Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 10 (10.1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10 Seite 3 Äemetndeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Jüdiidie Pfundsammluna Da die Zahl der Bedürftigen in unserer Gemeinde sich noch nicht verringert, sondern wesentlich vergrößert hat, wollen wir auch in diesem Winter unser Liebeswerk, die Bedürftigen nach Möglichkeit mit Lebensmitteln zu versorgen, wieder aufnehmen. Wir bitten alle Gemeindemitglieder, die noch in der glücklichen Lage sind, geben zu können, von Herzen, uns wie im vergangenen Winter dabei zu helfen unct uns je nach Können regelmäßig Spenden zukommen zu lassen. Wir werden uns in den nächsten Tagen persönlich an die Gemeindemitglieder wenden und hoffen, keine Fehlbitte zu tun. Einzahlungen sind zu leisten auf das Konto „Jüdische Pfundsammlung“ bei dem Bankhaus Gebr. Arnhold.!. ' Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Frauenorganisationen Dresdens Wüste und Gelobtes Land Elius Auerbach. SJiiftc und (Gelobtes fand, «beschichte »Israels von den Au iänaen bis a ii m Tode Z a l o m o s. fcrikon sorinat. XII und -1«»7 Leite», mit 32 teil» sarbigen Bilder» aus Taieln. viele» »arten und Lkizzen im Tert. «»ebestet 14 2M„ «'Knulciitcit 1H Ä„ Halbledcr 18 2)1. Berlin. Murt *JoIff Berlaa A«cj.. IU32. »In diesen Tagen erscheint im »urt Kolfl-Bcrlaa ein bedeutsames Werk der jüdischen «äeschichtc. Darin behandelt Dr. Elia» Auerbach, der zivaiiAia »labre als Arzt in Palästina gelebt bat. der fand und feute aus eigener Anschauung genauestens kennt, di« altifraelitisch« «beschichte in der geschulten Methode der europäischen «belehrten, und aleich- ,eilig ausgerüstet mit einem umsassenden jüdischen Kisten uud einer ebenso arvitcn heilten firbe zu seinem «^cgenstaud. Wir verültentiichcn mit Erlaubnis des Berlages das nachstehende »avitrl. Sauls Ende und Persönlichkeit " Tie Philister holten zu einem gros^n Schlage aus. Während der Regierung Sauls werden wohl Grenzkämpfe nie ganz aufgehört Haben, aber von größeren Kampfhandlungen hören wir nichts. (Tie Goliath-Geschichte ist allein nicht beweiskräftig genug). Aus ihrer fchlveren Niederlage am Anfang der Negierung Sauls hatten die Philister gelernt, wie gefährlich es für sie war, die Israeliten in dem unübersichtlichen und dicht von Bauern besiedelteil Gebirgsland anzugreifen. Taf; sie diesmal als Angriffsziel die Ebene ^izreel ivählten, ist für uns sehr lehrreich. Es zeigt, daß sie 'die Ebene als gesicherte Etappen- und Rückzugsstraße für sich ansahen. Tas >var nur möglich, wenn eine Perftändigung mit den noch in halber Selbständigkeit, zumal in den festen Städten, fihendeii .ttanaanäcrn vorangegangen war. Außerdem konnten die Philister damit rechnen, ihre in der Ebene entstandene und ausgebildete spezifische Zlampftechnik — sic kämpften, wie ivir aus biblischen Nachrichten und ägyptischen Abbildungen wissen, mit Panzer, Helm und schwerer Stoßlanze, ivie die Griechen der gleichzeitigen trojanischen Epockie c— hier in dem ebenen Ztampffcld besser zur (Geltung zu bringen. Ter Uebergang der .stanaanäer zum Feinde und die (Gefahr des Verlustes der ^izrecl-Ebene, und damit vielleicht auch .Galiläds, ivar auch der zwingende Grund für Saul, den .ttampf hier anzunehmen, wo er ihm angeboteu wurde. Er mußte sich vom Feinde das Gesetz des Handelns vorschreiben lassen, aber er suchte wenigstens, dem für ihn itn günstigen Kampfplatz durch geschicktes Manövrieren die beste Seite abzugewinnen. Tie strategisclre Situation war klax gegeben. Seit der Tebora-Schlacht ivar in die kanaanitische Jizreel-Ebene eine Bresche gebrochen worden, die durch israelitische Bauernbesiedlung gesichert ivar. Tiefer israelitische Streifen ging im Mittelteil der Ebene voni Tabor über Sunein und Jizreel nach dem Bergland von Gilboa, und fand hier seinen festen Anschluß nach Süden zum Gebirge Ephraim. Westlich von ihm blieben als kanaanäische Bastionen Megiddo und Taanach, östlich Bet Sean stehen. Die Philister, die sich auf kanaanäisches Gebiet stützten, mußten vor allein danach streben, die israelittsche Turchgangsstraße nach (Galiläa zu zerschneiden und so den Ost- und deü Westteil der kanaanäischen Ebene miteinander in Verbindung zu bringen, um ihre beiden Flügel zu sichern. Deshalb stellten sie sich im Zentrum dieser israelitischen Straße, bei Sunem, auf. Aür Saul, der auf dieser Straße anrückte, war das Wichtigste, seinen Rückhalt am Gebirge Ephraim zu sichern. Er schob deshalb seine Truppen vom Gebirge Gilboa her »ach Jizreel vor. So konnte er hoffen, an der sicher schon damals israelitischen Stadt Jizreel eine Stütze und Ausnahmestellung zu baden, zum mindesten aber im stalle eines Mißerfolges einz: Deckung feines Rückzuges in der Richtung Gilboa-Bczek. Tein Schlachtbcricht vorausgeschickt ist die Erzählung von dem BesmH Sauls bei der Totenbeschwörerin von Endor. Ob diese Episode in ihrem .itern als historisch anzusehen.ist oder nicht, ist kaum zu entscheiden. Rein geographisch wärq es auch in der Nacht vor der Schlacht noch möglich, daß Saul mit kleiner Begleitung am Ostrand des Nebi Tabi l..kleiner Hermon") herumgehend ohne Störung durch Vorposten der Philister Endor erreichte und auf dem gleichen Wege noch in der Nacht zurückkehrte, freilich hätte er dazu,in jeder Richtung einen Weg von etwa 10 Ziilometcr zurücklegen müssen, wozu er in der Nacht und in diesem (Gelände fiiiu bis sechs Stunden Marsch bralichte. Dazu aber ist in diesen Breiten die Nacht im Frühjahr (Mitte April etwa von 7 bis 5 Uhr) völlig ausreichend lang. Wie dem auch sei: die Szene bei der „Here von Endor“ ist jedenfalls ein Ivundervolles und von innerer Wahrheit erfülltes Gemälde von Sauls Seelenzustand vor dem traai sckjen Ende seiner Laufbahn. Ter Mann, der ivie ein strahlender Stern über Israel aufstieg und in sieghafter Ent schiossenheit seine Bahn betrat, ging in schwerer seelischer De Pression, mit Zagen und bösen Ahnungen, in seinen letzten Zkampf. Bon den Priestern gemieden und angeseindct. v.er lassen von seinem freund und Schwiegersohn, den er fürchte» mußte in den Reihen der Feinde zu treffen, wohl auch zerfallen mit seinem ältesten Sohn, klammerte er sich an ei» Schemen des Aberglaubens, mit das Schicksal des morgigen Tages zu erfahren. Er konnte von dem toten Gegner, den er heraufbeschwor, nichts anderes hören, als was feine eigene düstere Ahnung ihm zurief: „Morgen bist du und deine Söhne bei mir!“ Er stand schon mit halbem Leibe in der Gruft, aus der er jenen hrnaufrief. Tas Los der Schlacht entschied gegen die Israeliten. Tie 'Philister gestalteten die Niederlage nach dem Porbild ihres einstigen Ueberwinders durch Hartnäckige Verfolgung zur Katastrophe. Tie Stadt jizreel gab den flüchtigen Israeliten keinen Rückhalt, und beim weiteren »kiickzug ereilte Saul, nachdem seine, Söhne vor ihm gefallen waren, aus dem Ge birge Gilboa sein, Geschick: er gab sich selbst den Tod, um den Was, Sie waren noch nicht im Berghof Raupennest in Altenberg/Erzgeb.,8oom ♦ Nicht einmal jetzt, wo es Pauschalpreise gibt? Goethe schrieb 1813 über die Baupennest Gegend in sein Tagebuch: „Wie segne ich den Genius, der mich zum An- , schauen dieser Gegend getrieben hat, die so lange das Ziel meiner Sehnsucht gewesen ist.“ Fernruf: Lauenstein 581