Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 5 (5.1934)
- Date
- 1934-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 5 Seite 11 Gemeindeblatt der Israelitischen ReligionSgemeinde Dresden > » » Jac. Sternlicht Dresden - A. 19 Stübel-Allee 35 Fernruf 34185 . Postseheckk.r* ^resden 36 956 Bankk.: Gebr. Arnhold Dresden Abfeilung: „Hygiene und Judentum“ Herausgegeben im Einvernehmen mit israelitischen Landesverbänden und Gemeinden Beiträge: Dr. Alfred Baginsky Rabbiner Dr. M. Bamberger Dozent Dr. G. Baum Dr.' L Birutti Jos. Cariebaeh- Eugen Caspary Prof. Merdadö J. Covo Rabbi Akiba Eger s. A. Isi Eisner Ernestine Esdtelbacher Rabbiner Dr. M. Eschelbacher Rabbiner Dr. Felix Goldmann j Dr. Max Grunwald Univ. Prof. Dr. Hanauer Dr. Jacob Jacobson Dr. med. Jos. Kellner San. Rat Dr. Lachmann Dozentin Eva Landsberg Dr. med. Gustav Löffler Dr. med. S. Mezan Dr. Alfred Nossig Dr. Else Rabin Dr. W. Rapaport , Rabbiner Dr. Jul. Samuel-t San. Rat Dr. Sdterbel-Lissa Dr. med. Erich Schlüssel Dr. med. Felix A. Theilhaber Rabbiner >Dr. Vogelstein > Frieda Weinrich Dr. med. Oskar Wolfsberg u. a. r Jllustrationen:' Aus der Kunstsammlung] der Jüdischen Gemeinde zu Berlin* »Ose« Gesellschaft für Gesundheitsschutz derMudenge.'V. i und andere Abbildungen fff - I SeUc tyuUcU QH&dityt Ttaü, sehe yuUcUc Hecc! i Es fehlt nicht an Einzeldarstellungen in der indischen und nichtiüdischen Literatur | der ganzen Welt, die über die weise Vorau»tsichf und die volkserhaltenden. hygienisch und eugenisch wirksamen Ftesh'mmungen des jüdischen Religionsgesetzes zu berichten wissen, die sich, mit den Lebensbedingungen des Menschen beschäftigen. Nicht immer aber lassen sie die absolute Geschlossenheit und Einheitlichkeit lies Gesetzes klar in Erscheinung treten, innerhalb dessen diese .gesundheitlichen“ Bestimmungen nichts Zufülliges, nichts Aufgenfropftes oder als Ergänzung Hinzugekommenes bedeuten, sondern das ein gedenkliches Werk aus einem Guß. ein Erstem von unerhörter und Unvergleichlicher Harmonie und Zielbewußtheit darstellt. Sein Zweck ist die Heiligung des Menschen, der dem Göttlichen und dem Dienst an ihm auf Erden durch die Durchdringung eines Lebens mit den hohen Anforderungen eben diese« Gesetzes nähergebracht werden soll. Ein solcher Versuch, aus der Vielheit der Auswirkungen des Religionsgesetzes auf das geistige und leibliche Wohl des einzelnen Menschen, auf Fortdauer und Lebenskraft des Volkes, auch diese bezwingend scharfe Einheitlichkeit des Wollens herausleuchten zu lassen, bei der Aufteilung in einzelne Sektoren doch den gewaltigen Kreisumfang der Absichten des Gesetzgebers ahnend schauen zu lassen, sollte hier im knappen Rahmen einer Sammelschrift unternommen werden. Daß es nur ein — schwacher — Versuch sein konnte, ergibt sich an« der gigantischen Größe des Objekts, das nicht zergliedert, nur dem, Beschauer nähergerückt werden sollte. Zwei Gesichtspunkte lagen im Wesentlichen der Art der Sammelschrift-Redaktion zugrunde: Einmal zu zeigen, daß das Religionsgesetz auch in «einen als -hygienisch“ empfundenen Teilen nicht rationalistisch gedeutet und bestenfalls als kluge Vorwegnahme — um lahrtausende! — viel später erst zum Teil wissenschaftlich — empirisch auch begründeter Vorschriften anerkannt werden kann. Zu gewaltig ist dieser Geistesbau. um Menschenwerk sein zu können, zu riesenhaft seine Gnadersteine. als daß sie mit den schwachen Werkzeugen aus menschlichem Arsenal hatten behauen werden können. In unlösbarer Verschlungenheit und letzter innerer Verbundenheit sind Bestimmungen aus allen Gebieten, auf denen sich menschliches Lehen betätigen kann, ineinander geweht. Nirgends kann das Seziermesser des'geschicktesten Anatomen der Kritik si& trennen, ohne den Bau des Ganzen, die erstrebte Gesamtwirkung zu gefährdet» Nicht durch einzelne als .hygienisch“ erkannte Teile allein wirkt das Gesetz lebensspendend, sondern in «einer Ganzheit, und niemals erscheint die körperliche Gesundheit allein Selbstzweck, sondern als ein Effekt. Ewig überzeitlich, in ' die fernsten Entwicklungszonen der Menschheit hineinnron-riert. (turchzittert \jnm warmen Lebenshauch des Schöpfers, umwittert vom Sturmwind der geistigen Berepshöhn. wo die ganz großen Gedanken geboren werden mtd doppelt geheiligt von den Meeresfluten jüdischen Blutes, das in mehr als zweitausend lahren um es geflossen ist. steht das Gesetz da und bedarf zu seiner Krönung nur wieder einer Generation, die die Größe besitzt, sich zu ihm durch die Tat zu bekennen. Und so das Zweite: Den Juden der Gegenwart kann nicht oft und nicht eindringlich genug vor Augen geführt werden, was sie an seelischen und für ihre geistige und körperliche Gesundheit bedeutsamen — unersetzbaren und auch unersetzt gebliebenen Werten eingebüßt haben, als sie ihren religiös-kulturellen F.igenbesitz im Id. tahrhundert in dem Assimilation genannten großen Prozeß aufgegeben haben. Mit der Abkehr von dem -Baum des Lebens“, wie das Gesetz sinnvoll und im tiefsten Grunde wahrheitsgemäß genannt wird, schwinden auch die Lebenskräfte des jüdischen, Stammes. AHe noch erzielte Leistung von überragender Bedeutung zehrt nur noch ans dem Pe«»rvoir das durch Hochziichtung in 100 Generationen d*e Väter angelegt pnd im hohen Pegelstand erhalten hatten, das jetzt aber dem Austrocknen entgegensieht. Der — von den besten luden aller Gruppen und Richtungen — erstrebte seelische Gesundheitsprozeß des deutschen und Weltiudentums kann nie das Resultat irgendwelcher Experimente. sondern nur Folge der Wiedervermahlung modern indischen Geistes mit der lebensspendenden Atmosphäre des Gesetzes der Thora sein. Diese Argumente schienen stark genug, um das IWagnis der Herausgabe dieser Schrift nach dem vortrefflichen Sammelwerk Grnndwald’s zu rechtfertigen. Die umwälzenden Strukturveränderungen im Lehen der Juden seit dem Kriege in Europa und ' das Werden d^s jungen Palästina seit Erscheinen des Grundwald’schen Buches kamen als weiterer Artlaß hinzu. Möge die Schrift viele Inden und lüdinnrn nachdenklich machen urjd veranlassen, selbst zu den Duellen jüdischen Wissens und damit jüdischer Kraft hinabzu»? feigen, um mehr .zuhören zu lernen —und auszuüben“, und möge gerade in dieser Zeit, die Zahl der Nichtiuden aller religiösen Bekenntnisse nicht gering «ein. die hier etwas von dem wahren, ihnen sonst oft genug verzerrt dargestellten Gesicht des Judentums sehen und erkennen, daß die Worte, die einst unter Blitz und Donner am Sinai gesprochen wurden, nöch heute die Kraft in ,sich bergen, cho. die nach ihnen leben, stark und gesund zu machen und damit in den Stand ri, setzen, das göttliche Geschenk des Lebens durch Leistung und solidarische Brüderlichkeit mit allen Menschensöhnen abzugelten. Der* Preis dieses Werkes, reich illustriert, auf Kunstdruck oaoier herqestellt, in blauem Ganzleinen qebunden, betrfjqt nur 4.— RM u"d ich hoffe aern, daß auch Sie von diesem außerordentlich günstigen Angebot Gebrauch machen werden. Aatomobilbesifzer! Verbandsmitqlieder, die durch die Gleichschaltung in den Autoverbänden aus ihren bisherigen Klubs aus*- gegliedert wurden, haben die Möglichkeit, einem nationalen Klub beizutreten.* Auskunft'”und*Anmeldunn nur schriftlich erbeten an Jac. Sternlicht, Dresden-A. 19, Stübel-Allee 35