Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 9 (1.5.1935)
- Date
- 1935-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Sette 2 Nr. - Gemeindeblatt der Israelitischen Neligiontgemeiade Drelden Fassen wir diese Untersuchung zusammen, dann lautet ihr.Ergebnis: Feder bete in seiner Weise, niemand schließe sich mutlos aus? Gott versteht alle Sprachen und kennt jedes Herz und sein Bedürfen. Wenn unsere Synagogen von Scharen andächtigster Beter gefüllt sein werden, bann übersieht und überhört Gott keinen aus unserer Mitte, und daL allen bekannt« Wort findet Erfüllung: „Höre unsere Stimme, Ewiger unser Gott, sei gnädig und erbarme Dich unser; nimm in Barmherzigkeit und Wohlgefallen auf unser Gebet;" (Aus dem Berliner Gemeinbeblatt vom 21. April 1935.) Eröffnungsfeiern - für die jüdische Volksschule Dresden Da* ernste und tief einschneidende Ereignis der Eröffnung der Dresdner jüdischen Volksschule sah ein« große, aus allen Kreisen unserer Gemeind« zusammengesetzt« Versammlung bei der Eröffnungsfeier in den Bäumen der Fraternitasloge, Moritzstr. l b am 23. April, vorm. 10 Uhr. Nachdem ein segnende; .Mischeberach" für die neue-Institution, Lehrer und Schüler, vonherrn Kantor halmo; vorgetragen worden war, begrüßt« der verdienstvolle Vorsitzende de; Schuloereins, Herr Alfred Zischl, alle.die erschienenen Abordnungen, Ellern sowie Freunde der Schule und richtete einen warmempfundenen Dank an all«, die durch ihre Unterstützung und Förderung mitgeholfen haben, da; hohe Ziel zu erreichen. Weiler unterstrich er, daß diese Schule jenseits aller Richtungen und Gemeinüeparteien stehe und alle jüdischen Kinder gleichermaßen betreuen solle. - Al; geschäftsführender Vorsitzender des Vorstandes der hiesigen Israelitischen Religionsgemeinüe übe,brachte als erster Herr Mar Lesser die wünsche der Gemeind« für da; Gedeihen des Werkes^ da; als ernst« und zukunstsooile Aufgabe auch von der Gemeinde nach Kräften und zielbewußt gefördert werden würde. Herr Dr. Manfred Saalheimer gab da; Intereff? de; gesamten Sächs. Israel. Gemeindeoerbande; an dieser Schulgründung kund und konnte überdies den Auftrag erfüllen, die Glückwünsche der Israel. Lehrerbildungsanstalt Würzburg zu überbringen. ~ Für die Reichsoertretung der deutschen Juden sprach Herr Dr. Friedrich vroüniy (Berlin) und betont«, daß solche schöpferische Taten wie Schulgründungen von der Reichsvertretung als positive Leistung zur Erhaltung der Substanz des Judentums hoch begrüßt würden. Nach dem frischen Auffagen zweier Gedichte von künftigen kleinen Schülern ergriff der gewählte Schulleiter unserer neuen jüdischen Volksschule, Herr Alfred Schäler, da; Wort und legt« in seiner menschlich schlichten, verantwortungsbewußten Art noch einmal die Hauptgesichtspunkte dar, nach denen diese Schule als deutsche Volksschule geleitet werden würde mit ihrem gebundenen Lehrplan und ihrer Unterstellung unter die öffentliche Schulaufsichtsbehörde, aber zugleich mit ihrer stark betonten Aufgabe, die ihr anvertrauten Kinder zu lebenstüchtigen Menschen für unsere Seit zu erziehen und sie mit allen aufbauenüen Kräften im Judentum in feste innere Verwurzelung zu bringen. Mit Goethes edlen Versen „wir halten, wir tragen im Wandel der Seiten da; Erbe der Väter, das ew;ge Gut. wir schöpfen au; Glauben, aus Leiden und Streiten, die dauernde Jugend, den schaffenden Mut." schloß?chulleiter Schäler diese würdige offizielle Feier, und man begab sich zur weiteren Einweihung in die Schulräume selbsi, die Seughausstraße l, I. in günstig gruppierten Lokalitäten gelegen find. In der großen Diele — mit der Aussicht auf den altehrwürdigen Synagogenbau Gottfried Sempers — hatten sich alle Schüler, Eltern und Freunde versammelt und wurden von dem jubelnden halleluja von Hummel begrüßt, das Kantor paglin, begleitet von Frau Loa Büttner, sang. Dann hielt Herr Rabbiner Prof. Dr. wintet eine Festrede, di« reich an fesselnden historischen Rückblicken bi; in die Gründungszeit unserer Gemeinde war; weiter rühmte erden Bildungs- «ifer innerhalb der jüdischen Jugend als eine hoch zu wertende Überlieferung und —wies auf den heiligen Brauch der weihe des Hauses hin. Anschließend vollzog unter Segenssprüchen lvberkanlor i. R. Hosstein diese weihe durch Anschlägen der Mesusah und ließ noch «inen schön gewählten Psalm in meisterlichem Improoisation«- gejang« folgen. Herr Schulleiter Schäler entbot alsdann den willkommensgruß und wünschte einfach und herzlich, daß die Schüler sich hier bald ganz heimisch fühlen möchten und baß er bei Eltern und Schülern volle« vertrauen genießen möge. Dann führte er zur schulischen Arbeit bereits durch eine Reihe technischer Mitteilungen über. Den Beschluß machte Kantor paglin; stimmungsvoller Gesang einer sehr gut hierher paffenden Komposition Hofsteins „hamaloch hagoel.. und dieser gleich« Wunsch beseelte alle Anwesenden: Daß «Engel Gotte; dies« Knaben und Mädchen behüten mögen" und Gottes Segen dieser neuen Schule zugewandt sei! E. B. * t Dankgebet Und war' ich nichts als eine Wand, die — unscheinbar Tag für Tag und Jahr um Jahr Deiner Stimme Echo war, im Widerklang Dich weithin trug — es war’ genug. Und war' ich nichts als eine Hand, die — unmerkbar Tag für Tag und Jahr um Jahr Deines Willens Werkzeug war. als kleiner Trost sich weithin trug es war' genug. Und war’ ich nichts als nur das Land, das — unsichtbar Tag für Tag und Jahr um Jahr zwischen Dir und vielen war die Brückei die sie zu Dir trug — es war’ genug. Und war’ ich nichts als Körnlein Sand, das — unscheinbar Tag für Tag und Jahr um Jahr ein Teilchen jenes Bodens war. der Deines Reiches Same trug — es war' genug. Anna Joadiimslhal-Sdiwabe. i 4 eiswerte Lebensmittel /Weine, Tafaakwarei Feinkos