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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-08-01 · 8a (Mitte August 1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
8a (Mitte August 1934)
Date
1934-08-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 8a Gemetndeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Seit« 8 * f Dor Sportverein ffSchildM im .Reichsbund jüdischer Frontsoldaten* veranstaltet am Sonntag, don 26. August 1934, nachmittags 3 Uhr, auf seinem Sportplatz, Llebstädter Sfrtaße 17 das zweite diesjährige «WUWWMWWMM» Austragung von Wettkämpfen Berliner und Leipziger Vereine gegen unsere Mannschaften! SPORTFEST An den gewöhnlichen Samstagen können die jüdischen und adventistischen Schüler auf Ansuchen der.Erziehungsberechtigten ganz ober für die Stunde des Gottesdienstes vom Schulbesuch befreit werden. Wer hiervon keinen Gebrauch macht, muß am gesamten lehrplanmäßigen Unterricht, auch im Zeichnen, Schreiben, Handarbeit und Werkunterricht, teilnehmen. Für die aus derartigen Versäumnissen entstehenden Folgen kann die Schule keine Verantwortung übemehmen. Hierzu wird noch folgendes bestimmt: Oie Befreiung wird den Schülern auf schriftlichen Antrag ihrer Erziehungspfiichtigen vom Klassenlehrer gewährt. Oer Antrag kann einheitlich für, das ganze Schuljahr oder von Fast zu Fall gestellt werden.* Zn den Bestimmungen über den Staatsjugendtag ist vorgesehen, daß denjenigen Schülern und Schülerinnen, die am Sonnabend Unterricht haben, in mindestens zwei Unterrichtsstunden das nationalsozialistiffche Gedankengut nahezubringon ist. Oie nichtan'schen Schüler find von diesen Stunden befreit. Aus den Bestimmungen geht hewor, baß die früheren Bedenken hinfällig sind, ein Fehlen am Sonnanend könne, die Kinder in ihren Leistungen zurückbringen. Es ist deshalb unserer Ansicht nach heute eine religiöse Pflicht für alle jüdischen Eltem, ihre Kinder am Sonnabend vom Schulbesuch zu befreien, und dafür Sorge zu tragen, daß alle Schulkinder, mindestens aber die Kinder vom 10. Lebensjahr ab, den Sonnabendvormlttags-Gottesdienst. besuchen. Damit ist ein gewaltiger Schritt in der Richtung .Zurück zum Judentum* getan. Denn die Kinder - und vielleicht mit den Kindern ein großer Teil der Eltern - werden sich auf diese Weise wieder an den Besuch des Gottesdienstes gewöhnen und sich im Gotteshaus wieder heimisch fühlen. Auch hier spricht das früher gesagte mit. Es wird ein erhebendes Gefühl für alle Kindei^sein, wenn sie, wie djes. früher der Fall war, in der Gynagogkoenselben Platz einnehmm, den die Eltem und früher die Großeltern innegehabt haben. Es wird damit ein Gefühl des religiösen Berbundenseins mit den Vorfahren erweckt, und schon aus diesem Gmnde ist es anzusireben, daß jedes Gemeindemitglied, welches irgendwie dazu in der Lage ist, Stammplätze in der Synagoge Hai. Zn dieser Nummer (siehe Seite 7) des Gemeindeslattes tritt der Vorstand an dlle Gemeindemitglieder mit der Frage heran, ob sie, falls es nächste Ostern zur Gründung einer jüdischen Schule in Dresden.kommt,ihre Kinder zu dieser anmelden. Die jüdische Schule wird, wmn sie zustande kommt, große finanzielle Opfer von all unseren Steuerzahlem fordern. Eine derartige Verantwortung kann der Gemeindevorsiand nur dann übemehmen, wenn durch die Zahl der Anmeldungen erwiesen ist, baß tatsächlich das Bedürfnis für eine jüdische Schule hier in Dresden vorhanden ist. Kommt es zur Gründung dieser Schule, so ist die Frage des Unterrichts am Sonnabend für die Schüler und Schülerinnen, ' die diese Schule besuchen, ja von selbst geregelt. Inzwischen sollten aber alle-jüdischen Eltern und Erziehungsberechtigten k on der angeführten Ministerialverordnung vom 15. Djärz 1934 ausgiebigst Gebrauch machen. M. L Beschreibungen, Ansichten und Ausblicke des Palästina-Ausbaus nach meiner Reise 1934 Von Hermann Schocken (Jorssetzung aus 3lr. 8) Zehi wist ich versuchen, einen kurzen Bericht zu geben von meiner Auffassung der Zustände im heutigen Erez Israel. Oie erste Frage, die man ganz natürlich stellen würde, ist: Sind Fortschn'tte im Aufbau des Landes während der sieben Zahre zu verzeichnen? Diese Frage kann ich unbeschränkt mit einem lauten »Za!* beantworten. Forsschritte, die meine kühnsten Erwartungen weit überschreiten! Oie jüdische Einwohnerzahl hat sich ln dieser Zeit um mehr als 70 °/o erhöht, von 140000 auf etwa 250000. Oie hebräische Sprache hat sich vollständig durchgeseht und hat aufgehört, eine umstrittene Sache zu sein. Das sind die zwei wichtigsten Grundlagen für ein Vost: Menschen und Spräche! Gmnblagm sind gelegt, eine fortwährmd vergrößerte Einwan» demng unserer Mmschen aufzunehmen. Und was genau so wichtig ist: unsere Mmschen häben bewlesm, daß sie bereit sind, jede Arbeit zu leisten, die ein gesundes Volk leisten muß, um lebensfähig zu sein. Wenn man ein paar Wochen in Tel-Aviv gelebt hat, dann begreift man diese neue Lebenseinstellung. Zch fand in dieser Stadt einige hundert gute Bekannte, damnter viele Dresdner. Fast alle hatten sich umgestestt. Unser früherer hebräischer Lehrer Grünberg ist Maurer, der Shemiker Wallerfiein aus Freiberg emährt Frau und Kitid^US Betonarbeiter. Rechtsanwälte und Zahnärzte sind Autobuschauffeure, Töchter auS guten deusschen Häusern sind Dienstmädchen oder Landarbeiterinnen. Das Gefühl ist lebendig geworden »Arbeit ist eine Ehre!' Und wie schnell unsere Menschen sich drüben einfügen können, und wie schnell.sie Handwerke lernen, das ist ein großes Wunder. Wenn man sieht, daß jetzt, heute viele tausend Häuser aller Art überall im Lande gebaut werden, ganz von jüdischen Händen ^gebaut werden - dann staunt man und ftagt sich: »Wo haben diese Tausende, ja Zehntausende so schnell ihr Handwerk gelenft?* Zement- und Betonarbeiter, Eteinhauer und Eteinleger, Zimmerleute und Tischler, Schlosser, Maler, Klempner, Dachdecker, Fliesenleger und die vielen anderen Arten von Arbeitern, die nötig sind, ein Haus innen und außen fertig zu machen? - Tausend Häüser ganz von jüdischen Händen fertig zu machen!! Za, aus schlechten Arbeitern werden bald bessere und dann gjute, und Häuser wachsen aus der Erde, die sich überall sehen lassen können. Oje vielen hundert neuen Steinhäuser Jerusalems! Im Rechovot-Viertel, wo mein Bruder jetzt wohnt, wo er bauen wird, und wo das herrliche Gebäude des Züdischen Naiional-Fonds treu errichtet steht, wird nach Vollendung der vielen neuen Bachen, die jetzt im Entstehen sind, - sodaß der Bauschutt weggeräinnt werden kann — einer der schönsten Stadtteile der Welt werden^ Ebenso wie - man die Arbeit unserer Menschen beim Straßen- und Häuserbau bewundert, kann man die Feld- und Gartenarbtiter bewundern, wenn man sieht, was sie in kurzer Zeit aus diesem

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