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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1935-01-15 · 2 (15.1.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
11 (1935)
Issue
2 (15.1.1935)
Date
1935-01-15
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2 Gemeiabeblatt der Israelitischen Neligtonlgemetnde Dresden Lette S Menschen irt diesem zerstörten £<m6e, und sie rodeten schließlich, auch die Saumfiümpfe und die Wurzeln aus, um ihre lösen Heizen zu können. Aber die Wurzeln der Säume an den Äerghängen haben die Eigenschaft,, die Erdkrume zusammenzuhalten, und qjs die Wurzeln fehlten, da vertrocknete in den heißen Gommern der Humusboden zu Staub. Oie Winterwinde trieben diesen Staub in alle Dichtungen, und was übrig blieb, wurde in der Regenzeit weggewaschen, Und so stehen heute die Serge Palästinas nackt und kahl da, und Palästina ist ein Land ohne Wald geworden. Nun darf man nicht glauben, daß ein Land ohne Wald leben kann. Oer Walbboden hält das Negenwosser fest wie ein Schwamm, die Tropfen sammeln sich den Hang hinab zu Wassermengen, die schließlich als Quelle irgendwo heworsprudeln. Als Palästina keinen Wald mehr hatte, wurde es arm an Bächen und Fussen. So wurden auch in der Ebene die Felder, unbrauchbar, bis schließlich das Land eine Wüste geworden war. Und wie war im Altertum Palästina reich an Säumen! Man sieht bas noch seht an den kümmerlichen Überresten. Oie wunderbaren Zedern, aus dmen das veiligtum gebaut worden war, hat es auch damals schon nur in Norden, besonders auf dem Libanon gegeben. Aber verwandte Arien, wie die Zypressen, müssen reichlich vorhanden gewesen sein. Es gab Eichen, Tamarisken und Steinfichten und verschiedene Pinien-Arten. Aus der _ Bibel sehen wir, daß es unzählige Fruchtbäume gegeben haben muß, vor allem den Olbaum mit seinen silberglänzendeir Slättem und den Olivenfrüchten, die ein Hauptnahrungsmittel aller südlichen Völker sind. Alljährlich im Frühling waren die Dörfer geschmückt durch die weißen Älüten in den Wipfeln der Mandelbäu me. Oie Feige, der Maulbeerbaum erwachten bon ihrem Winterschlaf. Sie alle sind vor wenigen Jahrzehnten fast ausgestorben gewesen ... Nun aber kommt die neue jüdische Kolonisation, und die Juden beginnen, das alte arme Land wieder fnichtbar und schön zu machen. Häfen, Flüsse, Straßen und alles andere, was in einem Land nicht nur für den Einzelnen da ist, sondem für alle, können auc5 nicht von Einzelnen wieberhergestellt ober verbessert werden, sondern nur von der Allgemeinheit. So ist es'auch mit Wäldem. sie schaffen gesunde Lust. ^Owellen, Schatten und Schönheit für das ganze Volk, deshalimüssen sie auch vom ganzen Volk neu aufgebaut werden. Oie Zionistische Organisation hat den Jüdischen Nationalfonds gegründet, den Keren Kajemeth Lejisrael, der den Soden als Gemeinbesitz des jüdischen Volkes erwirbt. Zn jedem jüdischen Haus sollte die Staue Äüchse des KKL stehen und aus den Hunderttausenden Pfennigspenden kann Selb genug zukammenkommen, um den Soden zu kaufen. Aber der KKL hat es auch weiter übernommen, Teile von Palästina mit neuen Wäldem « zu bedecken. Es sind bis jetzt bei 20 jüdischen Oörfem fast 1Millionen Säume gepflanzt worden. Äeinahe eine Million Fichten, 230 000 Eukalyptusbäume, Zypressen^ Kasuarinen und viele andere. Das ist sehr viel, aber das ist erst ein Anfang. Am 15. Schwat beginnt alljährlich die pflanzungszekt in Palästina. Tausende von Säumen werden jedes Fahr neu gepflanzt, und in jeder Stadt und jeder Kolonie ist das ein großes Fest. Denn mit jedem Saum wird das Land reicher und schöner, und in ein paar Jahrzehnten soll Palästina wieder so grün und blühend sein, wie in den alten großen Zeiten." Amtliche Bekanntmachungen Zeittafel Gemeindeamt, Zeughausstraße 3, Telephon 14051 und 1708-, geöffnet für den allgemeinen verkehr: werktäglich von 8 — 1 Uhr. Svrechzeit der Syndikus vr. Manfred Saalheimer, von II-I Uhr. Gelchaft-fübrender Vorsteher: Herr Mar Lessen persönliche Rücksprachen mit den Vorstandsmitgliedern vermittelt dar Gemeindeamt. Sprechzeiten der tderren Nabb-'ner. vie Herren Rabbiner sind in samt, lichen seefforoerischen, besonder; auch persönlich-religiösen Ungelegenheiten wochentäglich zu folgenden Zeiten zu sprechen: Rabbiner profeffor vr. Winter, neue Adresse: Sedanstraße 24, Lrdg., Telephon 47355, von 11-1 Uhr. Rabbiner vr. Wolf, Zeuahausstraße 1,3 , Telephon 14051 und 17887, Montags, Mittwochs und Freitaa; von 10—1 .12 Uhr. ver Gemeindedajan, Herr Rabbiner horowitz, Große Iwingerftraß« b, töalich 9-12 Uhr. Woblfabrtsstelle: Sprechstunden Montags, Mittwoch; und Freitag, von 9 —lOty» Uhr. Kleiderkammer: Ausgabe zur Seit nur auf schriftliches Gesuch uud erfolgte Bewilligung. Wirtschaftshilfe: a) Allgemeine Beratung und Auswanderuna. Man. tags, Mittwoch; und Freitaa« von 9 — 11 Uhr, Donnerstags von 18-10 Uhr. b) Beratung für Berufsumschichtung: Montags von 6 — 7 Uhr, Mittwoch; von 10-11 Uhr. M'ttelffandsküche: Essenausgabe täalich außer Sonntag von 12 —1 „2 Uhr, Ausgabe der Speisemarken Montags, Mittwoch; und F eitags von 12 — 1 Uhr in der wohlfakrtsstelle. ,wer den Preis von RM 0.45'bezahlt, braucht keine Speisemarken, vie Rüche befindet sich Zeughausstraße 1, krdg. I Bibliothek: Ausleihe: Sonntaas von 11-12'/» Uhr, Mittwochs I . und Sonnabends von 20 — 22 Uhr (kostenlos). I lefez-mmer: Geöffnet Mittwoch; und Sonnabends von 20— I > 22 Uhr (kostenlos). | Jüdische Künfflerhilfe: (Rulturoeranltaltungen) Montags bi; Vonnerstag; von 10-12 und 3 — 6 Uhr, Freitags von 10 — 3 Uhr. Öffentliche Quittung Am 6. Januar 1035 erhielten wir von Ungenannt NM. 20. - für Armenunterstützung übersandt. Wir sagen dem Spender hierdurch herzlichen Dank. Wohlfahrtsstelle. Feriengemeinschaft in Oberrochwih Zn der Zeit vom 27. Dezember 1034 bis 3. Zanuar 1935 fanden sich im Logenheim Oberrochwitz, das während der Sommermonate Erwachsenen zur Erholung dient, auf'Anregung und unter der Leitung von Herrn Nabbiner Or. Wolf etwa 50 Kinder (Zungens und Mädels) im Alter von 0 bis 16 Zähren aus allen Kreisen unserer Gemeinde zu froher Gemeinschaft zusammen. Spiele im Haus und im Freien, Waldspaziergänae und anregende geistige Unterhaltung ließen eine Gemeinschaft entziehen, wie man sie herzlicher in einer so kurzen Zeitspanne nicht erwarten kann. Das gemeinsame Gebet und.Anhören der Thoravorlesung bedeutete stets den religiösen Höhepunkt des fröhlichen Ferientaaewerks. Zum Ausschneiden und Einkleben in den Taschenkalender Prinzeß-Theater - Lichtspiele Der Herr ohne Wohnung Dieses wienerische Lustspiel unterhalt die Zuschauer in angeregtester Weise. Leo Slezak, Paul Hörbiper. Hermann Thimig, Hanna Waag, Hilde von Stolz und Karin Evans sorgen dafür, daß keine Langweile entsteht. Filr die musikalischen Kompositionen zeichnet Robert Stolz verantwortlich Die Schlager neses Films: Oenoveva ich könnte weinen; Ein Lied aus Wien und ein Mädel wie Du sowie der Slow Fox: Bahy i love you so. Originalkompositionen von Robert Stolz, sind noch auf dem Nachhauseweg zu vernehmen. < -Jüdische Feiertage im Jahre 1935 Chamischoh ossor b’Sch’wat Taanis Ester Purim Pessach Lag b’aumer Schowuaus Schiwoh ossor 19. Januar 18. März 19. März 18. bis 25. April 21. Mai 7. und 8? Juni ’Tamus 18.Jpli Tischoh b’Ow 8. Aug. Rausch Haschonoh 28. u. 29. Sept. Zäum Gedaljoh 30. Sept. Jaum Kippur 7. Okt. Sukkaus 12. bis 18. Okt. Schemini Azeres / 19. Okt. Simchas .Tauroh 20. Okt. Chanukkoh 21. bis 28. Dez.

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