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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1935-06-15 · 12 (15.6.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
11 (1935)
Issue
12 (15.6.1935)
Date
1935-06-15
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 10 Temei«deblat1 der Israelitische« Neligiontgemeinde Dreßdea «r. >r in Türrenberg, am Keilberg usw. zu vereinigen. Die finanzielle Ermöglichung dieser Zusammenkünfte fei eine Aufgabe der Gemeinden und des Gemeindeverbandes. Ais Arbeitsgebiete nennt Herr Dr. Loebenstein: a) Jüdische Gegenwartskunde, ausgehend vun der Einheit des jüdischen Schicksals; Behandlung der soziologischen Gegebenheiten der Judenheit -er Welt, z. B. Wanderungen der letzten 5 bis 6 Jahrzehnte, die das Gesicht der Weltjudenheit verändert haben. b) SozialeArbeit, Umschichtung, Berufsgliederung, soziale Schichtung. e) Palästinakunde, wie sie bereits Lehrgegenstand der jüdischen Schulen, jedoch mit.zu geringen! stundplanmäßigen Anteil sei. d) Jüdisches Kulturgut: Erarbeitung jüdischer Geschichte,überschauartige ZusammenfassunggewisserEpochen, Tenachlektüre im Urtext nach Vorbereitung der Tagungsteilnehmer. Vertrautmachen mit dem Siddur und allen Einrichtungen des jüdischen Lebens; Midrasch; jüdisches Lied (Adler- Stuttgart), überblickmäßige Führung durch die jüdische Lite ratur (Tr. Woskin), biblische Geschichte nicht mehr als alleiniger Zentralpunkt, gleichmäßige Behandlung der anderen jüdischen Geschichte. In der Aussprache erklären die Jugendvertreter sich mit der Schaffung derartiger Freizeiten einverstanden; gewünscht wird außerdem eine Erfassung der nicht hündisch organisierten Jugendlichen, namentlich in den kleinen Gemeinden. Es wird beschlossen, folgende Anregung an den Berbandsvorftand zu geben: „Bon Zeit zu Zeit sollen etwa 30 bis 50 Jugendliche aus den verschiedenen Bünden, wenn möglich auch nicht organisierte Jugendliche, auf die Dauer einer Woche zu Freizeiten zusanrmengefaßt werden, für deren Kosten der Gemeindeverband im wesentlichen aufzukommen hat. Tie erste derartige Freizeit soll etwa zwischen dem 20. August and dem 10. September 1935 im Erholungsheim Oberrochwitz stattfinden. Sie wird vorbereitet von den Herren Dr. Wolf, Dr. WoSkin und Menuchim." Hierauf beuchtet Herr Dr. Eaalheimer über den Dresdner Antrag auf Schaffung einer Derbandsordnung zur Beaufsichtigung des Religionsunterrichts. Herr Schocken bezeichnet diese Arbeit als die vordringlichste, welche in der Kommission zu leisten sei. Es entspinnt sich zu diesem Punkt eine sehr eingehende Aussprache, in der Herr Dr. Woskin die Meinung vertritt, daß der Religionsunterricht in erster Linie durch eine gut organisierte Fortbildungsarbeit für die Lehrer verbessert lverden könne: Er spricht sich für die Abhaltung weiterer Lehrerfortbildungswochen aus. Herr Tr. Saalheimer regt neben den in größeren Zeitabftänden abzuhaltenden Fortbildungstagungen die regelmäßige Veranstaltung von Bezirkskonferenzen der Lehrer an, bei denen, wie dies auch in anderen deutschen Landesteilen üblich ist, sowohl aus dem Kreise der Lehrer selbst heraus Referate gehalten werden könnten, wie auch die Möglichkeit bestünde, andere Fachleute zuzuziehen. Es wird beschlossen, den Dresdner Antrag auf Schaffung einer Ordnung (— die Bezeichnung Beaufsichtigung wird als nicht dem Sinn des Antrages voll entsprechend fallen gelassen —) in der nächsten, für Anfang August in Aussicht genommenen Sitzung weiterzübehandeür, ferner de« Berbandsvorstaud vorzuschlagen: a) auf die regelmäßige Abhaltung von Bezirkskonferenzen der Lehrer hinzuwirken, b) möglichst noch während der Herbstferien in einem kleineren Orte eine Lehrer-Fortbildungstagung abzuhalten, die sich auf einen nicht zu großen örtlichen und fachlichen Bereich erstrecken möchte, o) für die religiöse und jüdisch-kulturelle Erfassung der in kleinen und kleinsten Orten wohnenden Juden, evtl, unter Mithilfe der Jugendbünde, Sorge tragen zu wollen und dazu seine Verbandsgemeinden zur Bereitstellung ' von Mitteln anzuhalten. Für die unter a und b genannten Aufgaben möchten Mittel des Verbandes zur Verfügung gestellt werden. Felix Goldmann-Gedächtnisbund zur Erziehung jüdischer Waisenkinder Das Andenken des verewigten Rabbiners Or. Felix Goldmann würdig zu ehrcn, der sich nicht nur um die Leipziger Gemeinde, sondem darüber hinaus für den Sächsischen Gemeinbeverband wie für das gesamte Judentum in Deutschland so bedeutsame Verdienste erworben hat, ist die Aufgabe, die sich der Felix-Goldmann- Gedckchtnisbunb gestellt hat. Jüdischen Waisenkindern, Voll- und Halbwaisen, soll durch eine sorgfältige Erziehung die Grundlage für eine gefestigte Zukunft gegeben werden. Es wird herzlichst gebeten, durch Zeichnung eines Stistungstmteils zur Verwirklichung dieses notwendigen und zugleich hochherzigen Werkes beizutragen. Anschrift: Leipzig: E 1, packhofsiraße 7. Vereinheitlichung des Haushaltwesen« bei den Gemeinden als Voraussetzung des innerjüdifchen Finanzausgleichs. Über dieses Thema, das auch auf der letzten Derbandstagung angeschnitten worden ist, finden sich interessante Ausführungen von Herrn Or. Ludwig Bahner, Berlin, in der Zeitschrift „Jüdische Wohlfahrtspstege und Sozialpolitik" Heft 3 (Mai/Zuni 1935). Sozialer Ausschuß beim Sachs. Israelitischen Gemeinöeverband Am 16. Juni tagte im Dresdner Gemeindeamt der Soziale Ausschuß des Verbandes. Es-erwies sich als eine glückliche Anordnung, den Ausschuß nicht wie in den letzten Zähren im Anschluß an die Verbandstagung zusammentreten zu lassen, sondern der gemeinschaftlichen Aussprache der jüdischen Sozialarbeiter Sachsens einen ganzen Tag einzuräumen. Diese bot denn auch den beteiligten Anregungen auf allen Gebieten ihrer Tättgkeit. Es handelte sich um eine ausgesprochene Arbeitssitzung, die mit kurzer Unterbrechung von 7*H bis 7*7 Uhr dauerte. An kurze einleitende Referate zu den verschiedenen Gebieten schlossen sich jeweils LinzelerSrterungen und Fragenbeantwortung an. Referiert wurde über Wanderfürsorge, insbesondere die praktische Handhabung der Binnenwanderfürsorge, über Wirtschaftshilfe, insbesondere produkttve Jugendfürsorge (Erstausbildung, Umsihichtung, Zugendalijah), Auswanderung und Kredithilfe, femer über aktuelle Fragen der Wohlfahrtspflege im engeren Sinne. Endlich, kamen die Angelegenheften der Sozialarbeit des Verbandes zur Sprache, d. h. die Arbeit der Landeswohlfahrtsstelle und di« sich durch die Erstreckung dieser.Stelle auf bas Gebiet der Wirtschaftshilfe ergebenen Organisatlonsfragem '-*■ Oie Sitzung stand unter der Leitung des Vorsitzenden der Lanbes- - wohlfahrtsstelle, Herrn Max Lesser. Oie Zentralwohlfahrtsstelle, der deutschen Juden hatte Fräulein Blank zur Sitzung delegiert.

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