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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1931-08-01 · 8 (8.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
7 (1931)
Issue
8 (8.1931)
Date
1931-08-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Leite 2 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Nr. 8 Richtlinien baben mir einen bedeiitenden Mebraufwand gegen da-:- Borjabr. Das Wandcrpröblem wird nie zu lösen sein. Tie Wandersürsorge wird stets der unprodliktivste Fürsorgeznvig lein, dennoch setzten wir viel Hoffnung auf die neue jüdische. Wanderarbeitsstätte, die nun in allernächster Zeit in der Rübe Berlins eröffnet werden soll. Zu bemerken war. daß sich unter den Wandernden in den beiden letzten Jabrcn ein großer Zuwachs an deutschen Staatsangehörigen zeigte, die zwecks Arbeitssuche das Wanderleben ausnabmen. Unter größtes Bestreben war, den durch Zufall auf die Landstraße Geratenen zur Geschäftigkeit zu verhelfen und so nach Möglichkeit dein ziellosen und planlosen Wanderlebendas insbesondere für 'Jugendliche unverkennbare Gefahren in sich birgt, Einhalt zu tun. Ter Jugendfürsorge ivnrde in chl den Jahren besondere Beachtung gcschnkt. denn die Jugend bedeutet ja unsere Zukunft.. unsere ganze Hoffnung. Mit den Lehrern und Lchul- , Pflegerinnen arbeiteten wir in ständigem Konnex, um aller Gefährdeten rechtzeitig kiabbaft zu werden, denn prophylaktische Fürsorge ist noch immer die produktivste. Schub frenndichaften wurden vermittelt, Lchntzhelier bestellt, Heimnnterbringnng und Fürsorgeerziehung in einer Reihe von fallen dnrchzefübrt. Es würbe auch erfrenlichrweise Gelegenheit genonunen, mit den Lrganisationcn der jüdischen Jugendpflege und Jugendbewegung Fühlung zu nelunezi. denn gerade ans ihren Reihen kommen geeignete Helfer für die verschiedenen Zweige der Jngcndwohlfabrtspflege. Ein von der Wohlfahrtsstelle veranstalteter sozialer Schnlungskiirsus im Herbst 1030 führte die Führer und älteren Mitglieder der einzelnen Jugendbünde in die neuzeitlich Wohlfahrtspflege ein und machte sie mit der iiil'Hdicn Sozialarbeit Dresdens vertraut. . Taß gerade für die (Gesundheitsfürsorge' der gleiche Grundsatz ivie bei der Jugendfürsorge, der der Prophylaxe, gilt, in selbstverständlich. Tieses Gebiet wird in pekuniärer Beziehung von unseren jüdisclien Vereinen, die sich Gesundheitsfürsorge als ihre Hauptaufgabe stellen, stark entlastet: ärztliche Behandlung. Arznei und Heilmittel werden im weitesten Maße völlig unentgeltlich gewährt, Erholnngsaufenthalte, Badekuren, niußten im letzten Jahre bei Erwachsenen stark eingeschränkt werden, da auch hier die Mittcliragc immer schwieriger wurde. Aerztlich Behandlung nitd Heilmittel lverden in der Regel von den Krankcnvereinen allein getragen, zu Erholungskuren gibt die Wohlfahrtsstelle nach Begutachtung des Vertrauensarztes Zuschüsse. Trotz dem angespannten Etat wurde die Erholungsfürsorge für Kinder noch wxnig eingeschränkt, etwa 80 Kindern wurde, im Jahre 1030 im schönen Ferienheim der Fraternitasloge in Oberroch witz vier Wochen fang ein Erholungsaufenthalt zuteil, währcnd allerdings in den Vorjahren immer zwei Kolonien zu drei Wochen mit etiva je 70 Kindern durchgesührt werden konnten. Tie Gewichtszunahme und die allgemeine Erholung waren recht günstig. Einer Kur in anderen Erholungs» Heimen, Spezialheimen, wurden jährlich durchschnittlich 10 bis 15 Kinder zugeführt. Leider ist die Zahl der Tuberkulosen verhältnismäßig recht groß. Eine Anzahl recht kostspieliger .Heilstättenkuren ermöglichten wir mit Hilfe der Vereine und der jüdischen Tuberkulosenfürsorgc Berlin. Wir legen bei der Tuberknlosenfürsorge einen ganz besonderen Wert auf nachgehende Fürsorge. Tie Patienten werden von Zeit zu Zeit veranlaßt, sich spezial ärztlich untersuchen zu lassen. Wir.sorgen für kräftigere Ernährung, günstigere Wohnungsverhältnisse und nehmen uns insbesondere der Angehörigen an, für die ja immerhin eine besondere Gefahr besteht. Einige Zahlen mögen -nun die Arbeit im Jahre 1030 illiistriercn. Insgesamt wurde» verausgabt: für Wirtschaftsfürsorge . . . . 11666 M. für Jugendfürsorge.7 013 M. für Wandersürsorge ..... 5 201 M. , für Gesundheitsfürsorge .... 4 .836 M. v für Pessachvexteilnng . . . . . 598 M. 60 214 M. An regelmäßigen monatlichn Unterstützungen sind von obiger Lumme monatlich 1100 M. fük Wirtschaftsbcihilfen und 100 M. für Jugendliche verausgabt morden. Insgesamt wurden iin Jahre 1030 370 Einzelfällc mit etiva 1000 Köpfen betreut. Tie Sprechstunde weist eine Jahresfregucnz von 3410 Besuchern aus, außerdem sprachen etwa 800 Turchivandcrnde vor. Recherchen, Hausbesuche, Rücksprachen bei BebördÄr wurden etwa 600 vorgenommen, an Sitzungen 188mal teilgenommen. Aus dieser Zahlendarstellung' kann am deutlichsten erkannt werden, wie weitgehend die Anforderungen an' die Wolilfabrtsarbeit im Jabre 1030, insbesondere in pekuniärer Beziehung, ivaren. Die Anforderungen an uns steigen noch Lchweres steht noch bevor. Unsere Aufgabe ist, weiterhin im Rahmen unseres Etats durch enge- Zusammenarbeit mit der öffentlichen und privaten Fürsorge die Mittel gerecht und möglichst produktiv zu verteilen. Wir müssen die Lchvierigkeiten der uns gestellten Aufgaben wohl erkennen, daran verzivcifeln dürfen >vir nicht. Wir »vollen Weiterarbeiten zum Wähle unserer jüdischen Gemeinschaft mit der starken Hoffnung auf eine bessere Zukunft. , Lisel Schwab. Denkt an das Spendenbneh! Denkt an alle Wohlfahrtsinstitutionen unserer Gemeindei Fordert bei allen Familienfeiern, wie Barmizwohs, Br II h-Milos, Verlobungen, Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und auch bei gesellschaftlichen Veranstaltungen das Spendenbuch freiwillig an. Das Gemeindeamt sendet auf telephonischen Anruf das Spendenbuch ins Haus. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Dr John Levy, .Rechtsanwalt Paul Salinger, Direktor Erich Sihapira, Samuel Weiger, Sanitätsrat Dr. Emil Zimmermann. Verzeichnis der Wohlt&tigkeitevereine W*fcllahrt«stelle aler laraelillarhea'Iti ll|Ua,^i n ImJi » Dretäe» r Zentrale der gesamten jüdischen Wohlfahrtsarbeit I)resdens. Arbeitsbereich : ^amtliche Fürsorgegebiete. Israelitischer Fraseav« rela, E. V. Jidltehe FranMverelnignng Agadas Maschls, E. V. t Unterstützung armer Frauen und Wöchnerinnen. Fraaeavewefa Aehdath: dasselbe und insbesondere die Unterstützung armer Braute. Israelitischer Arsenunterstfitxsngsvereln, E.V. t Unterstützung armer Israeliten. Israelitische Kraekeavereflegaagegeeelleehaft, E. V. Mlseheaes ehaalia r Gewährung freier ärztlicher Behandlung, von Medikamenten und sonstiger Unterstützung männlicher Kranken. Meadelnseba-Verela, E.V. t Ausbildung jüdischer Handwerker. Vcrela xar Aasstattaag araer BrAato, E.V. Israelitischer Kladerberl t Tagesheim für Kinder. Ferlenhcla.Aer Frateraltaslage U.O.B.B. la Obcrreekwltx. Verda Mlttdstaadskdefce dar lldtocbea Geaelade xa Prcsdea t Verabfolgung freien Mittagessens an Bedürftige. Verein xar Erkaltaag das Hearletteasftlfts, des Altersheims der Gemeinde. Taaseba Nlsraehla t Abhaltung von Gottesdienst und Unterstützung

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