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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1935-02-15 · 4 (15.2.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
11 (1935)
Issue
4 (15.2.1935)
Date
1935-02-15
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 4 Gemeindeblatt der Jsraeltttsche« fteltgtonßgetnetwbe See Iben Seit« 5 » fr Mitteilungen Über Dresdner Jüdische Kulturveranstaltungen Jüdische HiUtsUeeUUfe dcesdcH Kulturveranstaltungen 1934/1935 Donnerstag den 21. Februar 1935 abends 8.15 Uhr im Großen Saal der Dresdner Kaufmannschaft Vortragsabend Rabbiner 4 Dr. Joachim Prinz Brücken zur biblischen Welt Eintrittskarten zu RM 2.—, 1.50 und 1.— Im * Gemeindeamt, Theaterkasse Reka und Buchhandlung Strauß. Jugendkarten zu RM —.50 durch die JugendbOnde, an der Abendkasse nur gegen Vorzeigung der Mitgliedsausweise der Bünde. Kantoraler Abend Man war nicht ohne Bedenken zu diesem von der „Jüdischen Künstlerhilse* veranstalteten Kunstabend im Gaal der Kaufmannschaft gekommen, dessen Programm hauptsächlich Ehasonus und moderne Synagogenliturgie anzeigte. Denn das echte „Sinken und Gagen* des Ehasan erfordert die Weihe des Ortes und die Gemeinde, als deren Abgesandter - „Sch'liach zibbur* - der Vorbeter betend fingt. Im Konzertsaal erinnert man sich leicht des bösen Wortes über den jüdischen Kantor als „eines Gemenges von Opernsänger und Pfaffe* und fürchtete überdies die Profanierung der Gebetstexte. Auch wir heutigen Juden fühlen als Erbteil von zahllosen Generationen noch die Scheu, den heiligen Gottesnamen außerhalb des Gebetes auszusprechen, - ein nur uns Juden eigener religiöser Zug, der als Zeichen einer tiefsten Verwurzelung im Llnterbevzußtsein nicht abgestumpft werden sollte! Wenn trotzdem der Abend in gehobener Stimmung verlief, so war daö dem reinen Wollen aller Ausführenden zu danken, die die Zuhörer für diese gottesdienstliche Musik werbend gewinnen wollten. Man trug die Gesänge bedeckten Hauptes und mit entsprechenden Textänderungen vor; freilich blieb das Beifallklatschen des Publikums nach den Gebeten (z. 25. „W'hogen baadenu* oder „Al taschlichenu* aus der Iomkippur-Liturgie u. a.) doch peinlich. Als Ehasan war in letzter Stunde der Berliner Kantor M. Lewandowsky gewonnen worden für den erkrankten Berliner Kantor Magnus Oavidsohn (der wiederum ein Ersah für dev erkrankten Münchner Kantor Neu sein sollte). Zeigte schon der Dortrag der synagogalen Gesänge (auf Vertonungen von Meisel, Heller und Louis Lewandowsky) eine sehr Verständnis- und gemütvolle Verbundenheit mit dem Inhalt, so erlebte man bei Lewandowskys freier Improvisation, u. a. auf Iehuda Halevys Zionslieb „Im r'zaun*, den vosten Ernst eines Bhapsodentums, das der Berliner Ehasan vielleicht von seinem berühmten Hamburger Lehrmeister Ioffele Nosenblatt (bei dem er in seinem 6. Lebensjahre als Sängerknabe anfing) übernommen hat. Er sang dann noch zwei weltliche hebräische Gesänge, von denen die Bialiksche Hymne an die Geliebte „Hachnifint* besonders eigenartig gefühlsstark in der Vertonung des Londoner G. Alman wirkte, und zwei deutsche geistliche Werke, darunter eine eigene Komposition „Oie Äerufung des Ieremia*, - ein dunkel-schwermütiges Tongemälde. - Schuberts „Allmacht* gelang ihm weniger gut. Oie Begleitung am Klavier spielte mit schlichter Einfühlung und Überlegenheit der grundmufikalische Or. Willy Aron (z. Z. Berlin, - ein anerkannter deutscher Opernregisseur). Vielleicht hätte der Harmoniumklang als Begleitung noch feierlicher gewirtt. -» Geistliche Gesänge in deutscher Sprache steuerte die hier kürzlich gewürdigte stimmschöne Dresdner Mistin Herta Mauter-Falk bei: außer Ovoräks Biblischen Liebem noch den edelen -133. Psalm unseres Dresdner Oberkantors Hofstein und das aufwühlende „Seelenlied* von Schallt., - Als Einleitung und Beschluß des Abends - in dem es auch an reichen Zugaben nicht fehlte - trat zum ersten Mal der Ehor des Gemeindegottesdienstes „nach altem Nitus* vor die breitere Öffentlichkeit, wobei sein Leiter, Kantor Halmos, zugleich die kantoralen Soli sang. Oie Besucher waren aufs Freudigste überrascht, hier einen aus schönen Knaben- und Männerstimmen gemischten Ehor, sehr musikalisch einstubiert, zu hören, der die liturgische Durchführung des Gottesdienstes ohne Orgel ermögficht. Das „Boruch adoschem bajom* vom Alman verbreitete in dieser Wieder gäbe durch den Text und Stil der Musik voll beherrschenden Ehor eine besonders fromm-weihevoste.Stimmung, die noch gehoben wurde von dem echt traditionellen Betgesang des Ehasan Halmos (der auch gewisse östliche Eigentümlichkeiten, wie die hohe Falsettlage der Stimme bei besonders sphärenhaft anzudeutenden Stellen beherrscht). Schließlich seien auch noch die Vorträge des unter seiner gewissenhaften Leitung stehenden gemischten Iugend-Ehores „Misrachi**) erwähnt, dessen frischer Stimmjubel besonders in dem „G'u scheorim* und in dem „Hällelujah* zur Geltung kam. E. B. *) (Es fei hier auf die Bundesfeier des „Misrachiam 24. März im llrianon hingewiesen, wobei eine größere Zahl der Lhöre zur Rusführung kommen sollen. Siegfried Lewinsky Staatsschauspieler i. R. liest am Sonnabend, den 23. Februar 1935, abends 8 Uhr im kleinen Saal der Kaufmannscha t Volkstümliche Geschichten von Schalom Asch und J. L. Perez Zum Schluß: die Szene des „roten Itzig“ aus dem Drama „Der Graf von Charolais“ von Richard Beer-Hollmann. 1. Platz 2 RM. 2. Platz 1 RM, 3. Platz tilr jugendliche und Erwerbslose 50 Pfg. Vorverkäufen der Buchhandlung Strauß (Waisenhaus&traße) und an der Abendkasse •>••• •tSSSSSSSMSSStS ••■SSSSiSSeMNMNMd ■ ssssasss «SSSHSSSSSSSSMSStSSSSISSIH»«—SWW j Das$üUceHde7xu*^ICa&MettDcesdens! Täglich nachmittags und abends das große Programm Nachmittags Eintritt frei / Kein Gedecku. Weinzwang! Lss5Sssssss**s::u!w Waisenhaus«'raBe / Telefon 22944

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