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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1936-02-01 · 3 (1.2.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
12 (1936)
Issue
3 (1.2.1936)
Date
1936-02-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2 Äemrtndedtatt »et gsruelttrsche» >ltltgtoB»gtm<inbt Dresden Sett. 3 Mendele Mochet Sforim zum -100. Geburistag Mendele Mocher Sforim (Pseudonym für Schalom Jakob Abra> mowissch), Klassiker der modemen hebräischen und jiddischen Belletristik, geb. 1836 in Kopyl (Gouv. Minft), genoß die übliche Erziehung, besuchte die Jeschiwa in Sluzk in Litauen, dann das berühmte Bet Hamidrasch des Elia Wilna. Nach dem frühzeitigen Tod seines Vaters und der Wiederverheiratung seiner Mutter kam M. 1883 in bas Dorf Melniki, wo sein Stiefvater eine Mühle in Pacht hatte. Das Leben auf dem Lande beeinflußte sein empfindliches Gemüt tief; in der freien Natur erwachte sein starkes Naturgefühl, dem die späteren, in der hebr.-jidd. Literatur einzigartigen Naturschilderungen zu verdanken sind. Zn Melniki schrieb M. seine ersten hebr. Gedichte und ein hebr. Drama nach der Art des »Lajescharim tehilla" von M. Eh. Luzzatto; diese ersten poetische,. Versuche haben sich nicht erhalten. Von entscheidendem Einfluß auf seine geistige Entwicklung war der mehrjährige Aufenthalt in Kamenetz-Podolsk; hier kam A. zum ersten Male mit Vertretem der Haskalä in Berührung; durch sie angeregt und gefördert, lernte er Deutsch, Nussisch, und erwarb sich Kenntnisse aus verschiedenen Gesellschaft zur Verbreitung der Aufklärung unter Juden Nußlands schrieb M. seine »Oiwre hajamin liwene harussim", einen Abriß der Geschichte des russischen Volkes (Odessa 1868)im selben Jahre erschien auch M.'s einziger Noman in heb äischer Sprache »Ha'awot wehabanim" (Väter und Söhne, ins Nussische überseht von Löb Bienstock, Petersburg 1868) Von M.'s. »Luach hassocherim" (»Kalender für Kaufteute") sind zwei Jahrgänge erschienen (Schitomir 1877 und Wilna 1879). Von M„ dem Gelehrten und Schriftsteller, scheidet sich Mendele Mocher Sforim, der Dichter. Seine in jiddischer Sprache abgefaßten schöngeistigen. Werke, die ihm bleibenden Nuhm sichern, sind: »Das kleine Menschele oder «ine Lebensbeschreibung" (Odessa 1864), »Das Winschfingerl" (-.Oer Wunschring", Warschau 1868), vom Vf. selbst ins Hebr. überseht und unter dem Titel »Be emek habacha" in der Zeitschrift »Hafchiloach" 1896 veröffentlicht, »Oie Tate" (Schitomir 1869), russisch von I. M. petrikowski, »Fischte, der Krumer" (Schitomir 1869), deutsch von Alexander Eliasberg, »Oer Luftballon" (ebd.), »Oer Fisch", (Odessa 1870), »Die Kliatsche" Die (femeinde bietet am Mittwoch, 12. Febr. 1936.20,s Uhr, im Nein n Saal: II, Winterhilfsveranstaltung Ernstes und Heiteres in Wort u. Ton Mitwirkende: Bella Erdoes (Sopran), früher Dresden, jetzt Prag Hebräische und Slavische Volkslieder in den Originalsprachen, Lieder aus klassischen »und modernen Operetten Paul Skotzki (Rezitationen), früher an den Stadt. Bühnen Breslau und Königsberg Walter Goldmann am Flügel - Freier Eintritt für die Betreuten der Jüdischen Wintcrhllf-*, sonst KM 1.50 zugunsten der JWH. (Karten im Kulturbundbüro) Dienstag, 18. Febr. 1936, 2J'~Uhr, im Neuen Saal' II. Gemeinde-Abend Rabb. Dr. Ignatz Maybaum, Frankfurt a. O. spricht über „Parteibefreites Judentum** Vergleiche das kürzlich erschienene, von der gesamten jüd. Presse hervorragend gewürdigte Buch des Redners („Partei- - befreitesjudentum“ Philoverl. Berlin 1935) Freier Eintritt, reservierter Platz RM I.— (im Kulturbundbüro) Wissensgebieten. Nachdem er hier mehrere Jahre als Lehrer an einer staatlichen Schule gewirkt hatte, ließ er-sich in Berdyczew nieder, verließ jedoch 1869 infolge von Mißhelligkeiten mit den Gemeinde- Häuptern, die ihn wegen seines damals erschienenen Buches »Oie Taxe" (jiddisch) anfeindeten, die Stadt und nahm seinen Wohnsitz in Schitomir. 1881 wurde er zum - Leiter der Gemeindeschule in Odessa ernannt, wo er 1917 starb. A. schrieb anfangs Hebr. und betätigte sich auch auf mannigfachen Gebieten. 1860 veröffentlichte er die Schrift »Mischpat schalom" (Wilna 1890), eine Sammlung von Aufsätzen, Kritiken, Gedichten, nebst zwei Briefen über die Erziehung j. Knaben. 'Sein umfangreichstes Werk in hebräischer Sprache ist die dreibändige, mit zahlreichen Abbildungen versehene gemeinverständliche Naturgeschichte »Toledot hatewa". Jm Aufträge der Parfümerien, Drogen, Farben, Photo, Waschmittel, Kempinski-Weine Qualitätswaren preisgünstig. Photo. SSeJumunq freie Zusendung/ Tel. 26266/Eugeba, Galeriestraße 11 auch auf telefonische Bestellung. zwischen Ahmarkt, Neumarkt l-l' (Wilna 1378), polnisch von Klemens Junosza, deutsch von Salomo Birnbaum, »Oer Ustaw über Wojnski powinosi" (Schitomir 1874), »Jüdel", eine Geschichte in Versen (Warschau 1878), »Smires", Gabbatgesänge (Schitomir 1878), »Eine Neisebeschreibung Benjamins des Dritten" (Wilna 1878), polnisch unter dem Titel »Donkszot Zydowski" von Klemens Junosza, teschechisch von einem Ungenannten, ferner »Der prisiv", ein Drama in fünf Akten, und die Fragment gebliebene autobiographische Erzählung »Schloimale", deutsch von Salomo Birnbaum. M. ist der klassische Erzähler in der jiddischen Literatur. In der lebendigen Sprache des Volkes hat er Naturcchtes und Lebenswahres gestaltet. So ist er zum Schöpfer und Begründer der neueren jiddischen Literatur geworden. Sprachlich und künstlerisch hat M. mehr oder weniger jeden jiddischen Schriftsteller der jungen Generation beeinflußt; die junge Echriststellergeneration nannte ihn den »Seide" (Großvater). Vor allem hat sich der große Humorist Scholem-Aleichem stets als fein „Enkel" bezeichnet. Er hat sich um die Entwicklung der jiddischen Sprache besonders verdient gemacht. Bezeichnend für die Schaffensart M.'s ist schon das von ihm gewählte Pseudonym. Als Mendele Mocher Sforim, als fliegender Buchhändler, der viel in den I. < Gegenden herumkam, und vieles zu beobachten Gelegenheit hatte, schildert er die kleine.

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