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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1931-12-01 · 12 (12.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
7 (1931)
Issue
12 (12.1931)
Date
1931-12-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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«T. 12 Gemetndeblatt der Israelitischen ReligtonSgemeinde Dresden Seite 3 indische Frauen! Einer der schwersten Winter steht bevor. Die wirtschaftlichen Verhältnisse werden immer schlechter. Trostloses Elend droht vielen Familien. Auch in unserer Gemeinde wächst täglich die Zahl der Hilfesuchenden. Um die Bedürftigen nach Möglichkeit mit den nötigsten Lebensmitteln -zu' versorgen, hat die Unterzeichnete Arbeitsgemeinschaft eine PfundsaMmlHiHi eingerichtet. Diese Sammlung ist in folgender Weise gedacht: Jeder sende wöchentlich oder monatlich von ir- ' '* gendeinem Lebensmittel nach eigenerWalil oderstatt dessen eine Barablösung an folgende Sammelstellen: 1 Frau Therese Ballin, Holbeinstraße 129,1. Frau Elli Lcsser, Hübnerstraße 18, ptr. Frau Irma Barasch, Würzburger Straße 37 ptr. Frau Neumann, Bautzner Straße 14 Frau Langermann, Große Brüdergasse 23,1. Frau Eva Stein, Elsässer Straße 5,11. Frau Lehmann, Kesselsdorfer Straße 11 Frau Henny Winter, Mathildenstraße 46,1. Frau Emmy Wolf, Zeughausstraße 1,111. Es wird gebeten, die Pfundpäckchen möglichst am Montag oder Dienstag abzuliefern und den Inhalt der Tüten zu bezeichnen. Erwünscht sind Zucker. Erbsen. Bohnen. Grieß, Reis, Linsen, Mehl, Nudeln, Makkaroni, Kakao, Tomor, Palmin, Kaffee und sonstige nicht leichtverderbliche Lebensrnittel. Wir sind überzeugt, daß jede Frau in der Lage und auch bereit ist, auf diese einlache Weise dazu beizutragen, daß alle Bedürftigen unserer Gemeinde vor Hunger bewahrt bleiben. Geldspenden sind auf das Sonderkonto „Jüdische Pfundhilfe“ iin Bankhaus Gebrüder Arnhold einzuzahlen. Lebensrnittel und kleine Geldspenden werden auf Wunsch auch abgeholt. Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Frauenorganisationen Dresdens / i ftnnb erst die rechte straft und Organisation. Die Familie der Hasmonäer macht sich zum Mittelpunkt des aus Wiedererlangung der religiösen Unabhängigkeit gerichteten Kampfes gegen Epiphanes und die von ihm vertretene griechische itultur. Der Stammvater dieser Familie, der Priester Mattalhia benJochanan ausModin,gibt zusammen mitseinen fünfSöhnen durch Tötung deS königtictien Beamten und seiner Truppe und Niederreibung des griechischen Altars das Signäl zum offenen Ausstand und zur Sammlung der Kräfte. (Sk wird mit Rücksicht auf die vielen Chassidäer, die streng Frosinmen, der Beschluß gefaßt, im Interesse der Säche notfalls atich am Sabbat zu kämpfen. Dann ergeht der Aufruf zum heiligen Kriege. Es ist einstrveilen ein Kleinkrieg, der in dem schnellen Hervorbrechen und dem schnellen Verschwinden jüdischer Kriegstrupps besteht. Aber er wird mit einer solchen Fähigkeit und wachsenden Sammlung der Kräfte geführt, daß Epiphanes sich dazu entschließen muß, ein reguläres Heer Unter der Führung des Appolonius ins Treffen zu sichren. Die Judäcr, von dem Hasmonäer Inda, genannt Juda Makkabäus (der Hämmerer) geführt, nehmen den Kampf auf und bestehen ihn. Ein zweites, noch größeres Heer, das ihnen im gleichen Jahre unter Heron entgegengestellt wird, schlagen sie bei Bethhoron. Ein drittes Heer unter Georgias, das zur völligen Vernichtung bestimnit ist, wird in der Nähe von Emmaus besiegt. Die Schar des Juda Makkabäus wächst auf 10 (XX). Damit kann er. im folgenden Jahre, 103, als Epiphanes ein viertes Kriegshcer unter seinem Vertreter Lysimachos abschickt, bei Bethzur einen entsckieidcnden Sieg erringen ulid das ganze Land Judäa säubern. Er ist Herr des Laiches. Der Weg nach Jerusalem ist frei. Er besetzt die Stadt, schließt die Hellenisten und den Rest der griechischen Besetzung in der Akra ein und besiegelt den Sinn seiner Kämpfe durch eine feierliche Neüeinweihung des gesckiändeten Tempels. Von da an wird in der Judenheit das Ehanukkah, das Fest der Einweihung, der Erneuerung, gefeiert. Freitag im Städtchen' Voi Schalom Asch Beim Wunderrabbi im Bcchaus. Eine mächtige Versammlung! In Gottes Gemeinde sind alle gleich, ob Kinder oder Greise, alle haben eine Seele, einen Leib, eine Gottesliebe, alle beten in einem Gotteshaus. Und alle Gebete sind eins, wie tausend Stimmen ans einer Brust. Die ganze Gemeinde ist ein einziges Ganze, ein Meer von schwarzen pelzverbrämten Samtmützen und schwarzen Bärten. Alle Augen sind auf den Mann in dem weißen Gewand gerichtet, der zwischen den dunklen Gestalten guer durch den Raum auf und ab schreitet. Es ist der Wunderrabbi. Seine Hände ruhen in dem seidenen Gürtel, den Finger nahezu krampfhaft umschließen, seine Augen sind zur Decke gerichtet, und auf der hohen, leuchtenden Stirn liegt eine scharfe Falte — dieses Mannes Gedanken sind Andacht und Gottesnähe. * Aus dem soeben im Paul-Zsolnay-Verlag. Berlin, Wien, Leipzig, erschienenen Buch «Von den Vätern". Preis 5,50 M. Und Gott tveilt inmitten der Gemeinde, ist eins mit seinem Volke, ein Teil des Ganzen, eine Flamme am Leuchter der Gesamtheit. Die Gemeinde Israels und Gottes Geist, beide ins Exil verbannt, treffen hier zusammen und erinnern sich der bräutlick)en Zeit, da sie vereint waren. Und fürwahr — ist es nicht zwischen ihnen wie zwischen Brautleuten, die Streit miteinander gehabt hatten? Sie sind nach verschiedener Richtung voneinander gegangen, in ferne Länder und jetzt treffen sie zusammen an einem Rastort jn der Fremde... * Ter Rabbi sang den Liebeshymnus an Gott, das Hohe Lied. Er sprach mehr als er sang, feierlich, mit tiefer Andacht, jedes Wort nach seinem Sinn und nach seiner Köstlichkeit: ' „Seht mich nicht an, daß ich so schlvarz bin, die Sonne hat mich so verbrannt. Meiner Mutter Kinder zürnten, mit mir, sie haben mich zur Hüterin der Weinberge gesetzt, aber meinen eigenen Weinberg habe ich nicht behütet."

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