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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1931-12-01 · 12 (12.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
7 (1931)
Issue
12 (12.1931)
Date
1931-12-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Gemeindeblatt der Israelitischen ReligtonSgemetnde Dresden Nr. 12 «eite 4 Konditorei und Cal6 Marlin vormals Hoflieferant Safider Bismarckplatz 1$ SchloOstraOe 19 Nürnberger Platz 1 hält sich bestens empfohlen. Ruf 42711 Und 21202 „sage mir an, du, den meine Seele liebet, wo du lueiöeft; wo du ruhest am Mittag." „'■Beißt du es nicht, du Sck)önste unter den Frauen? Geh' ' und folge Sen Fußtapsen der Sck)afe, weide deine Zicklein bei den Hirtenhäuiern." „Ich bin eine Blume zu Samt, eine Rose im Tal." „iöie eine Rose unter den Tarnen, so ist meine Geliebte unter, den Töchtern . . ." „Wie ein Apfelbaum unter den Baumen des Waldes, so ist mein Geliebter." „Steh aus, meine Freundin, meine Sck)öne, und komm zu mir —" Tie Stimme des Rabbis gibt jedem Wort seinen tiefsten . Sinn und laßt jedem der Anwesenden die Süßigkeit kosten, die Anhänglichkeit und Treue, die die Gemeinde Israels und der rietst Gottes für einander hegen. Tie 'Gemeinde fühlt es und neigt sich wie ein durstiges >ter::vlö unter dem feuchten Segen der Wolken. Jedes Wort, das die Männer erfassen, klingt in den Herzen weiter hnd gibt Trost wie ein Gruß des götttickien (Geistes an die ' .omentbe I'raels in.der Berbannung. „Wenn ich ein Böglein im Walde wäre, ich wollte zu dir fliegen.,' Und die Anwesenden fühlen einander nahe, werden eine Seele und e i n Herz, denn der Rabbi spricht die Worte mit svvie, yiebe, als lese er einen. Brief, einen lieben, guten Brief, der tausend Meilen weit her kam . . . „Ick ichlase, aber mein -Herz wacht. Horch, das ist die Stimme meines Geliebten, der auklopft: Tue mir auf, meine Schu'sster. meine Freundin, meine Tante. Tenn mein..Haupt ist voll Taues und meine harten voll Rachttropfen . . ." „lind da ich meinem Freunde ausgetan hatte, war er weg, ilud biiigegangen." „Meine Seele war außer sich, als er redete. .Ich suchte ihn, aber ick) iaud ihn nicht. Ich riet, aber er antwortete mir nicht." „Cs fanden mich die Hüter, die in der Stadt umgthen, die schlugen mich wund: die Hüter ans der Mauer haben mir meine >!leider herabgezogen." Plönlich verstninntte der Rabbi. Schweigend ging er im, Betsaal aut und ab, seine Augen weiteten sich und starrten zur Tecke empor. Tie ^alte aut seiner Stirn wurde immer tiefer. Aut die Ehassidim senkte, sich ein tiefer Schauer, der sie gleichsam zu einer ktzemeinschast verband. Ta erwachte der Rabbi 'aus seiner Verzückung, als wäre . s plötzlich licht geworden vor seinem Geiste, und rief mit PARFÜMERIEN GOSSEE&SEIDEL t VA r-E\-A.S-ST|5 531“ ' V freudig jauchzender Stimme: „Frfede mit euch, ihr Engelssck)aren, ihr ewitzen Engel!" Und es war den Amvesenden, Engeln zu ihnen nieder, die sie nnt ihnen vereinten, um mit dent den sabbat zu feiern. Tie ganze Gemeiitde rief jnbel iebe.: „Fried, cls schwebten Tausende von herzlich umarmten und sich Rabbi und seinen Ehassidim mütig und voll Liebe: :iiV voll Sabbatfreude, ein* de mif euch, ihr Engelssckiaren!" Und der Rabbi trat mittpn untfr die Gemeinde, sie faßten einander bei den Händen ünd rieften mit lautem Jubel im Chor: „Friede eurem Körnchen!" Plötzlich schivieg der Rabbi wieder und ivandte die Augen zum Himmel, als wollte er loben auf dem Firmaikient etwas erforschen. Seine Hände aber kranrpfteit sich noch fester ist den Gürtel, so staird er lange, oh fuhr er auf, eilte in die Ecke zivisc der Wand, blieb dort in sich vertiestf stehen und sprach leise vor .sich hin . . ., allmählich geriet s'eitf Körper in wiegende Bewegung, und ohne Worte stoß, ein stilles Gebet von seinen Lippen. Bon Zeit zu Zeit> bewerte er die .Hand, wie, nm seinem Gebet mehr Rachdrück zu geben; bald aber stand er ivieder regungslos und in sich gekehrt. Ein Meer von dünklen Röpsen verharrte die Gemeiitde in süßer sck>auer ersaßte die den Händen und zitterten tiefem Schweigen. Ein heinilick^er, Männer, sie suchten einandeir mit vor Erwartung. * Ta erwachte der Rabbi ans seiner Erstarrung und ries öe|r Gemeinde zu: „Zum Kiddüsch!^ Sein Gesicht leuchtete, als fjfiitt: der Geist Gottes es gef küßt und geheiligt. Tie Ehassidim traten zur Sxite .Zug von Frauen, in der Dritte di hohe leuchtende Stirn schmückte tin lauten, Perlen und Gold befät U>atf. Aus dem majestätischen Antlitz lag jüdischer Stolz ustd jüdische Aniut. Umringt von den Töchtern und Schwiegertöchtern schritt sie dem Tische zu: ihre seidenen Gewänder rauschten, hie Brillanten und Perlen blendeten die Augen und geboten Ter Rabbi nahm den hohen si mit Wein uüd sprach den Sabbab den siebenten Tag und heiligte ihn Und der Segen schvebte über sammliing und entschwebte durch da Welt, die von Geheimnissen träumt. von der ganzen weiten Welt die 'Alltäglichkeit ab und hüllte sie in das Kleid des Sabbatiin -der Tür erschien ein Frau des Rabbi. Ihre rtirnbaird, das mit Bril- Ehrfurcht, benten Becher, füllte ihn egen: „Und Gott segnete den Häuptern der Ver° s offene Fenster in Gottes Und er streifte von allen r> allen Packungen (JUertmarken Fflr den Inhalt dar Inserate Ibernehmen Gemeindeverstand and Prassekommisston keine Verantwortung!

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