denken und seine Feder auch in den Jahren des Alters - den Zähren der Kraft - uns noch manches Werk schenke. Oie Sächsische Rabbinerkonferenz möchte im Kreise der Gratulanten nicht fehlen, um ihrem hochverehrten Senior und Vorsitzenden die besten Wünsche zu.seinem seltenen Zubiläum auszusprechen. Sein überragendes jüdisches Wissen, sein lebhafter Geist und sein tief religiöses Denken, besonders auch seine Gottergebenheit in schweren Schicksülsschlägen, war uns stets ein Vorbild; sein kluges Wort und sein weiser Weitblick hat uns sowohl in unseren Sitzungen, wie außerhalb derselben viele wertvolle Anregungen im praktischen wie im Theoretischen gegeben; und sein Humor und seine Anerkennung für das Gute auch bei den jüngeren Kollegen sind immer wohltuend und bewundemswert. Für alles dieses danken wir ihm heute gern auch an dieser Stelle. Der Talmud wendet auf das fünfzigste Fahr, das Zobel, den Grundsatz an: »Man fügt vom profanen dem Heiligen zu": So wünschen wir dem Zubilar, daß ihm Gott noch viele Zähre hinzusüge, in derselben Frische und Schaffenskraft, wie er sie in seinem Zobeljahre besitzt, und mit viel Freude in seinem Privatleben und der verdienten Ernte von Liebe und Anerkennung bei den Menschen! i. A. Dr Fuchs. Festg ottesd i e nst in der Synagoge anläßlich des 50-jährigen Amtsjubiläums des Herrn Rabbiner Professor Dr. Winter am Sonnabend, den 17.Oktober, vormittags 9 Uhr Festpredigt: Rabbiner Dr. Leo Baeck, Berlin| Gemeindeabend in der Synagoge anläßlich des 50jährigen Amtsjubiläums des Herrn Rabbiner Prof. Dr. Winter am Sonnabend» den 17. Oktober abends 8 Uhr Es wirken mit: Die jüdische Instrumental- und Singgemeinschaft Dresden unter Leitung von Walter Goldmann Ferner: Frau Resi Elb (Sopran-Solo), Kantor Harry Paglin Kantor Moritz Haimos Edgar Rjesen (Orgel) Siegfried Sonnenschein (Cembalo) 1. ' Ouvertüre zu Salomo G. F. Händel (1685—1759) Maestoso - Fuge (Allegro Moderato) 2. Ansprache: Herr Max Lesser für die Israelitische Religionsgemeinde zu Dresden 3. Psalm 121 (Esso enaj) "" Raphael Hofstein (Komponiert zur heutigen Feier und dem Jubilar zugeeignet) Kantor Paglin Orgel: Walter Goldmann 4. Ansprache: Rabbiner Dr. Wolf ,i 5. Der Chor der jüdischen Volksschule singt unter Leitung von Kantor Haimos: a) Baruch el eljon {Gelobt sei der Höchte) b) Tanu rabbanan (Es lernen die Weisen) 6. Psalm. Kantor Haimos ' Orgel: Walter Goldmann 7. Sinfonie in C-Dur. C. Ph. E. Bach (Komp. 1755) I. Satz Allegro assai II Satz Andante III. Satz Allegro 8. Ansprache des Jubilars 9. Kantate für Sopransolo, einstimmigen Chor, Streicnorchester, Cembalo und Orgel: „Jauchzet Gott, Alle Lande" Julius Joh. Weiland (gest. 1663) Worte aus Psalm 66, Vers 1, 2,4 und Psalm 14! JÜDISCHER ipjLTIJRBrMD - DRESDEN Zeughausstrafie 1« H. Fernspredt*Anschlu6 18418 Sonntag, den 25. Oktober abends 20 Uhr im Trianonsaal Gastspiel des Schauspielensembles des Jüdischen Kulturbundes Hamburg Das Klassische Lustspiel Dame Kobold Lustspiel von Calderon de la Bai ca « Nachdichtung von Hugo von Hofmannsthal Spielleitung! Dr. Hans Buxbaum Bühnenbilder: Hans Sondhtlmer Kostümet Kate Friedmann Musikalische Leitung: Max Behrens Mitwirkende u. a. i Marie Luise Bruch, Ruth Festersen, Kurt Appel, Claus Brill, Fritz Melchior 2. Abonnementsveranstoltung Einzelpreise A\ RM 3.50; 3.—; 2.25; 1.50 Vorverkauf: werktäglich von 10 — 1 Uhr /