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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1931-08-01 · 8 (8.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
7 (1931)
Issue
8 (8.1931)
Date
1931-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Gemem-ehlatt der IsraelitiscHen Religionsgemeinde Dresden <»:iiuiiHiiiiiiiiiiiriuitiiiiimiiiiiimmimnmiHiiiiiKs> Amtliches Organ des Gemeindevorstandes <A»»»iiii»»»l>l»»i«i»»»n»»iiiii>iii>itt»»iW»i<r> Mitteilungsblatt -es EächMen iiraelttijkben GemeinbeverbanbeS Vrraatwortl. Schriftleituag: Bllroüiiettoi L- Ploemacher. Dresden-Verlag: 3frae(itifdx Religionsgemeinde Dresden-Druck: Kaden DEomp., Dresden-A. Alleinige Annahmestelle für Inserate: Iac. Eternlicht. Zcoghaasstraße 3,1. Telephon 14051 Die 29-mm.Nonpareillezeilc kostet 30 Ps., laufend Rabatt V». Jahrgang Dresden, August 1931 Nummer 8 Inhaltsverzeichnis: Liiel «chwab: Fünf Jahre Tätigkeit der WohliahrissteUe / I. L. Perez: Geschenke Zwei Keiiieinderaisproiokolle / Amtliche Bekanntmachungen / BereinSnachvichlen ' Theater usw. Kalendarium / Bermietuna von rieten Plätzen in der «Nnagog« Fünf Jahre Tätigkeit der Wohlfahrtsstelle -er Jlraelitifchru Neligionügemein-e zu vres-en 1-L5 bis 1-Z0 Im Jahre 1!bat die Israelitische Neligionsgenieinde;n Dresden in der Erkenntnis der harten Ansivirkniigen der In flation und der ivachsenden. Wirtschaftskrise eine Woblsahrts' stelle^egründet, die Zentralstelle der indischen Hür wrgearbeit in unserer (sZemeinde geworden ifr. Nasch nxiron die schwierig keilen, die eine Neuorganisation mit sich dringt, überwunden, von Anfang an ivnrde nach dein inodernslen Prinzip der szamiliensü^sorge gearbeitet, die einzelnen szürsorgezweige. die Wirtscliastsfsirsorge mit der Wanderfürsorge. die JngeUdnnd (sscsnndjlieitssiirsorge bauten sich inedr und uiedr ans. Ein enger stontgkt in der Zusammenarbeit mit den Trägern der öfsentlichen innd freien Wohlfahrtspflege war bald hergestellt und geineinkaine Ansgabeik werden dis znm heutigen Tage in verständnisvoller Zusammenarbeit erledigt. Auch liniere jüdisclren Wohltätigkeitsvereine. die eine wichtige Ergänzung zur jüdischest ^iirsorgearbeit in Dresden bilden, arbeite» bar »ionisch mit der Wohlfahrtsstelle ziisaininen. Die Eriabrnng bat bewiesen, das; beute Wohltätigkeit allein nicht niebr gelingt. das; zu ihr. nin die Arbeit produktiv zu gestalten, sinn vollePlanmäßigkeit treten muß, ohne die alte Zedokoh zu berühren. Tie Ausgaben, die an uns herantreten, wurden iinnier größer, die Epoche des Arbcitsniangels nnd der wirtschaftlichen Notlage stellte nngebenere Anforderungen. Es ist uns klar geworden, daß auch innerhalb unserer jüdischen ozeinein scliaft eine Massennot nm sich gegriffen hat, daß sich die Arbeit unseres Amtes mit einer Begrenzung anseinandcriehen innß wenn überhaupt noch produktiv gearbeitet iverden soll. Die konfessionelle Fürsorge muß sich im (iZegensatz zur ösfentlichen davor >vahren/daß die individnellc ^üpsorge zerbricht'nnd sich in Dchemaarbeit gegen Masscnnot erschöpft. Do vollzog sich ivährend der lebten fünf Jahre die Arbeit nnserer jüdischen Woblfahrtsstelle, von der im einzelne».noch berichtet werden soll. Es ist allerdings schwer, eine Tätigkeit zu veransäianlichen. die sich im wesentlichen in innerer Anteilnahme, in einer Fijhlihignahme von Mensch zu Mensch ge staltct, da sie sich zahlenmäßig auch nicht zergliedern läßt. Es ist klar, daß an erster Dtelle die Wirtscl-aftssürsorge steht, bedingt durch die allgemeine Weltwirtsclraftskriie. Zn verzeichnen ist, daß sich bcdanerliclierweisc die sogenannten MittelstandssäUe hänfen. l^esclxistliche Ziisamnienbrüche mehrcn sich, ältere Angestellte werden auS dem WirtschaftSprozeß hcranSgeworfen und trob guter fachmäiznischer Ausbildung werden solclze Mensclren sehr oft für lange Zeit zum traurigen Los eines Arbeitslosen verurteilt. Es ist so schwer, diesen Menschen zu helfen, der ganze Lebensstandard ist ein zu hoher und komplizierter, als daß er schnell genug der oft plötzlich eintrctendcn .Katastrophe angepaßt werden könnte. Tie Wohnung ist »'.eist teuer, der Mangel an billige» Wohnungen groß, das Permiete» ist vielfach ausgeschlossen und auch ein llin;ng kostet viel, t'leld. Pspchisch ist es für Me» scheu, die an gute Zeiten und geordnete' Perbältnisse gewöhnt waren. viel schwieriger. ijch nmznstellen, als denr Proletariat, dem die. Pi'gnemlichkeit des Lebens nie Delbstverständlichkeit war.!. Die Arbeitsvermittlung macht nngebenere Dchwierigkeiten. ste ist ja auch gesetzlich einzig und allein Dache des Ar bei'tsaintes, dennoch aber.konnten durch Z-üblnngnabme mit Einzelpersonen und jüdischen ,Firmen eine Neibe von Men scheu in Arbeit vermittelt iverden. Auch hier gehe nochmäls der Appell an alle jüdische» Arbeitgeber, sich der Pflicht bewußt zu 'ein. jüdischem Personal Eristenzinögiichkeit zu geben. Die Lebrstellenvermitkliing vollzog sich auch im letzten Satire verhältnismäßig giinstig, allen Lehrstelleninchenden konnte eine geeignete Lehrstelle zngewiese» iverden. Die Bernssberatnng erfolgt in enger Ziijaniineiiarbeit mit der ösfentlichen Bernss beratnngsstelle beim Arbeitsamt. Die Wirtichasts'iirwrge gewährt regeluiäßige monatliche Parnnterstlitznnge». gelegentliche llnlerstütznngen znm- Unter halt, .zur Mietet Lebensmittelpakete. Aniveisnngen für Mittagessen für die Mittelslandsküche. Diese Unterslütziingen iverden meist in Ergänzung zur Unterstützung des städtischen Ziirsorgeanites gegeben. stleidnngsstücke, Wäsche in gut erbaltenem Zustande ans den Peständen unserer stleider kainmer iverden an viele Bedürftige verteilt. Die Dächijsche Notbilse!!'.!>>. deren Aktion sich bis Jrühjabr l!«:l1 erstreikte, zeitigte durch eifrige Damineltätigkeit ein befriedigendes Ergebnis. Der Ertrag käm vor allem erwerbslosen iTamilien in Horm von Lebensmittel», .stöhlen und neuen stleidniigsstücken zugute. Obwohl die Tarlebnskasse der Israelitischen Neligioiisgemeinde zu Dresden seit über einem Jahr anfgebobe» ist. ivnrden dennoch in Einzelfällen kleinere Darlehen gelben, wenn die produktive Anwendniig des gegebenen (Geldes »n verkenntrar war. Es ist zu Hoffen, daß der CZedanke einer neuen Institution, die nach rein kausinännischen (Wucht-? pnnkten Darlehen gewährt, wenn dadurch eine Eristenz gegründet oder anfrechtcrbalten iverden kann, bald zur Durch sübrnng kommt, denn dadurch soll der Jljrsorgeetat eine Ent lastnng erfahren and viele, die »och im Besitze ihrer Bollkrast sind, können vielleicht doch von dem entmutigenden Nehmen »ii'issen bewahrt bleiben. Tie Wanderfürsorge vollzog sich im Nahmen der Niclitliiiieir der .zöanptslelle für jüdische Wandersürsorge. kW wurden sämtliche Ortskassen in Dachsen aufgehoben, nur Leipzig nnd Dresden blieben als Ortskassen bestehen. Die Znwandernng vom Oste» war ganz besonders stark im Satire 10.30. Trotz größter'Dparsainkeit nnd genauester Beachtung der

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