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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-10-01 · 10 (10.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
10 (10.1934)
Date
1934-10-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Gem«ind :blatt der Israelitischen Religion-gemeinde Dresden Nr. IS Gemeinderatssitzung Nachdem bereits am 6. September in einer Vorbesprechung der Gemeinderatsmitglieder die beiden! bedeutsamsten Angelegenheiten, die gegenwärtig die Gemeindeverwvltung beschäftigen, nämlich der Steuersatz für -1934 und die Frage der Gründung einer jüdischen Schule, ihre eingehende Erörterung, gefunden hatten, trat der Gemesnderat am 26. September zu einer Sitzung zusammen. Hierbei wurde einstimmig beschlossen, den bisherigen Steuersatz von 20 Prozent der Reichseinkommensteuer bzw. Maßstabssteuer trotz eines nicht unbeträchtlichen Rückganges im Einkomniensieuersoll auch für -1934 beizubehalten. Es wurde die Frage angeschnitten, ob in Zukunft die Sammlungen für Wohlfahrtspflege und Wirsschastshilfe neben der Steuererhebung durchgeführt werden sollen oder ob eine Abgeltung der Sammlungen durch Erhöhung des Steuersatzes stattfinden soll. Es herrschte llebereinstimmung darüber, daß im Jahre 1934 einp Aenderung hierin noch nicht eintreten soll. Zur Frage der jüdischen Schule verlas der Vorsitzende, Herr Max Keffer, folgenden in der Vorstundssihung vom 20. September 1934 einstimmig beschlossenen Antrag: »Oie Gründung und der Betrieb einer jüdischen Volksschule in Dresden durch die Gemeinde ist zor Zeit finanziell nicht tragbar. Oie Gründung einer Schule durch den Jüdischen Echulverein e. V. würde begrüßt werden. Zn diesem Fall wäre die Gemeinde bereit, zunächst aus die Oauer von drei Zähren ein Drittel der Gesamtkosten zu übernehmen, unter der! Voraussetzung, daß im ersten Schuljahr Herr Lehrer Blum, Bautzen, im zweiten Schuljahr ein weiterer Lehrer der Dresdner Gemeinde übernommen wird, daß der Gemeindevorsiand im Schulvorstand ausreichend vertreten ist und der Gemeinde das Recht eintzeräumt wird, die Schule als Gemeindeschule zu übernehmen/ Der Vorsitzende berichtete sodann über die Raumfrage, d. h. die evtl. Möglichkeit der Unterbringung der Schule in Räumen des Gemeindeanwesens, Zeughausstraße 1, worauf Herr Schocken noch eine längere Erklärung zur Schulftage abgab. Herr Schocken berichtete über die monatelange Tätigkeit des Züdischen Echulvereins e. V. und gab seiner. Freude darüber Ausdruck, daß schließlich eine Lösung der. Schulftage gefunden werden konnte, welche alle Teile der Gemeinde zufrieden stellen werde. Um dieses Ziel zu erreichen, hätten btiderseits natürlich Konzessionen machen müssen. Zetzt, wo Einigkeit besiehe, könne man die Hoffnung haben, daß eine Schule aufgebaut werden kann, welche jüdischen Kindern die bestmögliche Erziehung in wissenschaftlichen Fächem und auf dem Gebiete der Körperkultur und der Handfertigkeiten gebe, um sie so für den Lebenskampf ln jeder Weise vorzubereiten. Oer Anftag des Gemeinderorflandes wurde sodann einstimmig zum Gemeinderatsbeschluß erhoben. Aus der Gemeinderatssihung kst femer erwähnenswert die Zu' wähl des Herrn Oberkantor >. R. Raphael Hofstein in den Synagogenausschuß. Beim Verwaltungsbericht interessierten besonders folgende Mitteilungen: Vom Vorstand wurde ein kleiner Ausschuß eingesetzt, der sich mit der Ausgestaltung des Sabbaths für die jüdische Zugend befaßt, welche nach Einführung des Staatsjugendtages weitestgehenden Gebrauch von der Unterrichtsbefteiung am Sonnabend machen soll. Oer Ausschuß hat seine Tätigkeit bereits ausgenommenwir hoffen demnächst seine Vorschläge bekanntgeben zu können. - Während der Gommerfen'en fanden 80 Kinder auf dem Spielplatz der Gemeinde am Hasenberg Erholung und Verpflegung. - Zn der Wohlfahrtspflege war während der Sommermonate eine gewisse saisonmäßige Entlastung eingetreten. Gegenwärflg macht sich wieder ein bedenkliches Ansteigen der Sprechsiundenfrequenz bemerkbar. Namentlich die Nachftage in der Kleiderkammer ist größer als der zur Verteilung stehende Vorrat. Es darf daher auch an dieser Stelle der herzliche Wunsch ausgesprochen werden, die Kleiderkammer zu bedenken. - Zur Befriedigung des während der Wintermonate erhöhten Lesebedürfnisses wurde die Lesehalle der Gemeinde tAeitschristen und Bücher) wiederum eröffnet, die Bibliothek erfährt gegenwärtig eine Ergänzung durch Anschaffung von Neuerscheinungen der letzten Zahre. - Das Gemeindeblatt wird, wie an anderer Stelle berichtet, künfflg'regelmäßig zweimal monatlich erscheinen. - Zur Vorbereitung auf das Wesen der Feiertagsgottesdlenste wurde unter zahlreicher Beteiligung ein Einführungskursus abgehalten. - Sämtliche Lehrer der Gemeinde nehmen während der Herbstfen'en an einer Lehrerfortbildungstagung teil, welche in Leipzig stattfindet. Or. S. Jiedemaim&QcaM ‘Weinhandlung — ‘Weinstuben (Seestraße 9 i tollten Sie wenigstens einmal an das Wohl Ihrer Fuße denken. Rüsten Sie Ihre Füße für die Herbstwanderungen und den Wintersport. Wenn Ihre Füß* schnell ermüden, dann tragen Sie doch Modicut- ' Schuhei Sie verhüten jedes Fußübel. Sonstige Fußtchmerzen lassen sich durch untere millionenfach bewährten Dr. Scholl - Fußheilmittel leicht beheben. Betuchen Sie bitte untere Sott ftor vor ortefmltvtig dmtmndiMß Unser orthopädisch geschultes Personal ist gern bereit, Ihre Füße zu untersuchen, und Ihnen mit fachmännischem Rat zu helfen. fteustadf DAS FOHRENDE SCHUHHAUS DRESDENS 1

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