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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-08-01 · 8a (Mitte August 1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
8a (Mitte August 1934)
Date
1934-08-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Gemeindehlatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Nr. 8» Wichtiges aus der Tätigkeit des Gemeindevorstandes Oie hohen Feiertage nahen herian und mit ihnen die Sorge um die Ausgestaltung der Semtindegottesdienste. Da wird es zunächst unsere Gemeindemitglieder interressieren, zu erfahren, daß unser lieber Oberkantor Hofstein trotz der auf seinen Wunsch am l. April ausgesprochenen Pensionierung sich für die Feiertage wieder der Gemeinde zur Verfügung gestellt hat und am 1. Tag des Neujahrfestes, am Versöhnungsfefi, sowie am Eimchas Tauro uns durch seinen Gesang und Vortrag in altgewohnter Weise erfreuen wird. Neben ihm werden Herr Kantor paglin sowie Herr Nubin Hoffiein fungieren; es ist also für eine würdige Durchführung der Gottesdienste gesorgt. Bei dieser Gelegenheit soll auch der bisherigen Tätigkeit des freiwilligen Shores gedacht werden, der - nachdem uns die Verhältnisse die Aufrechterhaltung unseres früheren Shores nicht mehr gestatteten — durch Herrn Kantor paglin ins Leben gerufen wurde und sich in jeder Beziehung gut bewährt hat. Sowohl Herrn Kantor paglin als den Damen des Shores sei an tiefer Stelle der herzlichste Dank für;die uneigennützige Arbeit, die geleistet wird, ausgesprochen. Mögen sich zu den jehigm Mitgliedern des Shores noch mehr freiwillige Kräfte aus der Gemeinde finden, um'den Shor noch zu vergröß^n und zu verbessem. Wichttg erscheint es dem Vorstand der Gemeinde, auf folgendes hinzuweisen: Gerade in der heutigen Zeit der Nückkehr zum Judentum muß es für jedes Gemleindemitglied eine Ehrenpflicht sein, in unserer altehrwürdigen Synagoge einen Fahresplah zu haben. Zn früheren Jahren war bekanntlich die Nachfrage nach den Iahresplätzen bedeutmd größer als das Angebot, so daß man sich jahrelang vormerken lassen mußte, um einen solchen Platz zu bekommen. Durch den Wegzug zahlreicher Gemeindemitglieder sind in diesem Fahre eine Anzahl Plätze freigeworden. Oer Vorstand der Gemeinde hat in diesem Fahr insbesondere die teueren Plätze abermals um lO°/n gesenkt, so daß in den letzten Jahren die Plätze fast um 40% ermäßigt worden sind. Oie Gemeindefinanzen rechtfertigen eine derarttge Herabsetzung der Preise keineswegs, sie ist lediglich deswegen erfolgt, mm den Gemeindemitgliedem die Synagogenplätze infolge der füf Me schwierigen Zeiten zu angemessenem Entgelt zur Verfügung zu stellen. Andererseits ist es aber Pflicht der Gemeindemitglieder, dafür zu sorgen, daß es in der Synagoge keine unvermieteten Fahresplähe gibt. Jedes Gemeinde- Mitglied soll dadurch, daß es beim Besuch der Synagoge stets denselben altgewohnten Platz einnimmt, sich im Gotteshaus heimisch fühlen. Oer Stammplatz in der Synagoge regt auch dazu an, nicht nut zwei- oder dreimal zu den hohen Feiertagen ins Gotteshaus zu kommen, sondern den Gottesdienst öfter zu besuchen. Feder Fahresplatz hat ja bekanntlich ein eigenes Schließfach, >'n welchem die Gebetbücher, Talessim usw eingeschloffen werden können, so daß jeder Besitzer eines Platzes stets seine Gebetbücher eut Hand hat. Oie Gemeinde kommt denjenigen Gemeindemitgsievern, die nicht in der Lage sind, den - wie schon gesagt - in dlesenüFahre abermals zurückgesehten Preis für einen Stammplatz sofort zu zahlen, insofern entgegen, als sie sich mtt Ratenzahlungen, die allerdings dann auch eingehalten werden müssen, einverstanden erklärt. Es handelt sich für uns nicht nur um die materielle Notwendigkeit/ die Plätze zu vermieten, sonbem wir verfolgen vor asiem dabei auch den ideellen Zweck, baß möglichst jedes Gemeindemitglied in der Synagoge seinen Stammplatz haben soll. Oie Ausgabe der Karten erfolgt in derselben Weise wie im Vorjahre. Das System der Einzelkarten hat sich bewährt. Sie finden in diesem Fahr eine 5. Karte in dem Umschlag und zwar für Eimchas Tauro. Wir bitten allerdings, an diesem Tage die ersten Neihen wie gewöhnlich für die Kinder freizuhalten. Es ist beabsichttgt, dieses Fahr den Vormittagsgottesdienst des Simchas- Tauro-Festes zu einem besonderen Ehrengottesdimst für unseren lieben Oberkantor Hofstein auszugeflalten, wobei jedoch ausdrücklich bemerkt wird, daß dieser Gottesdienst k/in Abschiedsgottesbimst sein soll; denn wir hoffen, ebenso wie in diesem Fahr, auch in den künftigen Fahren Herrn Hofstein als Gast zu den hohen Feiertagen vchbeten zu hören. Uns alten Dresdnern würde etwas fehlen, wenn »unser Hofstein* an diesen Tagen nicht fungieren würde. Da wir wohl erwarten dürfen, daß der Andrang zu diesem Gottes»^^ bimst ein noch größerer sein wird als sonst zu Eimchas Tauro,^D haben wir in diesem Fahr erstmalig auch zu diesem Gottesdienst Eintrittskarten herausgegeben. Erfahrungsgemäß werden die Karten für die Synagoge immer zum Teil erst in dm letzten Tagen abgeholt, was zu erheblichen Schwierigkeiten im Bürobetrieb der Gemeinde führt. Wir bitten deshalb sehr darum, die Karten schon jetzt zu entnehmensoweit dies noch nicht geschehen ist. Oer Preis für die Feiertags, Plätze konnte in diesem Fahre nicht gesenkt werben. Dazu liegt auch keinerlei Anlaß vor, denn es soll aus den eingangs erwähnten Gründm dahin gewirft werdm, daß alle Gemeindemitglieder einm Fahresfiammplatz in der Synagoge haben, und nicht nur einen Feiertagsplatz, der schon durch den Namen »Feiertagsplah* zum Ausdruck bringt, daß man beabsichtigt, die Gynagoge nur zu Nosch Haschono und Fom Kippur zu besuchen. Oer orthodoxe Gemeindegottesdienst findet in diesem Fahre im großen Saal der Dresdner Kaufmannschaft in der Ostra- Allee statt. Wir frmen uns, daß es uns gelungm ist, einm so schönen und würdigen Naum für den orthodoxen Gottesdienst zu gewinnen. 4 Zufolge der neuen Anordnungen des Ministeriums betreffs'dee^^ allgemeinen Schulunterrichts an Sonnabenden liegt Ver^^ anlaffung vor, auf folgende frühere Ministerialbefiimmung hinzuweism: »Oie jüdischen Schüler können am Neujahr 2 Tage, am Versöhnungsfest l Tag, am Laubhüttenfest 2 Tage, am Beschlußfest 2 Tage, am passahfesi die 2 ersten und die 2 letzten Tage und am Pfingstfest 2 Tage dem Unterricht fembleiben.

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