Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 10 (10.1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Leite 4 Nr. 10 / Gemeindeblatt der Israelitischen Religion-gemeinde Dresden nun bei krentzkamm bitter marzipan in der nenen gesehenkpacknnjj ,'oinöi’n nickt in die Hände zu iallen der erste j^all eines Selbstmordes in der Bibel. Auch dieses Endender Ausdruck eines ieidenichaitlickien Gemütes, in dein stürmische Aktivität und tiei'le Berzwcitlung nebeneinanderlageu. Uever die Größe des Rückschlages, den der 2ietf der Philiiier brachte. Imben wir nur iieniw Nachrichten, ^niuictiit fit’i timen die ganze Ebene^Iizreel vis nach Bet Lean zu, denn die Iiraeliteu räumten in panikartiger stuckt die Trt 'äfften, die iie inne vatten. Aber nickt die Ztanaanäer waren die Rntznießep. des Erfolges. ne tauschten nur den Herrn, denn die Plüliiker besetzten und besiedelten die Ltädte der Ebene selbst Bet Lea», wie wir jetzt aus den amerikanischen Ausgrabungen ivinen. Augenscheinlich baben die Philister auch den Rordteil des t'sebiraes Evbraim besetzt, denn Lauts ei uzin iiberlebender. neck uninündigcr Lobn Isbaal. der ihm unter der Leitung 'eines Ieldberrn und Tbeims Abuer in der Regierung folgte, wäblte Mabanaim iin Litjordanlande zu seiner Residenz. Lan iie aber nickt weiter nach Lüden vorsließen, vielleicht wgar die besetzten 'Gebiete nickt dauernd sefkbielten (die näiuvie zivitckten Tavid und Isbaal ivielten sich jedenfalls im Gebirge Epbraim ab,, mag außer in der Unzuverlässigkeit der enttäuschten .uanaanäei^ seinen innersten Grund in ihrer Trgani'atiou in Ltadtfürnentümern haben. Lie sind zwar;u einer militäriickieu Bereinigung, aber nie zu einer staatlichen Einheit gelaugt.- Bei der Erwerbung und Berwaltuug größere», eroberten 'Gebiets mußte es daher immer zu Lcklvierigkeite,,' in der Berteilung kommen, und das ivar wohl die > tiefste Unacke. warum dock schließlich die Macht der Philister abivärts ging, iväbrend Israel emporslieg. Im Lüden griff Tavid hurtig;>r und »lachte sich zNin .'töuig von Juda. Entgegen der üblichen Borstellung hat er anscheinend nickt sofort einen Beriuch gemacht, den erledigten Tbron Lauls selbir zu besetzen. Auch sein sudäischcs Ztöuigtum war nur denkbar durch die Zustimmung der Philister, die deuten mochten, daß ihr Basall auf dem Throne von Hebron ein beauemes Gegengcivickt gegen das Mietdi der Lauliden bildete. Las; Tavid bis zur Eroberung von Jerusalem Basall der Philister blieb, war die Urfache dafür, das; er liehen Iabre lang ohne jede Reibung nüt den Philistern seine Macht festigen konnte. . Lo wardie eben neu Laul ticictuiffeite nationale Einheit wieder zerbrochen. Es erbebt sich die Frage: Was blieb, überhaupt bei diesem jähen Zusammenbruch von dem ganzen Lebcuswerk Lauls übrige Wenn man näher hinsieht, doch weit mehr, als inan auf den ersten Blick glauben möchte. Ter Gedanke der nationalen Einigung im .Königtum, den er zum erstenmal verivirklichte, konnte nicht mehr verfchwindem Man muß freilich, wenn man die Tinge objektiv sieht, sagen, daß dieses Problem nie ivieder in so vollkommener Weise gelöst lvorden ist, wie durch Laul. Er hatte, vom Rorden ausgehend, Juda durch geschickte Freundschaftspolitik für den Reichsgedanken gewonnen. Tavid dagegen, vom Lüden ausgehend, erwarb Rordifrael mit. dem Lckwert. Taher blieb seitdem zwischen beide» Reichsteilen ein latenter Gegensatz, der schon zu Davids Lebzeiten beim Aufstand des Absalom und deS Leba zum offenen Ausbruch kam. Auch Lalomo behandelte, wie Alt gezeigt hat, Juda als königliches Hausland, Rordifrael dagegen als Provinz, und so führte dann die Erhebung Iero beams zur endgültigen Trennung. Bon dauerndem Wert, blieb auch die Heranziehung des Lstjordanlandes, die Laul schon in seinen Anfängen erreicht hatte. Es blieb nicht nur für fein Ztönigtum. die festeste Ltützc, ivie sich nach seinem Tode zeigte, sondern ebenso auch für Tavid. eben weil es dem Gegensatz zwischen Israel und Juda fernskand. Auch die Licherung der Lüdgrenze gegen die räuberischen Beduinen war eine fortwirkendc irulturtat. Auch liier batte Tavid nur zu vollenden, was Laul begonnen hatte. Bon entfckzeidender Bedeutung für die Geschichte Israels ipar endlich Lauls.Borgehen gegen die (tanaanäer. Er machte ihrer Ernten; als eines sremdartigen und.feindseligen Ziörpers innerhalb der Ration im wesentlichen ein Ende und leitete den Perschmelzungsprozeß ein. der unter Tavid rasch weiterging und bald zur Entstehung der einheitlichen israelitischen Ration führte. Ueberall, wo Laul eiugriff, schuf er mit sicherem Blick für die Forderung des Augenblickes zukunftsvolle Anfänge. Er ist der wirkliche Lchöpfer des politisclien Israels, und das höchste Lob für ihn ist, daß das Werk seinen Lchöpfer überdauert hat. Leiten ist in der Geschichte ein Mann so der Berkennung anheimgefallen wie Ztönig Laul. Ein klassisches Beispiel dal für. daß ein .Herrscher für die Rachwelt das ist, was fein (Geschichtsschreiber aus ihm macht. Tie Berichte über Laul sind gan.; auf die Berherrlichung Lamuels und Davids ein- ' gestellt. Durch seinen Gegensatz zur Priesterschaft und zu dem Mann, der für die Lpätcren das Ideal des Herrschers wurde, hat Laul die beiden Grundrichtungen gegen sich, die die spätere biblische Literatur beherrschen. Wenn es richtig ist, daß der Berfasser des ältesten geschichtlichen Berichtes eben jener Ebjatar ist, der mit genauer Rot fein Leben vor dem Lchwert Lauls gerettet hat, so müssen wir sogar die höbe Objektivität dieses Lchriftstellers bewundern, der sich von jeder herabsetzenden Berzcichnung der Gestalt Lauls fcrngebalten hat, wie Ne Lpätere daun in reichem Maße geübt haben. Darum lohnt es, überall zur ältesten Gestalt , des Laul-Berichtes vorzudringen, und so diese glänzende und sympathische, dabei tragische und tief unglückliche Persönlichkeit des ersten Ztönigs von Israel wieder ans Licht zu ziehen. Hlü Herren- und Knaben-Kleidung Feine Maß-Schneiderei Herren-Wäsche und Mode-Artikel CqerfeSohn NUR IN DER JOHANNSTRASSE