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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-05-01 · 5a (Mitte Mai 1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
5a (Mitte Mai 1934)
Date
1934-05-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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llr. 5a Stift 5 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Mitteilungen . über Dresdner jüdische Kulturveranstaltungen 9. Kunstabend der „Züd. Künstlerhilfe" Dela Lipinstaja Oie intemasional anerkannte Oiseuse Oela Lipinskaja, die neben der Französin tsvette Guilbert, der Elsäffenn Marya Oelvard, der Wienerin Zosma Eelim der Berlinerin Cffdrc Waldoff und den russischen Sängerinnen des »Blauen Vogel" ihre besondere Note hat, war von der Züd. Künstlerhilfe gewonnen worden, auch Dresden zu besuchen. Das den großen Saal der Kaufmannschaft füllende Publikum bereitete der liebenswürdigen, hier sehr bekannten Künstlerin einen warmen Erfolg. Oela Lipinskaja hatte natürlich ihr in Dresden schon mehrfach approbiertes sehr wirkungsvolles Programm mitgebracht und wenn wir auch in der heutigen tragischen Situation als Juden eigentlich nicht in EtimnuW sind, mit frohem Lachen oder Schmunzeln über die GrenUebiete der Zweideutigkeit zu quittieren, so gelang es der suggestiven Vortragenden doch,, mit ihrem Eharme, ihrem Übermut, ihrer Koketterie, ihrer Ironie, auch die Zugeknöpfteren zu fesseln. Als ganz einwandfreie Künstlerin ist die Lipinskaja anzuerkennen in den russischen Volksliedern: als Bäuerin, mit dem Soldatenlied im Vorüberziehen, als Oorffchöne. Hier offenbarte sie - unterstützt durch ihre eigene Klavierbegleitung - ihr ungewöhnlich großes Talent. Auf solche von anderen kaum nachahmbare Stücke sollte sie sich ganz konzentrieren, dazu etwa.noch »Jüdische Volkslieder" nehmen und ihre Figurinen wie »Zackie Eoogan" vermehren, dafür aber Geschichten niedrigeren Niveaus weglaffen! wir erinnern uns vor vielen Jahren einmal in ihrem Programm einen rührenden »Ehassidim-Bocher" gesehen zu haben, eine Japanerin und ähnl., und wünschten von der fesselnden Frau ähnliche Stücke bevorzugt. Natürlich waren aber ihre Glanz-Neißer »Sex appeal" und »Zmma Emma" von instinftsicherem Schmiß. E. B. Vortragsabend vost Otto Bernstein Oer erste seiner drei geplanten Vortragsabende war Thomas Manns letztem großen epischen Werk gewidmet. Und zwar sprach Otto Bernstein in seiner meisterhaften Überlegenheit Stücke aus dem im letzten Jahr sbei S. Fischer, Berlin) erschienenen 1. Band der Noman-Trilogie »Joseph und »seine Brüder": aus »Oie Geschichten Zaakobs". Oer fast asketisch strenge einheimische Rezitator, dessen priesierliche Einstellung zu Fragen echter Kunst keinerlei Konzessionen kennt und der gegen sich wie gegen sein Publikum, unerbitlich hohe Anforderungen zu stellen nicht ablassen kann, hatte aus den sieben monumentalen Abschnitten des Werkes das tragisch umwitterte letzte Kapitel ausgewählt, aus dem dem er die beiden furchtbaren Geburtsakte der Nahe! und dazwischen die Vorgänge zwischen Jaakob und Laban: Flucht, Diebstahl und Verfolgung frei vortrug. Außer der Geburtsschilderung in Kristin Lawranstochter von der Llndset ist wohl in der Literatur kaum mehr der qualvolle Geburtsvorgang so furchtbar dargestellt worden, als in diesem biblichen Gemälde, und Bernstein ließ die Schmerzensgewalt erschütternd' Leben gewinnen. Er tut das mit einer, sich aufs höchste konzentrierten, sich nicht nach außen leidenschaftlich entladenden Oarstellungsgabe, die dem epischen Stil des Werkes so sachlich grandios gerecht wird, daß man sich wünschte, auch die anderen Visionen aus diesen vielschichtigen »Geschichten um Zaakob" durch Bernstein zu hören: tiefsinnigen Ahnungen am Brunnen, Zaakob und Esaus Schicksale, die Schrecken um Oma, Hirten- und Ackerbauerleben im Kreislauf der Sonnen- und Mondenjahre, die göttlichen Gesichte des Namenvaters und seine große Liebe, sein Werben um Nahel. . . Oer nächste Abend Otto Bernsteins findet Dienstag am 22. Mai wieder im Saale der Fraternitasloge statt. Das Programm enthält Dichtungen zeitgenössischer Zuden (Buber, Eohn, Eturmann, Strauß u. a.). E. B. '! Henry Fischer * I>resden-A. | Webergasse 33 Tel. 21907'fi , , » , . , ,, .-y 5 Das Feinkostqesehäft für Sie | Nur Qualitätswaren u. preiswert 1 Gegr. (j 1902 Herren- ' /chneider ■ * Lj" I /Hemdenmacher I; '3rnih<xch/ Erich Imbach kCPb' Drefden-A.föng/tr.18 Fritz Brauer Architekt und Baumeister Dresden-A. i Pillnitzer Straße 20 Dr. phll. Bsrnhard Isaak: „Der Religionsliberalismus, Im deutschen Judentum*4 Leipzig 1933 (Preis RM. 1.80) Zu haben In dtr Buchhandlung Karl StrauB, WalssnhausstraBe 25 Feinstes Tafel-Geflügel: Koschere Wurstwaren R. Dreßler Webergasse 5 Ruf 13031 X ’pxäswidt HloUt {tdwuil auf tatyu HlacscUatlsicaßc34 CUaUetou^ucs, CoucUs Volstccs&ssa' MH# und, docU jpd 240^64

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