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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1935-06-15 · 12 (15.6.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
11 (1935)
Issue
12 (15.6.1935)
Date
1935-06-15
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Mitteilungsblatt des Sächs. Israelittschen Gemeindeverbandes Derawworlllche Echrlstleiking: Leo Anschel, Dresden » Verlag: Fraelittsche Religionsgemeinde, Dresden - Druck: A. Snihnert, DreSd«i-A. Juni I Zfaac Lhanange, Annaberg i. E. | Am 5. April verstarb, 78 Jahre alt, der langjährige Vorstand der Israelittschen ReligionSgemetndeAnnaberg, Herr Isaak Ehanange, ein nach vielen Richtungen hochverdienter Mann. Er hat vor Jahrzehnten die Annaberger Gemeinde gegründet und einen großen Teil seiner Lebensarbeit ihr freudigst und htngebend gewidmet, hat allerdings bann auch den durch äußere l'mstände bewirkten starken Rückgang der Gemeinde mit erleben müssen. Sein vornehmes Wesen verschaffte ihm die Hochachtung aller Kreise, mit denen er in Äerührung kam. Lange Jahr« war er Stadtrat. Als Vertreter seiner Gemeinde im Gächs. Israelitischen Gemeindeverband nahm er regen tätigen Anteil an dessen Arbeiten. An seiner Lahre würdigte Herr,Lehrer Kahmann seine Persönlichkeit ln herzlichen Worten; außerdem sprach für seine Gemeinde Herr Lohn, Annaberg, für den Semeindeverband Herr Jos. Kahn, und für die Firma ein Prokurist derselben, alle in Worten höchster Anerkennung für sein ehrenhaftes, ebenso kiugeS und energisches, wie rechtliches und warmherziges Wesen. Zahlreiche Annaberger auS allen Kreisen der Sevölkerung gaben seinem Garge daS Geleit. Sein Andenken wird in der Geschichte der Gemeinde Annaberg und deS sächsischen Judentums nicht verlöschen! Musterung jüdischer Wehrpflichtiger Hierzu gibt die Relchsver.trelung der Deutschen Juden bekannt: ES sind Zweifel darüber aufgetaucht, ob jüdische junge Leute der ausgerufenen Jahrgänge (1914 u. 1915) verpflichtet sind, sich zur Musterung zu stellen, nachdem sie auf Grund deS $15 deS WehrgeseheS die Voraussetzung für den aktiven Wehrdienst nicht erfüllen. Diese Zweifel sind unbegründet. Auch I»den sind-nach dem Gesetz wehrpflichtig und als solche gehalten, sich.gemäß der Verordnung über die Musterung und Aushebung 1935, vom 29. Mai 1935, RSÄl. I s. 697 zur Musterung zu gestellen. Wir bitten, für eine entsprechende Aufklärung Gorge tragen zu wollen. 1935 Verbanbstagung -1935 Am Sonntag, den 19. Mai 1935 fand im Sitzungssaale der Dresdner Gemeinde die stark besuchte diesjährige Ausschußsitzung statt, deren Protokoll wir Nachstehendes entnehmen: I. Ter Vorsitzende, Herr Carl Goldschmidt, Leipzig, eröffnet uni XII Uhr die ordnungsgemäß anberaumte Ausschuß, sitzung des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes und stellt deren Beschlußfähigkeit fest. Cr erteilt dem stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn Max Lesser, Dresden,'das Wort zur Leitung der Sitzung. Herr Lesser spricht'zunächst ehrende Worte des Gedenkens für die seit dem letzten Zusammentritt der Tagung verstorbenen Mitglieder, Herrn l^cmeinderabbiner Dr. Goldmann, Leipzig, und Herrn Vorsteher, Stadtrat a. D. Chanange, Annaberg, während deren die Anwesenden sich von ihren Sitzen erheben. Er begrüßt sodann die Erschienenen namens der Gemeinde Dresden und heißt besonders Herrn Landgerichtsrat i. R. Dr. Liliienthal von der Reichsvertretung der deutschen Inden willkommen. Die Feststellung der Stimmberechtigung hat folgendes Ergebnis: Es sind stimmberechtigt: für Annaberg: —; für Bautzen: Herr Rieß; für Chemnitz: Herren Dr. Lappe und Kahn; für Dresden: Herren Lesser, Schocken und Weiger; für Leipzig: Herren Breslauer, Goldschmidt, zugleich für Herrn Dr. Goldschmidt, Hodes, Dr. Lehrfreund, Dr. Loebenstein; für. Plauen: Herr Goldmann; für Zittau: Herr Foerder; fiir Zwickau: Herr Stern; für die Rabbinerkonferenz: Herr Dr. Fuchs; für die Lehrcrvereinigung: Herr Kantor Jaffö. II. Neuwahlen zum Verbandsvorstand. Gemäß § 16 der Verbandssatzung ist der Vorstand für die Geschäftsjahre 1935 und 1936 neu zu wählen. Zu diesem Punkt wird die Sitzung vom Alterspräsidenten, Herrn Hodes, Leipzig, geleitet. ,. Herr Kahn, Chemnitz, beantragt Wiederwahl des bisherigen Verbandsvorstandes. Herr Katz, Zwickau, stellt den Antrag, diesen Punkt zurückzustellen. Herr Direktor Stern, Zwickau, erklärt, daß die Gemeinde Zwickau mit dem Antrag des stellvertretenden Ausschußmitgliedes Katz sich nicht identifiziert, worauf der Antrag Katz gegen 2 Stimmen abgelehnt und der Antrag Kahn bei 3 Stimmenthaltungen, rm übrigen einstimmig, angenommen wird. Es sind sonachfür 1935 und 1936 wiedergewählt die -Herren: Carl Goldschmidt, Leipzig, als Vorsitzender V. Max Lesser; Dresden, als stellv. Vorsitzender Hermann Schocken, Dresden, als Beisitzer. Die drei Herren nehmen die Wahl an. IH. Verwaltungsbericht. Der Verbandssyndikus, Herr Dr. Saalheimer, erstattet den Bericht über die Tätigkeit des Verbandes seit der letzten Tagung am 8. Juli 1934. Bei der sich an den Bericht anschließenden Aussprache wünscht Herr Dr. Loebenstein, Leipzig, eine noch stärkere Aktivierung der Verbandstätigkeit, besonders auf dem so wichtigen Gebiete der Jugendarbeit-. Herr Rabbiner Dr. Wolf, Dresden, nimmt diesen Gedanken aus und regt Kurse für sächsische Jugendführer an, Herr Stern, Zwickau, verlangt die Erweiterung des Aufgabengebietes des Verbandes, evtl, im Wege der Satzungsänderung. Die weitere Aussprache und Beschlußfassung hierzu wird bis zur Behandlung von Punkt VM zurückgestellt.

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