Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 12 (15.6.1935)
- Date
- 1935-06-15
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 12 Gemrlndeblätt der Israelitische« Oeligiontgemeinde Dresden Leite 4 denen jüdische Volksschulen noch nicht bestehen, solche schnellstens einzurichten. Der stellvertretende Vorsitzende, fterr Lesser, beantragt, die Unterrichts und Jugendkommission wie folgt zusammensetzen: Rabbiner Tr. Wolf: für die sächsische Rabbinerkonferen;; Kantor Jaffe: für die sächsische Israelitische Lehrxr- Vereinigung; . " ferner je einen Vertreter (Schuldezernent) der 5 größeren Verbandsgemeindcn (Chemnitz, Dresden, Leipzig. Planen, Zwickau). Herr Rabbiner Tr. Wolf wünscht Erweiterung der Kommission, Tr. Lehrfreund Änderung der Zusammensetzung, insbesondere Einbeziehung von 2 Jugcndvertretern. Nunmehr wird beschlossen, den „Ausschuß für Unterricht und Zugcndfragcn" zunächst in dct von Herrn Lesser vorgcschlagenen Zusammensetzung cinzuberufen und den Aus' sästlß das Recht zu geben, sich dltrch Zmvahl zu ergänzen. Es herrscht Übereinstimmung, daß' dem Ausschuß auch Personen angchörcn dürfen, welche weder Delegierte zum. Verbands äusschuß noch Mitglieder einer Gemeindevertretung sind IX. Fragen des Religionssteuerrechts. Ter Perbandssyndikus berichtet zunächst a) übdr den stand der Gesetzgebung in bezug auf das Kirck-cnstcuerrccht. Er schlägt sodanu l>) die Annahme einer Resolution in der Forensenange legenheit vor, worin der sächsische Gemeindeverband von der Berliner Gemeinde die unverzügliche Aufnahme von Per Handlungen über die Neuregelung erwartet. Tie Resolution wird einstimmig angenommen. X. Beschluß über die Grundsätze des Tienststrafrechts. Tie Gemeinde Dresden hat rechtzeitig um die Nachtrag liche Aufnahme dieses Punktes in die Tagesordnung gebeten. Diesem Wunsche ist vom Verbandsvorstandentsprochcnworden. Ter Verbandssyndikus erläutert den Rahmenentwurf für ein Tienststrafrecht des Verbandes. Der vor einigen Jahren von der Beamtenrechtskommissivn des Verbandes in An lehnung an die früher für die sächsischen Staatsbeamten geltende Regelung erstellte Entwurf ist durch das sächsische Gesetz vom 19. Juni 1939 (G.-Bl. 3. 93 ff.) überholt. Es läge nahe, auf eine sinngemäße Anwendung der neuen landesrcchtlichen Regelung zuzukonimen. Ta aus dem Kollegium jedoch gewisse Bedenken geäußert werden, soll heute von einer Regelung des Verfahrens Abstand genommen, und diese zunächst der Beamtenrechtskommission zur Vorbereitung überwiesen werden. Dagegen wird die grundsätzliche Ein führung eines Dienststrafrechts für die Beamten der Verbandsgemeinden, für die sich namentlich Herr Rabbiner Tr. Wolf namens dersächsischen Rabbinerkonferenz, und Herr Kantor Jaffe naniens der sächsischen Israelitischen Lehrer- Vereinigung einsetzen, durch die einstimnnge Annahme folgender Bestimmungen beschlossen. I. Tie Beamten der Verbandsgemeinden sind dem Dienststrafrecht des Verbandes unterstellt. II. ' Die Ausführungsbestimmungen werden vom Börbands oorstartd im Benehmen mit der Beamtenrechtskommission erlassen. Die nach den Beschlüssen der Ausschußsitzungen von, ' 28. 2. 1932 und 11. f>. 1933 aus den Herren Rechtsanwalt Dr. Goldschmidt, Leipzig, als Vorsitzenden, Jacob Goldtnann, Plauen, Verwaltungsdirektor Katzenstein, Leipzig, Rechtsan Walt Tr. Lappe, Chemnitz, Direktor Karl Stern, Zwickau und Rabbiner Dr. Wolf, Dresden, bestehende Beamtenrechtskommission soll beschleunigt zu. einer Sitzung zusammentreten. XI. Verschiedenes. ' Dieser Punkt, der in der Regel der Aussprache über , ge aieinschaftlich interessierende Fragen gewidmet ist, wird wegen der vorgeschrittenen stunde abgesetzt. Per stellv. Vorsitzende, Herr Lesser, gibt bekannt, daß eine evtl, ^gewünschte Aussprache in zwangloser Form sich an das für die Nach Mittagssitzung vorgesehene Referat des Herrn Landgerichts rat i. R. Tr. Lilienthal von der Reichsvcrtretung anschließen soll. Mit Dankeswortcn des Vorsitzenden, Herrn Carl Goldschmidt, Leipzig, an die Gemeinde Tresdcn wird die Sitzung um 2.49 Uhr geschlossen. ° , Nach Wiedereröffnung der Sitzung uin 4.13 Uhr erstattet Herr Landgcrichtsrat i. R. Tr. Lilienthal ein umfasseydes Referat über die Tätigkeit der Reichsvcrtretung der deutschen Juden. Im Anschluß hieran ergibt sich die Gelegenheit zu einer Aussprache und zur Beantwortung von Fragen. Herr Wilhelm Breslauer bittet, im Hinblick darauf, daß er wesentliche Teile seines für heute vorgesehenen Referates bereits in den Gemeinden Chemnitz, Dresden und Leipzig borgetragen hat und ferner eingeladen worden ist, auch in Ostsachsen und Zwickau zu sprechen, von der Entgegennahme seines Berichtes heute abzusehen. Aus den, Kollegium wird der Wunsch laut, im .Herbst dieses Jahres eine zweite Tagung des Verbandsausfchuffes stattfinden zu lassen, die hauptsächlich der Information und der gemeinsamen Aussprache dienen soll. Tie Erfüllung dieses — der Bestimmung des tz 9 der Satzung entsprechen den — Wunsches wird vom Verbandsyorstand zugesagt. Schluß der Nachmittagssitzung gegen 6K Uhr. Ausschuß für Ltnterrichi und Lugendfragen beim Gächf. Israel. Gemeinbeverband Ter durch die Verbanöstagung 1935 eingesetzte Ausschuß für Unterricht und Jugeudsragen trat erstnialig am 4. Junr im Leipziger Gemeindeamt zusammen. Es waren erschienen als Telegierte der Rabbinerkvnferenz: Herr Rabb. Dr. Wolf; der Lehrervereinigung: Herr Jaffe; der Gemeinde Shem-, nitz: Herr Weißkvpf, der Gemeinde Dresden: Herr Schocken, der Gemeinde Leipzig: Herr Tr. Loebenstein. der Gemeinde Zwickau: Herr Katz, der jüdischen Schulen in Dresden und Leipzig: die .Herren Fischt und Schäler bzw. Dr. Weikers heimer und Tr. Woskin, als Vertreter des Landesausschnß sachse»z»der jüdischen Jugendverbände: die Herren Dr. Grübet und Menüchim, ferner der Verbandssyndikus Dr. Saalheimer. Die Sitzung wurde geleitet von Herrn Dr. Loebenstein, der auch das einleitende Referat übernonnnen hatte. Herr Tr. Loebenstein 'ging von der Erfahxung aus, die von «Men in Jugend- und Erziehungsfragcn Arbeitenden gemacht werde, daß das Wissen um die Tinge des Judentums im Verhältnis zu den Anforderungen, die das Leben heute an die Jugendlichen stelle, noch gering sei. Schäden der vergangenen Zeit niüßten hier ausgemerzt werden. Referent gab nun ettva folgende Anregungen: Tie Jugend solle von Zeit zu Zeit in einer Art von Gemeinschaftslagern zusanimengefaßt werden, nicht allein, zur Vermehrung ihres jüdischen Wissens, sondern auch zur gemeinschaftlichen Pflege von Leibesübungen und zur Stärkung des Zusammenhaltes. Es sei daran zu denken, etwa 30 bis 50 Führer der jüdischen Jugendbünde Sachsens im Alter von über lü Jahren für die Dauer einer Woche in einem der zur Verfügung stehenden Heime in Oberrochwitz,