Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 12 (12.1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 »emeindeblatt der Israelitischen Religion-gemeinde Dresiien Nr. 12 L. »nr bei kreutzkamm bitter marzipan in der neuen geschenkpackiiug - ii'o alle* auf letzte .Konsequenz und auf das Prinzip gestellt tu. ift von der äußeren zur inneren AiiSjZleickiUng nur ciu halber Schritt. Tie Nachahmung der Sitte wird Assimilation au dein Sinn der Sitte. Und diejenigen, die sich ablehnend verhalten. können nidrt bei der Ablehnung verharren, sondern lüü'Hii >jch darin bis zur Aggressivität überschlagen. Während io im xfaiife einer ganz kurze», aber turbiileirteii Entivicklung die Partei der Hellenisten znin völligen Verzicht ans Absonderung und Eigenart. zur bedingungslosen Akzeptierung des Hellenisinus bereit ist. versck-ärfen die Gegner. die Konservativen. die Ehanidäer, Schritt um Schritt die bindenden, ab- 'oudernden Ritualgesetze und verbieten letztlich jede Beziehung und jeden Verkebr mit Griechen und (Griechischem überhaupt. Aus der Vericknedenbeit von Wertung und Aiifiassnng find Parteiungen geworden . .?• Ter Vollstrecker des griechischen Machtwillens ist zu dieser Zeit Antiochns IV. Epiphanes. Er verbringt die ent scheidenden Fakire seiner Entwicklung als (Geisel in Rom und ii'ird eine bedenkliclxe Mischung von OkiodK »nd Römer in feiner ganzen geistigen Haltung. Er benutzt gern die Möglichkeit. sich in die inneren Verbältnisse Judäas einzumiictzen. An Jerusalem amtet der Hobe Priester Onias IIl. Sein Bruder Jo'iia. der sich Jason nennt, in .Hellenist un-d strebt miirfi dem AMt seines Brutzers. weil er ZN Recht davon ans. gebt, daß sich nur durch Beherrschung dieser Position Ent- 'ciieidendes für die Gräzifiernng tun lasse, (siegen eine entfvrechende ('ieldleistung und die 'insage in Jerusalem ein (ssymnasjum-einrichteu zu wollen, erreicht er (171) seine Einsetzung als Hober Priester. Nun dieses Amt einimil den -Hellenisten ausgeliefert ift, iann es nicht ausbleibcn, daß sie es so answerten. wie ne cs in de» fortgesetzten Streitigkeiten ihrer hellenissiichcn llmgebnng ieben: als (Grundlage für persönliche Machtentsalliiug. Eitier der Hellcnistenfübrcr^ Onias, der sich Menelaus nennt, verwrichi Epiphaiws eine noch höhere Geldleistung, wenn er Jaion abietzen und' ihn selbst einsetzcn will. Ter Selencide Imt kein Bedenken, das zu tun. Tv Menelaus die venvrochene xaufsiimme nicht leisten kann, bestiehlt er kurzer -Hand den Tempelscbatz. Ten verdrängten Hohen Priester Onias lll., der iim wegen Tempelraiibcs anklagt, läßt er erniorden. Während er sich zu feiner Rechtfertigung zu Epiphanes begibt. fetzt fein Bruder Lynmachos in seinem Aufträge den Raub an den Tempelschätzen fort.' Tas Volk in Jernfalein rebelliert und erschlägt Lynmachos. Ter Prozeß vöc dem Selcnciden läuft io aus, daß -er Tempelräuber und Mörder ireigeivrochen. aber die judäisckxen Ankläger bingerichtct H*crden. Judäa bekommt den Geist zu spüren, der dem Leben in der griechischen Polis.sooft sein Gepräge gab. Während Antiochns Epiphanes sich zur Eroberung Aegyptens anschickt und ganz Judäa den Ausgang dieses Öliges mit Spannung crivartet, verbreitet sich die Nachricht, von seinem Tode. Sofort ergreift das Volk die (yelegenhcit, die Tyrannei schon än den Anfängen zu ersticken. Tie Hellenisten wekireit sich. An Jerusalem tobt der Bürgerkrieg, aber Epiphanes lebt noch. Rom hat chm den energischen Wink gegeben, Aegypten ^n räumen. Er zieht ab und entladet seine Wllt über -diese Niederlage nich über den Widerstand der Judäer durch die lleberrumpelung Jerusalems. Ter Vollstrecker griechischer Kultur mordet tvie ein Wahnsinniger in der Stadt. Er dringt in den Tempel ein und stiebst. uki§ seine Schützlinge noch nicht gestohlen haben. Aus griechischer Phantasie oder griechischer Perlcgcnheit läßt er verbreiten, die Judäer beteten in ihrem Teppel einen goldenen Esclslopf an, und er habe dort einm Griechen auf dein Bett gefesselt vorgefunden, der zu Oprcrzwccken gemästet worden sei. (Später ivurdcn daraus Ehtistenkinder.) Eine iyrifckzc Garnison bleibt in Jerusalem zu Zück, um Menelaus und die Hellenisten zu schützen, aber dangt macht die Hellenisierung noch keine Fortschritte. Im Gegenteil. Epiphanes hat durch seine Barbarei sich und dein Griechentum erbitterte Feinde geschaffen. Immer mehr Mensckfcn eirtivcichen aus Judäa und entfliehen nach Aegypten unter dem Schutz der Ptolemäer. Tie Anwesenheit der Juden bekommt der Soleucide zu spüren, ivie er (1(>8) einen zweiten Feldzug gegen Aegypten nnternimmt. Wiederfällt ihm Rom in die Arme, und wieder rächt er sich an den Hndäcvn. Es beginnt unter der Exekutive .feines Feldherrn Appolbniiis ein erneutes Massenmorden in Jerusalem. Frauen und .Kinier norden in Haufen auf die Sklavenmärkte geschickt^ Die Stadtmauern werden eingerissen. Statt dessen wird inmittsn der Stadt ein Fcstungsba» für die griechisckzen Trisppen sefchaffen, die Akra. Ten» Epiplzanes hat beschlossen, jetzt mit den Jndäern und ihrem Widerstand gegen die .Hellenisierung Schluß zu machen. Bo», der Verfolgung der Judäer gehl er zur Verfolgung des Judaismus über. Er nimmt Judäa die Autonomie. Er verbietet die Befolgung des jüdiistzen Religionsgesetzes, besonders nachdrücklich die Vornahtne der Befchncidiiiig, die Feier des Sabbat und die Einhaktij gegen befiehlt er die sofortige Staatskultus und den Vollzug vo ng der Speiscgcfetze. Ta- Annahme des gricchisckzen i Opfern vor den gricchisckzen Götter». Ilm den Jndäern gie griechisckze Religion ein Tpfernng von unreinen In Jerusalem dringlich zu machen, besiehst er di Tiereir. und insbesondere hon Schweinen, und allen Städten des ismidys wer >en griechische Beamte eingesetzt. um den Vollzug didser Dj -jr- und zu erzwingen. Ter geringste Tode bestraft. Gebetbänscr werden nichtct und verunreinigt. Mensch Tas religiöse Märtyrertum hat ditrch den Angriff (Griechen lands auf Judäa feinv besondere Fprm und feinen besonderen Anhalt bekommen. aßnahmen zu überwachen Widerstand wird mit dem zerstört. Thorarollen vern massenweise ermordet. In Jerusalem ivird im iTezem Aufstclleii eines Götterbildes dem und ihm zu Ehren ein Schwein geo des Entsetzens", dem Schikkutz n mehr Menschen aus. In ganz halbverödete Stadt. Tie griechischer und die -jüdischen Hellenisten find .>er IM der Tempel durch olympisckzen Zeus geweiht isert. Vor diesem „Greuel ifschoman. weichen iimncr r Zeit ist Jerusalem eine i Loldaten iind Beamten ünter sich. lim Toten Meere, in der nisten sich die Flüchtlinge Aber in den Schlupfwinkeln Wüste und in den Gebirgshöhlen und die Vertriebenen zu eiiiein leidenschaftlichen Widerstand, ohne Erck'ägilngen über das Mißverhältnis der Kräfte au-;nstellen. Eine Aikseinandcrsetzu'ng^ mit der griechische» Religion überspringen sie, weist cs bei solch abgründiger Verschiedenheit nur das Ja odeir das Nein gibt. Ja sagen die Hellenisten, nein sagt die gr^ßc Masse des Volkes. Von den Ehassidäern zu einem sinnlosen aber heroischen Widerstand aufgestachelt, so verbreiten sich passive und aktive Gegenwehr über das ganze Land. Immer wieder werden Märtyrer geschaffen, iveil sic cs ablehnen, sterbenden und sinnlosen Göttern zu opfern. Immer wieder brechenaus den Verstecken Eiferer, die die fremden Altälre einrcißen, Beamte versagen und griechische Soldatentruphs überfallen. Epiphanes läßt ihnen bis in ihre Schlupfwinkel nachfagen i,nd sie vertilgen, wo er sie findet. Er ist jetzt fest entschlossen, sie ausznrotten. Aber durch diese Bedrohung gibt er dem Wider- Preisabbau Rindfleisch, Pfand von I RN, u Kalbfleisch.] Pfand von 1.30 RH. an Ullh.s. —— a aA naa 1V2 RH. an I RH. an Hühner . .! Pfund von 1,10 RH.an Glnse . . .Pfand von 1,(0 RM.sn Mastenten,~ Pfand von 1,30 RH. an Ch. Kleinmann, Sporergasse 2 Fleischerei u. Wurstfabrik Rat 10701 unter Aufsicht ides hiesigen Rabbinats