Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 12 (12.1934)
- Date
- 1934-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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£cite 4 Gemeindeblatt der Israelitischen Religiontgemeinde Dre-deN Nr. 12 IEIDEWHAUI JACOBY MACHF. Das Haus der großen Leistungen! inh., Ludwig Si.b.i 0rS--l-a-A., Altmarkt 6 Seide * Wolle * Samt ihm die Möglichkeit- Erziehungsarbeit auf viel breiterer Basis leisten zu können und seine Menschen schon im Bund einzuo^dnen in die Aufgaben unserer Zeit. I Züdische Zugendarbeit, unter diesem Aspekt gesehen, hat Lichts von ihrem Wert eingebüßt, sondern hat gerade in dieser Ztft in den Bemühungen um eine jüdische Erneuerung ihre bestimmte, nicht zu unterschahende Aufgabe. Oie notwendige geistige Umgestaltung und Umwertung, die die Zeit heute von uns fordert, und die dementsprechend die jüdischen Bewegungen auf ihre Fahnen geschrieben haben, kann naturgemäß zuerst und am gründlichsten bei jungen Menschen vor sich gehen. Ebenso, vielleicht noch stärker, wird es deutlich bei der notwendig gewordenen Berufs- Umschichtung. Hier ist es die Ausgabe richtig verstandener Augenblicksarbeit, Erneuerung so von Grund auf zu schaffen, daß' sie nicht mehr auS der Not geborenes Stückwerk bleibt, sondern tiefgehende, grundlegende Neuschaffung jüdischen LebenS wird. Wir sehen aus den nachstehenden Berichten der Dresdner Bünde über ihre Arbeit, daß die Forderung nach Neuschaffung jüdischen LebenS nicht mehr nur Forderung geblieben ist, sondern im Leben dieser Bünde Gestalt gewinnt. Die Dresdner Bünde geben ein getreues Abbild der bündischen Arbeit in Deutschland überhaupt. ES bestehen in Dresden vier zionistische Bünde außer der beiden Ehaluzorganisationen. Diese Bünde, in der Nichtung entsprechend den Nichtungen der Zionistischen Organisation, haben ein gemeinsames Ziel: Erziehung für Palästina durch die Ehaluziuth. Hier wird die Umformung, die wir oben beschrieben haben, wohl am deutlichsten. Die Menschen werden wirklich für ein neues Leben erzogen - neu. ist das Land, in dem sic leben werden, neu die Sprache, neu die Berüssformen. Eine Ehance, dadurch auch neue Menschen, einen neuen Menschentyp zu schaffen, deren sich die zionistischen Bünde bewußt sind und deren Erfüllung sie sich zur Aufgabe gemacht haben. Über diffen Bünden sieht .der Hcchaluz und die geseheStreue Ehaluzorganisation, der Brith Ehaluzim Oatiim. Sämtliche zionistische Bünde haben sich in Erkenntnis vieler gemeinsamer Aufgaben zum Arbeitskreis zionistischer Bünde (AZB) zusammengeschlossen, in dem sie mit einem Vertreter der zionistischen Organisation ihre gemeinsamen Fragen besprechen. Aus der deutsch-jüdischen Seite besteht der Bund Deutsch-Züdischer Zugend. Auch in diesem Bund, der seine Menschen dazu erzieht, in dem Land zu leben, in dem sie geboren sind, wird daS Streben nach Erneuerung deutlich durch den Willen, daS Leben überhaupt nach bündischen Gesichtspunkten neu zu gestalten. Besonders hervorgehoben wird auch hier die Forderung nach BerufSumschichtung. Das zeigt unS, daß »Erneuerung" nicht daS Schlagwort einer jüdischen Nichtung, sondern die Forderung der jüdischen Zugend aller Nichtungen ist. Wir ftichen beim BDZZ. das Ningen um eine Neueinordnung in daS Land, in dem wir leben und eine Erziehung der Menschen zum Ausharren und zum Kampf um die deutsch-jüdische Symbiose. Oer Züdische Zugendbund, jüdisch-politisch nicht festgelegt, hat eS sich zur Aufgabe gemacht, ein Ausspracheforum für Menschen aller Nichtungen zu werden. Oie Notwendigkeit eines derartigen Forums ist nicht zu bestreiten. Wir sehen auch hier daS Ningen HmiiiiHiimHiHimmHimiimHiiMHiHH iiiHMiimiiHiiiiiiiHMMiiimHiiii iiiiiimniiiiiMiimiiMin j Gute Pralinen...? I | dann: KREUTZKAMM | HIIMIIlIHHIlHIIIIHIIIIIIIIHIMIIimillHHIIItMlimilfllllllllllHHIHMIHimillllllllllMIIIIIIIIIHIIIIIIIlT TRÄGT 'A lecker SOMMER Wilsdruffer Str.1 .Prsgsr Str.9, Wilsdruffer Str.31 W.llstr. 3 undKssssItdorfsrStr.14 um Klarheit in jüdischen Fragen und eS besteht die Möglichkeit, hier Menschen zu einer Aussprache zusammenzubringen, die in verschiedenen jüdisch-politischen Lagern stehen. ES ist ein zielbewußt beschrittener Weg notwendig, um jungen jüdischen Menschen zu zeigen, daß der Weg deS ZudentumS weitergeht und seine Gestaltung fordert. Sämtliche jüdischen Bünde sind im Ortsausschuß der Züdischen Zugenverbände zusammengefaßt, der seinerseits dem Landes- bzw. NeichSauSschuß untersteht. Diese Organisation, auS dem Schaffen von Ludwig Tietz entstanden, hat die iAufgabe, sämtliche Kräfte der jüdischen Zugendarbeit in Deutschland zusammenzufassen, um sie so konzentriert einsetzen zu können im Knmpf um jüdische Erneuerung. F. E-r. Bund deutschjüdische Lugend, Ortsgruppe Dresden ver Bund ist ein Zusammenschluß junger Menschen, die aus gleicher Erkenntnis ihrer selbst und ihker tage den gleichen Schluß gezogen haben: für ihb Veutschtum und ihr Judentum bedingungslos einzuftehen. ver Bund verlangt von uns, daß wir unsere Entscheidung ehrlich meinen und nicht an Nutzen denken. Er fordert täglich neue Prüfung durch unser Leben. Er stellt uns die Kufgabe, versäumnis» schuld früherer Generationen abzutragen und die Jüngeren vor gleicher Schuld zu bewahren. Ver Bund gibt un; echte Bindung gleichen Schicksals. ■ Er verspricht uns kein Land, wo Milch und Honig fließt, aber er macht uns fähig eine Lall zu tragen, die den Einzelnen zerbräche. Er gibt uns vertrauen in unser künftiges Geschick durch das vertrauen auf das Gute ijnd wahr« in uns selbst. E. 8. Habonim ver habonim, der größte chaluzische Bund Veutschlands, wird aufgebaut von Menschen, die verantwortliche Pioniere für das arbeitende palästi a sind oder werden wollen. Unser« Chawerim gehen zur L^noarbeit in die Siedlungen, sie stehen auf den gefährdeten Posten der jüdischen ttolonisation und der jüdischen Krbeit. Unser weg zu diesem 3iel ist nicht die starre Gesetzmäßigkeit eines bestimmten Erziehunasprogramms, das den werdenden Menschen in Formen preßt, die seinem Wesen vielleicht widersprechen, sondern freie Entwicklung der Einzelpersönlichkeit im Rahmen des Bundes. Kus dem gleichen Geiste verzichten wir auch auf billige Wirkungsmittel, und setzen an deren Stelle die intensive innere Krbeit der Gruppen. Menschen,, die Geschichte und Lebensfragen ihres Volkes und ihrer Bewegung kennen, und die zugleich charaktermäßig den höchsten Knforderungen entsprechen. Solche Menschen wollen wir, denn solche Menschen erfordert der Kusbau in Erez Israel. Ui. Oer Jüdische pfadfinderbuttd Haschomer Hazair^ Schon frühzettig erkannte unser Bund im Zionismus di« einzige Lösungsmöglichkeit der Zudenfrage. Nur die Rückkehr zu schöpf«, rischer Krbeit und Einordnung in die entstehende, normalgeschichtet« jüdisch« Gemeinschaft in Palästina bedeutet Kurweg aur der Juden-