Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 3 (1.2.1936)
- Date
- 1936-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Seite 5 Jüdischer Kulturbund Dresden isnHnrmnnnmnfflnnmTfflfflnnnitfflnmRmnn™^^ ► / (6. AfflMIMMElIEMT- AIBIEMIO Sonntag, den 2. Februar 1936, abends 815 (Uhr, im Neuen Saal Das international gefeierte Duo: Boris Joseph Schwarz Schwarz (Violine) (Klavier) Aus dem Programm: Vitali: Chaconne Beethoven: Kreutzer-Sonate Schumann: Carnaval Kirmann: Altpalästinensisches Ued ferner virtuose Viplinstücke von Mussorgski, Rimski-Korsakoff, Rachmaninoff Prelsgruppe A: 2.50, 1.75; 1.25 RM Vorverkauf: Zeughausstraße 1,1. Nur Mitgliedsausweis und Eintrittskarte zusammen berechtigen zum Eintritt! | 3ur freundlichen Beachtung j 1 Oer Jüdische Kulturbund ist UMgezogen. Z Z Oas Büro befindet sich seht im anderen Gemeinde- 8 J Haus, Zeughaussiraße 71t. 1, 1. Stock. § 1 Oer Kulturbund Hai nunmehr einen eigenen Telefon« 1 f anschluß und zwar 7!r. 18418 I W Geschäftszeit: 9 -12; 4-6 Uhr. 1 Außer Abonnement Für musikalische Feinschmecker: »Die lustigen Weiber von Windsor« Oper von Nikolai — Text von Mosenthal Als Kurzoper auf Schallplatten (Grammophon „Die Stimme seines Herrn“) — Sinngemäß gekürzte Wiedergabe der gesamten Oper mit Dialog — Solisten, Chor und Orchester: Mitglieder der Berliner Staatsoper — Einwandfreie Lautsprecherwiedergabe — Einführende Worte: Frau Eva Büttner Sonnabend den 8. Februar 1936, abends 815 Uhr, im Gemeindesaal Eintritt RM 1.— und —.50 (nur numerierte Plätze) Nur Mitgliedsausweis und Eintrittskarte zusammen berechtigen zum Eintritt) Vorverkauf: Zeughausstraße 1,1. \/! Ende März. I Gastspiel des Berliner Kulturbundtheaters mit „Man kann nie wissen“ Komödie von Bernhard Shaw 7. Abonnement-Abend Sonntag, den 23. Februar 1936, abds. 815 Uhr im Trianon (Volkswohl) Ostra- Allee, Haltestelle der Linien 2,6 und 10 DELA LIPINSKAJA mit neuem Programm Preisgruppe B RM 3.50, 2.50 und 1.50 Vorverkauf. Zeughausstraße I, I Nur Mitgliedsausweis und Eintrittskarte zusammen berechtigen zum EintrittI Konzert Alexander Kipnis , (U war ein außerordentliches künstlerisches Ereignis, bas uns der weltberühmte Bassist, Kammersänger Alexander Kipnis am l.vi. in der großen Synagoge mit seinem Konzert bereitete. Oer an die Wiener Staatsoper verpflichtete Sänger, der bis seht an der Berliner Etaatsoper Vertreter aller bedeutenden Baßrollen war und der in den Bayreuther Festspielen stets in vorderster Beihe stand, erwies sich auch in dem Dresdner Abend als. der überragend stimmgewaltige und künstlerisch gestaltende Künstler. Kipnis kann seinem Entwicklungsgang dankbar sein, der ihn erst als Kapellmeister alle musikalischen Grundlagen aufs Gründlichste erwerben ließ und ihn dann als einen der ersten bedeutenden Schüler zu Prof. Grenzebach führte, wo er seinen Baß ^ur höchsten technischen Meisterschaft unter nie nachlassender strenger Selbstkontrolle ausbilden konnte. Diese überlegene Beherrschung ermöglicht es Kipnis, auch wieder wie Schumanns „Mondnacht, Schuberts »Jüngling an der Quelle" stilvoll vorzutragen. Hieben dem einzigartigen artistischen Reiz ist es immer aber auch die tief empfindende Persönlichkeit, die sich in dem edelen Stimmklaug und 'dem seelenvollen Bortrag ausdrückt. Mit Mozarts priesierlichem Gesang des Sarastro »In diesen Heiligen Hallen kennt man die Bache nicht" begann er sein prögramm, in dem eine düster-leidenschaftliche Arie aus Mendelssohns »Elias" und drei der »Ernsten Gesänge" von Brahms folgten. (Oie Melancholie dieser Koheleth-Texte hat Brahms bekanntlich durch einen Korinthe»Bers am Schluß aufgehellt, den Kipnis aus naheliegenden Gründen wegließ: aber dadurch war die'Gesamtstimmung fast unreligiös trostlos.) Schumann- und Schubert-Lieder mit Klavierbegleiklmg wirken in der Synagoge irgendwie nicht voll befriegend: aber wie herrlich erklang die frohe bilderreiche Arie aus Joseph Haydns »Schöpfung" am Schluß. Oer Klavierbegleiter Leo Taubmann war mit den akustischen Verhältnissen unseres Semper-Baues, verbunden mit dem neuen Anbau, nicht recht vertraut; deshalb war manches dem Baume klanglich nicht angemessen. Auch der Gast-Organist Hermann Schwarz (Berlin) fühlte sich auf unserem Orgelwerk nicht voll heimisch, doch waren das Präludium des jüdischen Komponisten Leichtentritt und das Orgelvorspiel auf hebräische Motive von Arno Nadel Beweise seines charaktervollen Spieles und eindrucksvoller Begiflrierkunst. E. B.