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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-10-01 · 10 (10.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
10 (10.1934)
Date
1934-10-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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ttr. 10 -- G«m<t»d«blatt der Israelitischen Relt-ion<gem«ind« Drelden Leiter SEIDENHAUS JACOBY NACHF. Das Haus der großen Leistungen! nh., Ludwig Siebei. Dresden_A># Altmarkt 6 Seide * Wolle * Samt Jüdische Schule lieber die Errichtung einer jüdischen Volksschule in Dresden, die zu vielfachen Diskussionen in unserer Gemeinde Anlaß gegeben hatte, ist nunmehr eine einstimmige Stellungnahme des Gemeinderates herdeigeführt worden. Natürlich kann eine Einstimmigkeit nur erzielt werden, wenn von zwei verschiedenen Richtungen beiderseits dem anderen Teste Entgegenkommen gezeigt wird. Merdlngs darf dann von keiner Seite Mage geführt werden, daß der ursprüngliche Wunsch einer Richtulig sich nicht vost durchgeseht hat. Vielmehr muß der heutigen Zeit, in der innerjüdische Einigkeit die höchste Aufgabe ist, astseitig bas Ergebnis begrüßt werben, daß es in unserer Gemeindeverwaltung auch bei Meinungsverschiedenheiten durch gegenseitiges Verständnis und Entgegenkommen möglich ist, zur Förderung sachlicher Arbeit stets eine Einigung zu finden. Vom weiteren Verlauf der Angelegenheit wird km Gemeindeblatt berichtet werden. Gemeindesteuer 4934 Für das Kalenderjahr 1934 haben Gemeinbevorstand und Gemeinderat den Steuersatz wieder auf 20 °U der Reichseinkommensteuer bezw. der gesetzmäßigen Maßstabssteuer festgesetzt. Dieser Äeschluß - obwohl einstimmig gefaßt - ist doch der Gemeindeverwaltung nicht leicht gefallen. Oie Ausgaben des Jahres 1934 haben sich trotz größter Sparsamkeit nicht niedriger halten lassen als d^e des Vorjahres, denn begreiflicherweise ist bereits 1933 jede nur ^denkbare Ersparnismöglichkett ausgenutzt worben. Dagegen zeigen die Einnahmen der Gemeinde, die ja hauptsächlich aus Steuern bestehen, eine rückläufige Vewegung. Verschiedene Steuerzahler find von Dresden abgewandert, das Einkommen anderer Gemeindemitglieder hat sich im Fahre 1933, das ja der gegenwärtigen Äesteuerung zugrunde liegt, gegenüber früheren Fahren erheblich verringert. Um die gleichen Einnahmen zur Deckung der unverminderten Ausgaben zu haben, müßte demnach der Steuersatz etwas erhöht werden. Wenn die Gemeindeverwaltung beschlossen hat, um die steuerpflichtigen Gemeindemitglieder zu schonen, trotz dieser einfachen Rechnung von einer Erhöhung des Steuersatzes abzusehen, so sind die Bedenken wohl verständlich. Man hat jedoch in Erwägung gezogen, daß außer der Steuerzahlung von unseren Gemeindemitgliedem noch erhebliche Leistungen für Wohlsahrtszwecke, insbesondere für die Aktion „Hilfe und Aufbau". gefordert werden, welcbe zur Schaffung neuer Lebensmöglichkeit für diejenigen Gemeindemitglieder dn'ngend notwendig ist, die infolge des Umschwungs im von'gcn Fahr ihre Existenz verloren haben. Da im Laufe des Fahres 1934 von vielen Gemeindemitgliedem schon beträchtliche Spenden -für diese Zwecke ekngegangen sind, hat sich die Verwaltung entschlossen, dafür von einer Steuererhöhung abzusehen. Sie ist der Meinung, daß es schon im Hinblick auf unser Religionsgebot richtiger sei, wenn die Mittel für Wohlfahrtszwecke freiwillig anstatt durch Steuerdmck aufgebracht werben. Sie bittet jedoch die Gemeindemitglieder dn'ngend, ihr das Auskommen mit dem vorsähn'gen Steuersatz durch zwei llnterstühungsmaßnahmen zu ermöglichen; Oie gegmwärttge Lage des Fudentums erfordert als erste Pflicht: Zusammenschluß und gegenseitige Hilfe. Alle Gemeindemitglieder, die noch daz^ in der Lage sind, mögen es also als die wichttgsi« , Aufgabe der veränderten Verhältnisse betrachten, aus den ihnen verbliebenen Mitteln anderen die Schaffung neuen Lebensraumes zu ermöglichen. Oie Gemeindeverwaltung hofft zuversichtlich, daß afle, die zu diesem Hilfswerk im laufenden Fahre noch nicht gespendet haben, sei es ihren Mitteln entsprechend durch größere . Beträge, sei es durch monatliche Zahlungen im Rahmen der blauen Veitragskarten, ihre Pflicht tun. Rur dann, wenn die Wohlfahrtsausgaben -durch freiwiflige Leistungen zum größten Teil aufgebracht werden, kann die Gemeinde ohne Steuererhöhung burchkommen. Und noch eine zweite Hilfe aller Mitglieder ist dazu Voraussetzung; daß nämlich die Steuem pünktlich und ohne. Ausfälle eingehen. Wer zur Reichseinkommensteuer rechtskräftig veranlagt ist, hat auch das Einkommen gehabt und muß auch den entsprechenden Teil als Gemeindesteuer aofbringen. Dies ist die Voraussetzung einer geordneten Finanzwirtschaft für die Gemeinde. Denn wenn sich einzelne ihrer Steuerpflicht entziehen, so fallen eben die Mittel für die bereits festgesetzten Ausgaben weg und es hätte durch einen höheren Steuer» sah ein Ausgleich für derartige Ausfälle geschaffen werden müssen. Oie Gemeindeverwaltung hat jedoch in der heutigen Rotzeit mit dem Gemeinsinn und der Pflichterfüllung ihrer Mitglieder durch' Festsetzung des bisherigen Steuersatzes gerechnet und sie hofft zuversichtlich, daß nach diesem Appell ihr Vertrauen zu ihren Mitgliedern volle Rechffertigung findet. Or. Gr. 4 ^rum pfleg« man am doppelt gut und Vb Hutl Verkaufsstelle für SOMMER ÄLTESTES SCHUHHAUS PRESPENS für Damen schon von emmei •••••■•••••••••• «wiiimmhwi •••■•••••••«»«• ■••««■••« ■■■mmm ■■■■■■«■>■■<>■■■ ■■■■■«■«■■■■■«■■ ••••••••••••■••■ eeee••«#•< Täglich nachmittags und abends das große Programm / Nachmittags Eintritt frei / Kein Gedecku. Weinzwang 1 WaisenhausstraBe / Telefon 22944

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