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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-08-01 · 8a (Mitte August 1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
8a (Mitte August 1934)
Date
1934-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Gemeilldedlait der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Amtliches Organ des Gemeindevorstandes * Mitteilungsblatt des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes * Verantwortliche Schriftleitung: Leo Anschel, Dresden / Verlag: Israelitische Religionsgemeinde Dresden / Druck: A. Sruhnert, Dresd«a-A. 1 Alleinige Annahmestelle für Inserate: Iac. SternlichhEtübel-Allee 35 / Ruf 34185 / Die 4 mal gespaltene 48-mm.ZeIle kostet 22 pfg., laufend Rabatt X. Iahrg. Dresden, Mitte August -1934 ^Rümmers a Trauer um Hindenburg llm dem tiefen Empfinden der deutschen Juden Ausdruck zu geben, hat die Reichsvertretung der deutschen Luden an das Büro des Herrn Reichspräsidenten folgende Depesche gerichtet: Tiefe innige Trauer um den Heimgang des Reichspräsidenten erfüllt die deutschen Juden. Als ein Mann, dessen Persönlichkeit dem Gedanken der tapferen Pflicht seine Wirklichkeit gab, als ein Mann, der dem Alter, das die Bewährung eines Lebens erwarb, seine Größe verlieh, als ein Mann, der das gemeinsame Ganze immer sah, immer auf das Vaterland, das alle umschließt, den Blick richtete, als ein Mann der Geschichte stand Hindenburg vor der Welt. Ln der Treue der deutschen Luden wird sein Bild alle Zeit bleiben. Oie Reichsvertretuug der deutschen Luden, »aeck Hirsch , Auch die Israelitische Religionsgemeinde zu Dresden nahm in tief dankbarer, ehrfurchtsvoller Gesinnung mit würdigen Trauerseiem feierlich Abschied von dem patriarchalischen großen Lenker Deutschlands. Hindenburg hatte -1925 bei seinem Amtsantritt als Staatsoberhaupt die Vertreter der evangelischen, katholischen und israelitischen Religion empfangen und die Versicherung gegeben, daß er gemäß seines hohen Amtes alle Bekenntnisse mit gleicher Gewissenhaftigkeit achten und schätzen würde. Aufrecht in Gerechtigkeit, ohne Vorurteil, hat er stets damach gehandelt. »Rlcht der Beifall der Welt, sondem eigene Überzeugung, Pflicht und Gewissen* leiteten ihn, den Vater des Vaterlandes, bei allen seinen Maßnahmen. Htndenburgs Gestalt ragt wie' ein hohes Symbol unbeirrbarer Pflichterfüllung in unsere Zeit; sein Gefühl der Verantwortung gegen das gesamte Volk in allen seinen Gliedem, des greisen Präsidenten stete Mahnung und sein Wille zur Einigkeit binden die deusschen Iuden in dankbarer, unlöslicher Treue an ihn. Au einer besonders feierlichen Gedenkstunde "wurde der öffentlich« Freitag-Abend-Gottesdienst am 3. August in der Synagoge, wo Rabbiner Professor Dr. Winter in Anwesenheit des Vorstandes besonders die unwandelbare Gottesfurcht, die Gläubigkeit und Zuversicht des großen Mannes hervorhob, der in das Reich der Ewigkeit abgerufen ist/ Anknüpfend an die Religionsvorschrifi »Bete für das Wohl der Regierung* (»Sprüche der Väter*) betonte er,, daß uns Israeliten die Vaterlandsliebe - die naturgegebene Liebe zu dem Lande, das unsere Heimat, zu dem Volke, mit dem wir durch gemeinsames Geschick verbunden sind - zugleich Religionsgebot ist. Stehe das Vaterland im Kampfe gegen einen Feinds so seien wir Mitkämpfer; sei es ihm beschieden^ einen Erfolg festlich zu feiem, so seien wir Mitfeiemde; ist es in Trauer versenkt, sind! wir Mittrauemde. Oie Trauer um den Heimgang des verehmngswürdigen Reichsoberhauptes, den die Gnade Gottes bis zur Rähe der 90 .emporgeführt hat in einem Leben der bewährten Verantwortung und Pflichterfüllung, solle nach Weisung des Propheten Ieremija nicht in Weinen und Magen bestehen, sondem in wehmütigem Danke mannhafter 'Gefaßtheit und dem Entschluß, demi erhabenen Vorbilde unbegrenzter Vaterlandsliebe nachzueifem, was, wie dargetan, dem Israeliten Religionsgebot ist. Oie feierlichen Gedenkworte, in denen auch eine Würdigung dev Fülle und heroischen Größe der Einzelleistungen dieses Lebens enthalten war, beschloß der Rabbiner mit einem zu Herzen gehenden Gebet. Gott wolle das Andenken des verklärten Lenkers unseres deutschen Reiches nicht bald erlöschm lassen; uns rüste er mit Willen und Kraft, in gewissenhafter, ehrbarer Arbeit das Wohl des Vaterlandes zu fördem. Alle Zwiettacht unter denBürgem des Vaterlandes sei gebannt, daß das erschütterte Wohl in friedi samer Einigkeit sich zu früherer Größe wieder auftichte. Dann werde das Andenken an den großen Verklärten dauemd zum Segen sein * ] Im Gemeindegottesb'iensi nach altem Ritus fand ebenfalls eint würdige Trauerkundgebung statt. B. j

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