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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-05-01 · 5a (Mitte Mai 1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
5a (Mitte Mai 1934)
Date
1934-05-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 5a Gemeindeblatt der Israelitischen Religi o nS-ge meinde Dresden Über die Erziehung des jüdischen Kindes Nach einem Dortrag von Prof. Or. I. F. Meyer, gehalten im 3.5-A., Verband Berlin, Bezirksgruppe Westen. (Aus den Bläftem des Jüdischen Frauenbundes.). Das Kind, unsere Hoffnung auf die ZuklMfiThak^von altersher in unserem jüdischen Leben eine besonders Dolle gespielt. Wenn wir an die Zukunft unserer Kinder dachten, so war stets der Wunsch richtunggebend, die Kinder sollten es besser haben als wir, die Eltern. Sie sollten in der sozialen Stufenleiter aufsteigen, weniger Mühe aus das materielle Dasein verwenden und unabhängiger dastehen. Durch drei bis vier Generationen hindurch sind diese elterlichen Wünsche im ganzen erfüllt worden, nicht immer zum Besten der seelischen Grundhaltung der kommenden Generation. Heute haben diese Wünsche für uns deutsche Zuden ihren Sinn .verloren. Nur sehr wenige unserer Kinder werden einen sozialen Aufstieg nehmen, und die Gesamtheit wird, das steht außer Zweifel, in bezug auf die materielle Wohlfahrt bedeutend schlechter gestellt sein als ihre Vorfahren. Deshalb aber brauchen sie nicht weniger glücklich zu sein. Vielleicht, ja wahrscheinlich wird ihr inneres Glücksgefühl größer sein, als das unsere je.gewesen ist. Das Unsichere, Zweideutige, das-unserer Weg durchs Leben ^begleitete und uns oft zwiespältig machte, wird der nächsten Generation fehlen. Zn.unserer Zugend verdeckte man,das Züdische; in vielen Familien war es schon verpönt, das Wopt Zude auszusprechen. Eine solche Erziehung mußte dem Kinde has Gefühl geben» daß Zude sein etwas zu Verbergendes, Häßljches und Minderwertiges sei. Zst es verwunderlich, daß nicht wenige infolge der mangelhaften Vorbereitung des Elternhauses dem Schicksal, Zude zu sein, nicht gewachsen waren und ihm durch die Taufe zu entkommen suchten, ohne jreilich die Erlösung zu erringen. Andere Kreise gab es, die zwar ihre Kinder rechtzeitig mit ihrem jüdischen Schicksal vertraut machten, aber nicht verstanden, den Minderwertigkeitskompler, der damit verbunden schien, auszugleichen. Dieser Minderwertigkeitskomplex erzeugte als Überkompensation Eigenschaften, die wir als Hochmut, Dordringlichkeit,'Anmaßung und Ehrfurchtslosiigkeit an manchen Gliedern unserer Gemeinschaft mit Mißfallen bemerken mußten. ’ ' Es gab aber auch ehedem, das sofl zu ihrer Ehre betont werden, jüdische Familien, die ihre Kinder zu auftechten, geraden, auf ihre Abstammung nicht unberechtigt stolzen Zuden zu erziehen vermochten. Heute stehen wir und unsere Kinder vor einer völlig veränderten Situation. Trotz aller ihrer Schwierigkeiten erwächst uns Eltern eine schöne und große AuMbe, die Erziehung ^mscreL Kinder zu wahren, positiv gerichteten und harmonischen Persönlichkeiten. Bisher ist diese Aufgabe mit Hilfe rein deutscher Kulturwerte erfüllbar gewesen, heute ist die Vermittlung jüdischer Geistes¬ und Gemütswerte erste Voraussetzung der harmonischen Lebensgesialtung des jüdischen Menschen. Oie' Vermittlung deutscher Kulturgüter wird deshalb nicht in den Hintergrund treten, wissen wir doch alle, was wir der deutschen Kultur verdanken. Erziehen heißt: Anpassung des Kindes an sein Kulturmilieu.' Damit ist den Eltem eine Aufgabe in die Hand gegeben, die zu allen Zeiten verantwortungsvoll war, in unserer des Übergangs aber besonders schwierig ist. Oie Schwierigkeit liegt dann, baß die ältere Generation selbst in den Fundamenten ihres KulturmilieuS erschüttert wurde, und, aus der Gleichgewichtslage gebracht, noch nicht d e feste Haltung gefunden hat und finden konnte, auf der nun einmal alle harmonische Erziehung sich aufbaut. Wer erziehen will, muß selbst genau wissen, wo er sieht. Zwiespältigkeit in der eigenen Seele macht den Erzieher untauglich. ‘ (Schluß folgt in der Zuni-Nummer) Wir verweisen unsere Leser auf die Beilagen der Firmen Schuhhaus Leopold Neustadt und Bindfaden pinkus. Mir teilen unseren Gemeindemitgliedern mit, daß sich die Verkaufsräume der Firma L. Harnik nur Grunaer Straße 22 befinden. Dr. Hans-Dietrich Pohly Bucherrevisor Mitglied des Vy^andes der Bücherrevisoren u. Steuerberater Viktoriastraße-12 // Ruf: I945P JIIIIIIIIIIIIMIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU z Nach laogjäh iger Arbeit auf dem Ge- E r biete der inne en Medizin u-.d der E E Kinderheilkunde und nach rerven- E i fachärziitcher Tätigkeit Obe ich jetzt E | ärztliche Allgemeinpraxis 1 i »»» I I Dr. med. Valeria Handzcl i r Sprechzeit: 11 —12, 5 — 6 Uhr E i und n»ch Vereinbarung E E Große Zwlngerstrtßc lß / Tel. 16361 E ätiiHiiiiiiiHiimiHiiiiimiiiHiiiimiHiniiHiMif: Höchst anständige ältere Hausmannsleute suchen per 1. Juli Posten in gutem Hause oder Villa mit Gartenpflege, oder, wenn kein Bedarf, bitten um kleine Wohnung. Gefl. Offerten unter K. 0. an das Gemeindeblatt, Zeughausstraße 3. i 4 « Sportverein SCHILD. Dresden — . > ir ' 9 . , — — Sonntag, den 3. Juni 1934 Beginn, nachmittags 3 Uhr Sportplatzanlage: Liebstädterstr. 17 Straßenbahn 15t 115, bis Liebstädterstr. Autobus C bis GrOne Wiese Näheres unter Vereinsnachrichten Seite 9 Iziiel dem Spocb/ueut ScUitd, DccscUh teil Geschäftsstelle: Eliasplatz 1, II. UebungSplan: / Dienstag 4nachm. 4° -5° kleinere Zungen ■ 4- „ 5° -6" größere Mädchen , „ 6° -7» größere Zungen 0 „ 730-9- Damen Donnerstag 4vorm. 11°-12° Damen .0 nachm. 7*0-9° berufstätige Männer Freitag 4- „ 4° —5° kleinere Mädchen 4- „ 50—6» größere Mädchen 4- „ 6° —7° größere Zungen Sonntag -jvorm. 9°—12° Fußball-Training. Die mit 4bezeichnet«»! Stunden finden auf unserem Sportplatzgelände Liebstädterftraße 17 - Straßenbahnlinie 15 und 115 (Haltestelle Liebstädterstraße), Autobus C aus beiden Richtungen (Haltestelle (Brüne wiese), die mit 0 bezeichnet«»! Stunden in der Turnhalle der 46. Volksschule, Eeorgplay 4, statt. Männer können auch an den Uebungsstunden Dienstags und Freitags von 6° an teilnehmen. Auskünfte erteilt die Geschäftsstelle: Tliasplatz 1,11., Telefon: 18800 und 26 948.

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