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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1935-06-15 · 12 (15.6.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
11 (1935)
Issue
12 (15.6.1935)
Date
1935-06-15
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite S Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Nr 12 IV. Bericht über die Tätigkeit der Reschsvertretung. Mit Rücksicht auf die Tatsache, daß die Reichsvertretung in der Zitzung durch .Herrn Tr. Lilienthal persönlich vertreten ist, der nach der Mittagspause ein Referat üver die neueste Tätigkeit der Reichsvertretung erstatten wird, wünscht^ Herr Breslauer, Leipzig, die Zurückstellung seines Referates. Er behält sich vor am Rachmittag ergänzende Ausführungen zu denen des Herrn Tr. Lilienthal zu machen. Zn''diesem Zusammenhang wird ein soeben eingegangenes Telegrantm des Herrn Qberlandesgerichtsrat i. R. Tr. Reunteyer, München, verlesen, der bedauert, infolge anderweitiger ' Perhinderung an der Sitzung nicht teilnehmen zu können und namens der Arbeitsgemeinschaft der Süddeutschen Landesverbände den Verhandlungen des Verbandes einen gedeihlichen Verlauf wünscht. - _ V. Prüfung und Richtigsprechung der Haushaltrechnung 1934. Tie .Haushaltrechnung 1934 hat den Herren Wilhelm Breslauer und Samuel Hades, Leipzig, zur Prüfung Vorgelegen. Beide Herren haben sie mit dem Vermerk ..geprüft und richtig befunden" versehen. Ein Portrag des Zahlenwertes wird nicht gewünscht, worauf der Vorsitzende den Antrag stellt, die Jahresrechnung richtig zu sprechen und dem Vorstand Entlastung zu erteilen. Beides geschieht einstimmig. Hierauf wird die Sitzung aus 10 Minuten untcibrochen, um Gelegenheit zu einer Aussprache zu geben. Rach Wiedereröffnung,der Sitzung wird behandelt VI. Feststellung des Haushaltplanes 1935. Ter Verbandssyndikus Tr. Saalheimer trägt die einzelnen Positionen vor und erläutert die Ansätze. (Hegenübcr dem Etat des Vorjahres ergeben sich namentlich zivei Abweichungen. Tie weitaus größten Ausgabenposten stellen nunmehr die Beiträge an die Reichsvertrelung der deutschen Juden dar, die für das 1. Quartal nach einem Schlüssel von RM. 0,55:4, für die 3 übrigen Quartale nach einem solchen von insgesamt RM. 1.50 pro Kopf der jüdischen Bevölkerung Sachsens zu leisten sind. Ferner mußte die etatmäßige Bewilligung siir die Landeswohlfahrtsstelle erhöht werden, da künftighin mit einer starken Verminderung der Sondereinnahmen der Lan deswo-hlfahrtsstelle zu rechnen ist. Obwohl die Stelle neuerdings gleichzeitig als Landesstelle für Wirtschaftshilfe fungiert, wurden etatsmäßige Mittel für dieses Aufgabengebiet nicht vorgesehen, da Verhandlungen schweben, welche die Zuweisung eines bestimmten Kontingents aus zentralen Mitteln, evtl, auch die Abzweigung eines Anteils aus dem Sammelergebnis aus den sächsischen Gemeinden zum Gegenstand haben. ' *' Zm Rahmen des Perfügungsgeldes des Vorstandes wurde wieder ein Beitrag für die Sächsische Israelitische Lehrer Vereinigung und ein Berechnungsgeld für den Landcsaus schuß Sachsen der jüdischen Zugendverbände eingestellt. Außerdent wird nach kurzer Aussprache eine Zuwendung von RM. 150.— an die Hebräische Universität Jerusalem aus Anlaß des 10jährigen Jubiläums, sowie auf Antrag von Herrn Schocken, Tresden, ein Beitrag an den KerenKajemeth zur Rothschildaktion in Höhe von RM. 100.— beschlossen. Ter Vorsitzende gibt einen Beschluß des Perbandsvorstandes bekannt, wonach ein Rachtragsetat vorgelegt werden soll, sofern die Bewilligukig von Mitteln, insbesondere für Zwecke der.Jugendpflege, erforderlich werden sollte, die den engen Rahmen des noch zu Gebote stehenden Berfügungsgeldes übersteigen würde. Infolge der Erhöhung namentlich der Position Reichsvertretung und der Tatsache, daß die Rechnung gegenüber der des Vorjahres mit einem wesentlich verminderten Saldovortrag abschließt, haben sich die von den Verbandsgenieinden durch Unilagc zu leistenden Beiträge ivesentlich erhöht. Rach einer Aussprache wird hierauf der Haushaltpla» 1935, der auf beiden Seiten mit der Summe von RM. 42 200.— abschließt und eine durch Umlage von den Genieinden aufzubringcnde Suimne von RM. 40 SOG.— vorsieht — gegenüber dem Entwurf unverändert — cinstim mig angenommen. Tie Zahlung der Verbandsbeiträgc wird in der Weise geregelt, daß je 54 der nach Abzug der geleisteten Vorauszah langen noch geschuldeten Verbandsbeiträge am 25. 5., 25. 3. und am 25. 10. fällig wird. Tie Verbandsgelneinden werden um pünktliche Einhaltung dieser Termine ersucht, damit auch der Verband seinerseits seinen Verpflichtungen frist gemäß Nachkommen kann. VII. Festsetzung der Beiträge zur Landeskasse Sachsen für Jüdische Wanderfürsorge. Tie Zahresrechnung 11*34 der Landeskasse ist den Per bandsgemeinden bereits zugegangcn-. -Herr Verivaltungs direktor Katzcnstein berichtet, kurz über die Ausgaben der Kasse ini Jahre 1934. Ter Bedarf der Qrtskasse konnte zum Teil nicht unerheblich hinter dem des Vorjahres zurück bleiben. Kollegium beschließt einstiiitmig, die Rechnung der Landeskassc für Wanderfürsorge als genehmigt gelten zu lassen, ivcnil die-demnächst vorzunehmende illechnungS Prüfung keine Beanstandung ergibt, und die Beiträge auf 3 v. T. des Reichseinkommensteuersoll 1933 festzusetzen. In diesem Zusammenhang beantragt -Herr Max Lcsser als Vorsitzender der Landeswohlfahrtsstelle die Einberufung des Sozialausschusscs auf Sonntag, den 2. Juni 1935, &11 Uhr (die Sitzung mußte ittstvischen auf 16. 6. verlegt werden», nach Tresden mit der Tagesordnung: Wandcrfürsorge, All gemeine Wohlfahrtspflege und Wirtschaftshilfe. Er bittet, in erster Linie die Sachbearbeiter zu dieser Tagung zu ent senden. Kollegium beschließt demgemäß einstimmig. Vlll. Antrag der Gemeinde Tresden auf Schaffung einer Berbandsordnung zur Beaufsichtigung des Religionsunterrichts sowie Ergänzung und Einberufung der Unterrichtskommission. -Herr Tr. Saalheimer begründet den Tresdner Antrag eingehend, wobei er feststellt, daß Tresden damit bereits im Sinn der Ausführungen von Herrn Dr. Locbenstein die Ini kiative ^rr Behandlung von Fragen der Jugend und des Untervichts ergriffen, hat. Tie sich daran anknüpfcnde Aus spräche ergibt die Übereinstimmung, daß der Dresdner Entwurf für eine Verbandsordnung zur Beaufsichtigung des Religionsunterrichts der neu zu bildenden Kommission über wiesen werden soll, worauf er von der Tresdner Gemeinde für die heutige Sitzung ausdrücklich zurückgezogen wird. Herr Rabbiner Tr. Wolf, Tresden, spricht sich für die Abhaltung von alljährlich etwa vier Konferenzen aus, bei denen Rabbiner und Lehrer unter Zuziehung von Laien über die jeweils nachGestaltung drängenden Fragen beraten sollen. Herr Tr. L^ebenstein, Leipzig, stellt in längeren Ausführungen zur Erwägung, ob nicht infolge der in vielleicht absehbarer Zeit zu erwartenden totalen Erfassung der jüdischen Schul jugend durch die jüdisch Schule von vornherein die Tätigkeit der Kommission mehr der jüdischen Schule als denk Reli gionsunterricht zugewendet lverden müsse. Er sieht ein besonderes Aufgabengebiet in der von Leipzig bereits erfolg rnch aufgenomntenen Lehrerfortbildung und wünscht enge Zusammenarbeit mit Vertretern der Jugend selbst. Schließlich richtet er einen wannen Appell an die Gemeinden, in

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