Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 4 (15.2.1935)
- Date
- 1935-02-15
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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S«ite 6 Nr. 4 Gemeindeblatt der Israelitischen ReligionSgemeinde Dresden ■-.v Ginfoniekonzert -es Berliner Kulturbund,Orchesters , Ein beglückende; und hinreißend«; künstlerische; Erlebnis! Franz Schubert; große L - vur - Sinfonie bildete den Höhepunkt de; Konzerte;, von Generalmusikdirektor Rosenstock mit einer dithyrambischen ■* Freude an dem Schwung und der Melodienfülle dieser Musik dirigiert. Sein« 42 liünstler folgten ihm mit einer solchen Hingerissenheit, daß un; jene himmlisch« Länge' (Ausdruck von Robert Schumann, der _ da; Werk 10 Jahre nach Schubert; Tod« unter hinterlassenen Papieren bei einem Besuch in Wien zufällig fand!) zu rasch vorüber schien, »Hier lauscht alle;, al; ob ein himmlischer Gast im Drchefter herumschliche' — diese; Schumann-Sitat möchte man statt jeder Kritik wiederholen. vorher hatte der ausgezeichnete Konzertmeister Willy Frey ein Mozart-Violinkonzert mit großer Intensität de; Ausdrucks und seinem schönen Geigenton gespielt, von Rosenstock mit dem Drchefter entzückend begleitet, und al; Eröffnung de; Konzerts war Beethovens schicksalsschwere Egmont-Guvertüre gewählt worden. E. v. Siegfried Lewinsky Staatsschauspieler i. R. liest SonnaDend. den 23. Februar 143», im Kleinen Saal der Kaufmannschaft ostjüdisch«. Dichtungen. Lewinsky ist im November 1404 von Sr. Exzellenz Graf Seebach und dem Geheimen Hofrat Vr. Seiß an da; Königliche Schauspielhaus »in Dresden engagiert worden. Sein Kontrakt ist am öl. Rugust v. I;. zu Ende gegangen und auf Grund der Nichtarierbestimmungen nicht wieder erneuert worden. Rezitation ist sein« besondere Begabung. Er hat in den 25 Jahren, die er hier lebt, besonder; in jüdischen Kreisen Gelegenheit gehabt-fie zu beweisen. Hinweis: Heute Sonnabendden 16. Februar, abend« 6.15, veranstalten im Saale Harmonie, Landhausstraß« ii: Grete Anschel-Hofstein und Walter Goldman« unter Mitwirkung von Paula Lindberq ein Konzert aut 2 Klavieren Au« dem Programm: Joh. 6«b. Dach, Mozart, Reger, Eyrill Scott. 3oh. Sttauß Werke für 2 Klaviere. Paula Lindberq singt u. a. Lieber von Phil. Em und Joh. Seb. Dach, Rathqeber. Jos. Haydn, von Franz Schubert u a. Astmocht, Rastlose Liebe. Diese« Konzert steht unter dem protettorat der Jüdischen Künsilerhilfe. Vereinsnachrichten > I. T. S>. D. Dar Kochba Am 14. Januar fand vor 200 Mitgliedern in den Räumen des Makkabiheims eine Generalversammlung statt. Or. Rosenbaum begrüßte die zahlreich Erschienenen und gab sodann Sportwart Jose- Rittberg das Wort. I. Rittberg gab einen umfassenden Bericht von der Arbeit der einzelnen Spottabteilungen im verflossenen Jahr. Der Verein hat jetzt einen Mitgliederbestand von 500 Mitgliedern, und bestehen folgende Abteilungen: Leichtathlettk, Jiu-Jitsu, Fußball, Handball, Turnen, Boxen, Fechten, Ski, Tischtennis, Schach. Anschließend erstattete Mansbach einen Kassenbericht. Es würde dann unter der Leitung von Or. Rosenbaum ein neues Präsidium gewählt, dem noch ein Beirat zur Seite^steht. Dem Präsidium gehören folgende Leute an: ' Vorsitzender: Or. Artur Rosenbaum, Spottwart: Joses Rittberg, Kassierer: A. Mansbach, Schttstführer: Georg Gerson. * Oie Anschrift der Geschäftsstelle lautet: Georg Gerson, OreFden-A., Sachsen-Allee 5,2. Tel. 10552. 1 Zum Schluß hielt Fredy Hirsch in temperamentvollen Wotte ein Referat über die Bedeutung der Makkabiah 1435 in Tel-Aviv Jüdischer Jugendbund vresden ‘ _ Dienstag, den 14. Februar 1435, Rabb. Vr. Wolf: Rlaimonides- Syklus. 1. Übend. Dienstag, den 26. Februar 1435, Prof. vr. w. vlumenfeld, Professor an der Eechn. Hochschule vresden. Vortrag: Grundlagen der modernen Lharakterforschung. ’ Dienstag, den 5. März 1435, Rabb. vr. Wolf: Maimonides-Ayklus. 2. Übend. Beginn pünktlich 4 Uhr. Gäste, auch zu den Freitag-Übend-Feiern, willkommen. Sportverein Schild Zn die Tischtennisabteilung, welche Montag nachmittag; und abend« im Gesellschaftsbaus Blumenstraße 3spielt, werden noch Mitglieder ausgenommen. Ebenso werden Interessenten für eine Tennisabteilung im Sommer um umgehende Meldung in der Geschäftsstelle Lliasplatz 1 gebeten. Berufstätige und alleinstehende vamen Einen außerordentlich kenntnisreichen und fesselnden Vortrag hielt in der am 3. Januar fiattgehabten Veranstaltung Frau Or. Eva Stein über »Jüdische Frauenarbeit*. Sie gab einen Überblick über die vom jüdischen Frauenbund geschaffenen sozialen Einrichtungen: Kinderfürsorge und Kinderheime, Mittelstandsfürsorge, Küchen, Berufsberatung, Altersheime; weiter über die geistigkulturelle Arbeit: Erziehungsfragen u. a. Besonders wettvoll waren / ihre Hinweise auf die^ Aufgaben, die heute jeder Jüdin obliegen, wenn sie zur Stärkung des Judentums beittagen will. Als Lokalaufgaben wurden von ihr die Arbeiten für die Jüdische Winterhilfe, für »Hilfe und Aufbau*, die Pfund-Sammlung u. a. behandelt. Rächst« Veranstaltung am 28. Februar: Musikalischer Abend, Kantor: Paglin, Begleitung: Frau Prof. Eva Büttner. b. Oie Zionistische Ottsqruppe teilt mit, daß sie in der Zeit vom 3. bi; 10. März ein« paläftinawoche veranstaltet. Sie bittet, diesen Termin nach Möglichkeit nicht durch andere'Vereinsveranstaltungen zu belegen. Felix Soldmann-Gedächtnisfeier in der Leipziger Synagoge Der Landesverband Mitteldeutschland und Drtsgruppe Leipzig.de; T.-v. hatten anläßlich der Velegiertenversammluna de; Landesverbandes zu einer Felix Goldmann-Gedächtnisfeier zu Ehren de; dahingegangenen Rabbiner; vr. Felitz Goldmann in der großen Synagoge Gottlchedstraße nach Leipzig eingeladen, die sich unter Teilnahme von mehr als tausend Menschen eindrucksvoll gestaltete. Zn der feierlich geschmückten Synagoge hatten die deutsch-jüdische Jugend in Tracht und mit Wimpel und Ehargiette des Ültherrenverbande; de; K. E.-Saxo-Vavaria in Couleur auf dem Ültar Aufftellung genommen. Rach Gryelspiel von ülfred Simon, Leipzig und Gesang von Dpernsänger Emil Fischer, Weimar hielt der Vorsitzende de; T.-v. Justizrat vr. Vrodnitz, Berlin di« GedächMisansprach«, in der er ein Lebensbild de; verewigten entwarf, der durch starke Hingabe an den deutsch-jüdischen Gedanken und ein ausgezeichnete; Gerechtigkeitsgefühl, sowie durch starkes soziales Epzpfinden ausgezeichnet gewesen sei. Rach ihm ergriff der Syndikus de; E.-v. Or. Ülfted Hirschberg. Berlin da; Wort und zeigte die geistige Grundlage deutsch-jüdischen Dasein; bei Felix Goldmann auf. Er gab von dem starken, literarischen Schaffen Goldmanns Kenntnis und vermittelte der Gedächtnis-Vettammlung ein Bild von dem starken wirken des deutsch jüdischen Führers. Gesang und Drgelspiel beendete die im würdigsten Rahmen verlaufene Feier. Jüdischer Schulverein e. V. üm 30. Januar 1435 fand ein Elternabend statt, welcher der üuksprach« mit den Eltern der Schüler üver die Ausgestaltung der jüdischen Schul« in vresden diente. Der Letter der Schule, Herr virektor Ülfred Schäler, führte über da» Thema: »Ziel und Aufgabe der jüdischen Schule' folgendes aus: * Unsere jüdischen Kinder wachsen in einer die seelische Existenz nicht fördernden Umwelt auf. Erschütternd wirkt dabei die elterliche Hilflosigkeit, die um so deutlicher wird, weil die Situation oft noch durch eine völlige Fremdheit der Eltern gegenüber dem Judentum und allen pädagogischen Fragen erschwett wird. Rur eine Besinnung auf da; Judentum sowie ein Hervorkehren jüdischer Elemente, selbst wenn sie den Eltern nicht mehr vertraut find, ermöglichen die Lösung der Erziehungsftagen zugleich für Eltern und Kindern. Lange Seit gab es ein Problem der jüdischen Erziehung bei un; nicht, vie jüdische ' Erziehung fiel mit der deutschen völlig zusammen. Auf da; spezifisch Jüdische wurde verzichtet zu Gunsten einer allgemeinen' liberalen Ethik. Run steht aber seit etwa zwei Jahren da; jüdisch« ErziehunKproblem al; ein um so brennendere; Rotproblem vor uns. vie Hauptschwiettgkeit besteht darin, daß wir anthropologisch al; Juden gelten, aber kulturell keine Juden sind. vie Erziehung de; Kinde; erfolgt durch Umwelt, Schul« und Llternhau;. Die Umwelt ist ein viel stärkerer Faktor geworden al; früher, va; Judentum wird dem Kind von der Umwelt als ettya; Regatives, Abttägliche; zum Bewußtsein gebt acht. Zn der allgemeinen Schule «ttährt Pa; Kind im Unterricht von Geschichte, Gesang und Deutsch, den sogenannten Gefinnungsfächern, daß e; in einer Welt lebt, di« gar nicht die sein« ist. E; ist «in alter Glaubenssatz, der heute wieder besonder; stark betont wird, daß jede Seit ihre eigen« Schule hat. Dadurch wird die Schul« gleichzeitig Gestalterin der Sukunst, denn