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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1935-01-15 · 2 (15.1.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
11 (1935)
Issue
2 (15.1.1935)
Date
1935-01-15
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr 2 Gemeindeblatt der Israelitischen ReligionSgemeinde Dresden vor allem die Hilfe von Mensch zu Mensch, die seelische Hilfe in Not, die Betreuung des jüdischen Menschen durch den jüdischen Pfleger und Helfer, von denen hunderte in den vergangenen Jahren in ehrenamtlicher Mitarbeit an dem Aufbau der Fürsorgebehörden ihrer Gemeinden im sog. „Elberfelder System" mitgearbeitet und Wert und Technik dieser Arbeit kennengelernt haben. Nun können sie sie innerhalb der jüdischen Wohlfahrtspflege, die ergänzend und nicht selten au ausschließlich helfend eintreten muß, auch in Formen von Nachbarhilfen, von Patenschaften usco. verwerten. (Neben den ehrenamtlichen wird man aber, insbesondere in den Großstädten, der fachlich geschulten Kräfte nicht entraten können. Ihre Kenntnisse werden - gerade im Interesse der sachlich richtigen Verwendung der nur sparsam zur Verfügung stehenden Msttelbesonders nutzbringend verwandet werden können.) Hier bietet sich für den >m Lande verbleibenden weiblichen jüdischen Nachwuchs manche Berussmögllchkeit, in geringem Umfang als Fürsorgerin (wobei eine staatliche Anerkennung nicht mehr möglich sein wird), aber als Hauepflegerin, da die Hauspflege an Stelle der teuren Heimunterbringung in der Alterssürsorge ständig wachsende Bedeutung haben wird, oder als Hauskrankenpflegerin, an denen ebenso wie an Krankenschwestern allgemein beachtlicher Mangel herrscht. Eie alle werden in den nächsten Dezennien, in denen die „Alten" das Gesicht der Iudenheit in Deutschland bestimmen, hier dringend benötigt und aUssüllende wichtige Sozialarbeit leisten könenn. Aus der Gesamtlage heraus ergibt sich überdies die Notwendigkeit der Bereitstellung von Alters-und Siechenheimen in größerem Ausmaß als seither. In einzelnen Städten verfügt man bereits über solche Einrichtungen. In manchen Orten ist Angliederung an bestehende Krankenhäuser möglich. Überall liegen die Verhältnisse verschieden; es ist indes vor Inangriffnahme von Neubauten oder Einrichtung neuer Anstalten größte Überlegung - auch Verbindung mit der Zentralwohlsahrtsstelle im Sinne der Anstaltsplanung (Zusammenlegung geeigneter Anstalten, Verwendung entbehrlich gewordener Gebäude) - geboten, da erwiesenermaßen nicht seilen das an einem Ort auftretende augenblickliche Bedürfnis, wie die Statistik ergeben wird, in verhältnismäßig kurzer Zeit nicht mehr vorhanden sein wird. Dabei besteht die Verpflichtung, dem Beltreben der älteren jüdischen Landbevölkerung, in den 23 an£b<tti0 öebr.NrnholS VresüenSerltn ««0r4»6ct J$94 Dresdner ^auptgetöAft: Ivatfenhausstraße 16*22 berliner Sau»: £*rltn w 6 JVbrenftra^f 02*63 Kostenlose Beratung in allen Hypotheken u. Srundstück»anqeleqenhciten größeren Städten des Bezirkes eine Heimstätte, zu finden, Rechnung zu tragen. Weiter ist man nicht selten geneigt - wenigstens war das noch vor kurzem der Fall - zu teuer „neben die Not" zu bauen und nachher den Insassen Pflegesätze als Entgelt für Verpflegung und Bauamortisation abzunehmen, die zu hoch sind und die diese auf die Dauer nicht tragen können. .Man muß sich hüten, hohe Investitionen oder Umbauten zu machen, die naturnotwendig schließlich zu einer Oauersubventionierung durch die zuständige Kultusgemeinde oder zur Oauergefährdung des Heims führen müssen. Oie Wohnheime, wie man sie in einigen Städten Eüdwestdeutschlands errichtet hat und die an die Gewohnheiten -MM vorkriegsmäßigen Wohlstandes - in Ausstattung, Beköstigung und Bedienung - anknüpfen, werden in dieser Form nicht zu halten sein. Sehr viele Bewohner solcher Heime werden froh sein, wenn sie an Stelle des „letzten Komforts" mit hohem pflegesah ein bescheidenes aber gesichertes Dasein in kleinen Näumen mit 2 bis 3 Betten, die den Krankenhäusern der 2. und 3. Klaffe entsprechen, und einfacher Kost bei höchstens 3. - NM pflegesah erhalten, dafür aber die Gewißheit haben, daß sie die Kosten hierfür dauemd aufbringen können. Darauf ist bei Neuerstellungen ernstens Bedacht zu nehmen, will man den alten Leuten ihre letzte. Hoffnung, ihr Asyl im wahrsten Sinne des Wortes, wirklich sichern und erhalten. (Gekürzter Abdruck aus dem November, Dezember-Heft 1934 de'' Zeitschrift der Zentralwohlfahrtsstelle für „Jüdische Wohlfahrtspflege Znb Sozialpolitik"). . Chamischah assar b’schwat Oer 15. Echwat ist das Neujahrsfest der Bäume. Während bei uns eisige, schneldende Winterkälte herrscht, hat in Palästina die Negenperiode ausgehört. Oie Natur erwacht zu neuem Leben. Der Frühling kehrt ins Land ein. Dieser Tag des Beginnens des Wachstums wurde in alter Zeit gefeiert, aber nur'spärliche Neste haben sich bis in unsere Zeit im religiösen Brauch erhalten. In vielen Familien lst es noch heute üblich, am chamischah assar b'schwat allerlei Südfrüchte zu essen, möglichst 1.5 verschiedende Sorten. In diesem Jahre fällt der 15. Echwat auf einen Sabbat, auf den 19. Januar. Wir können daher unseren Kindern leicht eine besondere Freude durch Wiedereinführung des alten Brauchs bereiten. In Palästina ist chamischah assar seit einigen Jahren wieder zu einem schönen Festtag.für die Kinder geworden. Ein sinniger Berichtigung! Der Leitartikel unserer vorigen Nummer „Eine neue Bibelübersetzung" enthält einen unliebsamen Satzfehler, den wir hierdurch richtig stellen. Oer Titel der neu erschienenen Bibel ist falsch angegeben. Es muß richtig heißen: „Die soeben erschicnme „Heilige Schrift", herausgegeben von Harry Torczyner, Bänd l „Das Fünfbuch", verdeutscht von Hermann Schreiber (Verlag von I. Kauffmann, Frankfurt, Ausgabe der Jüdischen Buchvereinigung Berlin) . . ." Brauch hat sich eingeführt. Oie Schulkinder ziehen mit ihren Lehrem vor die Städte und Siedlungen und pflanzen junge Bäumchen in die alte Erde. Oie Jugend bekurtdet dadurch ihren Willen das jetzt noch fast baumlose Land wieder aufforsten zu helfen und ihren Teil beizutragen am Aufbau und an der Gesundung des Landes, ünd so manches Wäldchen in Erez Israel mit heute schon stattlichen Bäumen ist einst von kleinen Kinderhänden gepflanzt worden. Zum „Neujahrstag der Bäume", sei es gestattet, insbesondere unserer Jugend, etwas von den „Bäumen in Palästina" zu erzählen: „Wenn jemand im Flugzeug über ein Land segelt, so sieht er, wie wenig Naum eigentlich die Dörfer und die Städte, die einem so groß Vorkommen, einnehmen. Eie sind nur kleine Punkte zwischen weitgedehnten Feldem und Wiesen und Wäldern, und manchmal kommen bewaldete Berge. Blickt man vom Flugzeug aus Palästina hinunter, so sieht man nur wenige Ebenen mit Wiesen und Feldem, aberein Meer von Bergen und dazwischen ganz selten grüne Inseln, einen Wald. Als die Juden von den Nömern aus Palästina vertrieben wurden, da nyirden auch viele Wälder zerstört, und waS übrig blieb, verfiel in den 2000 Jahren, in denen das Land ohne sein Holk dai lag. Verschiedene Völker marschierten auf ihren Kn'egszügen durch Palästina und holzten die Wälder ab. Am schlimmsten hausten die Venezianer, die, da es keine Besitzer gab, die Wälder auSrodeten und die Baumstämme verkauften. Es lebten nur ganz arme

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