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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1935-12-01 · 24 (12.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
11 (1935)
Issue
24 (12.1935)
Date
1935-12-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 (Semeiakellatt der Jkkaelitische» ftetigionigemeinbe Dr tllti Raturgesetz, wonach das Starke flegt und sich behauptet, bas Schwach« unterliegt und verschwindet, ist im jüdischen Schicksal aufgehoben. In der ganzen Schwachheit der jüdischen Existenz gehen wir durchs Leben. Oie Mächte der Geschichte, durch die die großen Reiche entstehen, sind Mächte, mit denen wir rechnen müssen und denen wir uns fügen. Aber keine Macht der Geschichte war jemals so mächtig, daß unser Judentum dadurch aufgehoben worden wäre. Es ist unbegreiflich, daß es so ist. Aber es ist so. Das Wunder, das Tats'che ist und immer von neuem ale Tatsache da ist, ist der Iude in dieser Welt. Wir Juden suchen das Wunder nicht außer uns. Oie jüdische Existenz ist das Wunder. Oie Makkabäer stehen im Glanze dieses Wunders. Das Wort Gottes macht frei, und die Oemut des Glaubens ist kein Hindernis für männliches Sichbehaupten. Das heißt nicht, daß sich der Welt Macht eine jüdisch« Macht entgegensetzen könnte. Eü Macht gibt es nicht. Auch wo der jüdisc wird, bleibt er unpolitische Aktiv! war Bereitschaft zu__ die Mak irael ist wunderbar ge kestung für die Zeiten, nicht werdet lil^MWWMWV^werbet ihr enttäuscht, fort in die Zeiten ewig fok^FV-.'a 4L. 17). Das iounDer der Lhanukkageschichte leuchtet nicht nur uns Iuden. Dieses iLunder rettet die Welt. Das Fudenschicksal widerlegt die Auffassung, daß der Schwache verloren sei. Gebr. Arnhold Gemeinde. »Das Bankhaus Gebr. Arnhold hat mit dem 2. Dezember d. Isein Dresdner Geschäft, soweit es sich um die sächsischthün'ngische Kundschaft handelt,. auf die Dresdner Bank in Dresden übertragen. Diese beabsichtigt, das Geschäft als besondere Abteilung unter der Bezeichnung Dresdner Bank, Abteilung Waisenhaussiraße, fortzuführen. Das Berliner Haus der Firma Gebr. Amhold, in das die Frau des kürzlich verstorbenen Teilhabers Or. Heinn'ch Amhold als Kommanditistin eintritt, wird als selbständiges privatbankhaüs in Berlin von cen bisherigen Inhabem unverändert fortgeführt unter Übernahme desjenigen Teiles des bisherigen Dresdner Geschäftes, der über den sächsisch-thüringischm Rahmen hinausgeht/ Das Bankhaus Gebr. Amhold wurde vor etwa 70 Fahren gegründet. In zäher Arbeit gepaart mft sozialem Sinn haben es die beiden Brüder Max und Georg Amhold verstanden, dasselbe -ms einem -kleinen Bankgeschäft zu einem Untemehmen zu entickelm welches für di« deutsche und insbesondere für unsere sächsische ndustrie und für dm Handel von weittragendster Bedeutung wurde. Alle Inhaber der Bankhäuser Amhold waren bewußte Iuden - Ideal bestand in dem Ausgleich der Streitigkeiten zwischen ,i verschiedenen Religionen, sie waren Assimilationsjudm im Mitten Sinne des Wortes und haben sich in edelster Weise in dieser Richtung betätigt, ohne ihr Iudentum je zu verleugnen. Max Amhold war lange Fahre hindurch Mitglied des Ge meinderates unserer Gemeinde und hat sich als solcher an u Arbeiten aftiv beteiligt. Sein Reffe, der am 10. Oktober verfiorbmr Or. Heinrich Amhold, hat sich im vorigen Fahre falls zur Verfügung gestellt, um mit uns im Gemeindl arbeiten; leider hat ihn seine Krankheit verhindert, dm 8i beizuwohnen. Seit langen Fahren stellte Or. Heinn'ch A> seine Arbeitskraft dem E.V. und dem Hilfsverein der Fudm in land zur Verfügung. Viele Mitarbeiter der Firma haben ihre Kr ihre Zeit unserer Gemeinde gewidmet, wir erinnem nur an storbenm Ehren-Vorsitzenden, Oscar Lester. - Das Gebr.Amhvld war aber-und das erscheint uns das All die Stelle, an die sich jeder mit seinm seelischen Rötm vesdm durste. Immer - die Hekrm konnten mit BUCH HAN DLUNG KARL STRAUSS WAISEN H> FE R N S PR E CHANUKKAIEUCHTER » TRENDEL . .ER viel eigenen Sorgen belastet sein — fander .it, einen anzuhören und standm mitl^^^^satj oeffe. Soziales das eine selbflverfiäi __ olche Bestrebung« ur Gründung des Gebr. Amhold em sich später alle von hem Konzem abhängi ehmungen anschlossen. Ein Kasino mit Speise- und räumen und einem schönen Garten stand dm Angestellt Verfügung, Sondemergütungen an die Angestellten, arößeiA 3 Wendungen bei Geburtstagen, Gedenktagm und Fubiläen bestWle bei allen bas Gefühl der Zusammengehörigkeit. Bel geftHfotj. Beisammensein und gemeinsamen Festen gab eö keinen Unierschie' zwischm Ehef und Angestellten - eine Betriebsgemeinschaft ir wahrsten Sinne des Wortes! Daß bei dieser Einstellung die sozialen Anforderungen, die Haus Gebr. Amhold von Angehörigen aller Konfessionen •JP?' wurden, enorm waren, läßt sich denken, und so entschloß n> bald, um bei den um finanzielle Hilfe Bittenden die Spri Weizen zu trennen, eine kleine Wohlfahrtssielle zu erricht jedes Gesuch prüfte und falls dasselbe berechtigt war, fest oder dasselbe an andere Stellen weiterleitete, die zuständig Diele Leute verdanken Gebr. Arnhold die Rettung ihrer Fm Kasino wurden täglich Bedürftige umsonst gespeist, i wurde geholfen, wie und wo es möglich war. - Fn diesem Zusammenhang sei auch der Sozialen Stifs dacht, die nach testamentarischen Bestimmungen von MaH durch die jüdische Gemeinde zu errichten war aus Mistl ihr aus dem Rachlaß zur Verfügung gestellt waren, fl Ein Mttglied der Familie Arnhold und ein von der zu bestimmender Herr, sowie ein Rabbiner, ein kathol si ein protestantischer Geistlicher. Zuwendungen nicht a n personm sondem nur an Instituttonen, die interkonfessionell?^ Durch die Inflation wurde auch diese Stiftung stark betroMDssic wurde aber durch spätere Zuwendungen wieder so weit aufge zweimal im Fahre sehr große Miitel aus den Zinsen teilung kommen konnten. Zweck der Stiftung war, dun konfessionelle gute Werke dm Ausgleich herbeizuführen. Schicksal hat es anders gewollt, anerkannt muß aber dl Gesinnung werden, die solch edlen Zweck gewollt hat u möglich hielt. Wenn endlich besondere Umstände große Mittel für Wohld erforderten oder wenn für einen Spezialfall Hilfe nöst hat man sich nie umsonst an die Firma Gebr. Amhold g Mit dem Bankhaus Gebr. Amhold ist ein Stück Tradittl Dresden geschwunden, - aber auch ein Stück Dresdner G as ist der Gmnd, weshalb gerade an dieser Stelle des mens gedacht werden mußte, welches durch die Geflnnung eiligen Inhaber und durch derm Leistungen aufs engf^ m erer Gemeinde verbundm waren. Dresden war das StamiMpu Firma und der Heimatort der Amholds. Möge jedes Mttglie^ Familie, ganz gleich ob es seinen Wohnsitz hier behätt ode^ einem anderen Orte ansässig wird, mögen vor allem auch di< anwachsmdm Kinder der' bisherigen Inhaber der Firma sich, en stets erinnern und ihrer Gemeinde die alte Anhänglichkeit wahren Uns werden die Ramm und bas Wirkm der ln die igkeit abberufenm früheren'Inhaber der Firma Amholb: Max org und Heinrich Amhold, unvergessen blelbm, sie sind nictz r der Familie Amhold sondem auch uns «in Vorbild Äekstt Innung. Max Lester

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