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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-05-01 · 5a (Mitte Mai 1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
5a (Mitte Mai 1934)
Date
1934-05-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 8» Seite 8 Gemeindeblatt der Israelitischen ReligionSgemeinde Dresden vr, Schioühei^g, BGrllllj spricht OM Donnerstag, den 7. Juni, abends V*9 Uhr, im großen Saal der Harmonie, Landhausstraße, über das Thema * Untergang oder Erneuerung — Schicksalswende Unkostenbeitrag: 50 Pfg. Für Jugendliche 25 Pfg. Karten-Vorverkfcuf: Buchhandlung Strauß, Waisenhausstraße Sekretariat der Zionistischen Ortsgruppe Dresden, Grunaer Straße 13 SO Lahre Israelitischer Kinderhort 3üb. Kinderhort Schularbeiten 3m Mai 1904 gründeten Damen der Fraternitasloge unter ihnen Frau Professor Winter, Frau Prisser, Fräulein Töplitz und Frau Julie Salinger den Dresdner Israelitischen Kinderhort. Diest Gründung erwies sich in der Folge als eben so nützlich wie notwendig, und heute, nach 30 Jahren, kann nian wohl sagen, daß diese wohltätige Einrichtung, zu einer sozialen geworden iss, die Segensreiches leistet. ein Wesentliches geringer wurden und zum Teil sogar ganz fortfallen mußten, nicht wettmachen. So ist es jum Beispiel in diesem Jahre zum ersten Male nicht möglich, die Kinder für die Ferien in das Erholungsheim nach Oberrochwitz zu schicken, und doch hätten die meisten e». t jar Wochen Erholung recht nötig. Einen Trost hat hier die Israelitische Aeligionsgcmeinde geschaffen. Sie hat dem Hort vor wenigen Tagen zu seinem Iubiläum «inen Kinderspielplatz geschenkt, so daß die Kleinen wenigstens in der Stadt ein Plätzchen zum Spiel haben. Oie Finanzlage des Hortes ist in der Tat so schwierig, daß selbst bei einfachster Führung die Aufrechtcrhaltung nur wenige Monate möglich sein wird. In einer Zeit, die das Bestehen einer solchen Einrichtung unbedingt erfordert, droht ihr das Ende. Oie Leitung des Kinderhortes hat deshalb am Tage des 30 jährigen Iubiläums die eine Bitte: „Spendet Geld, unterstützt mit Geld, erhaltet durch Geld. Solche Bitten sind nicht leicht getan, zumal man sich an Menschen wenden muß, die alle selber geprüft sind und mit Sorgen beladen. Aber gerade eigener Kummer öffnet die Herzen für fremden, und das Schicksal dieser Hortkinder, verlassen von allen, wäre so schwer, daß wir es nicht mit verschulden dürfen. Wir haben Gratulationskarten drucken lassen, und bitten, an Stelle von Blumen und Festgeschenken, solche Kärten zu ve» wenden. , Es muß nicht erst gesagt werden, daß geringste Beträge gleichermaßen wie höhere erfreuen. Oer Hort, anfangs, bei einer Besucherzahl von ungefähr 20 Kindern, im Gemeindehause untergebracht, vergrößerte sich, Hank der sichtbar fordernden Einwirkung auf die Zöglinge, sehr rasch. In seinem Heim, Metschelstr. 13 empfängt, beschäftigt, tröstet, und erzieht Fräulein Emmy Iarob, seit 10 Fahren Leiterin, mit 3 geduldigen Helferinnen, von denen 2 die Arbeit im Hort als Hachscharah betrachten, täglich 70 bis 80 Kinder. Vormittags fröbeln und spielen 'die Kleinen, nachmittags machen die Größeren Schularbeiten und lernen allerhand technisch-handwerkliche Fertigkeiten. Alle bekommen Mittagbrot und Vesper. Es gibt keinen unter den Kleinem der nicht mit Freube, zuweilen sogar mit Leidenschaft in die Rietschelsiraße ginge. Das Bestehen eines israelitischen Kinderhorts ist heute mehr denn je eine dringende Jiotwendigkeit. Oie von überall ausgegebene Parole: „Alles für die Fugend" wird für jüdische Kinder zu einer Forderung, die gamicht stark genug betont werden kann. Von einer bisher gewohnten und zumeist auch als natürlich empfundenen Gemeinschaft ausgeschlossen, brauchen gerade sie eine pflege von besonderer Sorgfalt, Erziehung, Fürsorge und Li«be, die über das Maß des Gewöhnlichen hinausgeht, um sie für das wesentlich härtere Leben, daS ihnen im Vergleich zu früheren Generationen bevorsteht, zu stärken. Insbesondere die Kinder des arm gewordenen Mittelstandes und des Proletariats, denen von. Hause aus vieles versagt ist, gerade sie brauchen solche Hilfe und Führung. Oie Arbeit wirb gehemmt durch großen Mangel an Mitteln. * Oie ehrenamtliche Arbeit hilfsbereiter Damen kann, so dankbar sie empfunden wird, die Tatsache, daß bare Unterstützungen um Als größere Veranstaltung plant man am 10. Iunj im Rochwiher Erholungsheim ein Kinderfest, dessen Ertrag der leeren Kasse zugute kommen soll. Es geht um das Wohl von jüdischen Kindern, von Trägern jüdischer Zukunft. Darum „helft uns helfen!" Das Bankhaus Gebr. Arnhold, Oresden, die Wohlfahrtsstelle der Israelitischen Veligionsgemeinde, sowie Vorstandsdamen nehmen Spenden-gern entgegen. - H. Pelm Spiel Iüd. Kinderhort ' . i

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