Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 7 (7.1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/4892693-5739414-5770028--1785-4894374- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Beranttvortl. Schristlettung: Türodirektor L. Plocmacher, Dresden » Verlag: Israelitische Religionö gemeinde, Dresden » Druck: Kaden D Lomp-, DreSdev-A. Juli 1931 / Nummer 5 Feiertagsverordnung lio tjnttc sich als ein Ransel herausgestellt, ba{; die Berord» miii|i des Ministeriums für Bolksbilduug vom 21. August 1020, AUg. 00.01, über den Sdnilbefndi an staatlich nicht anerfannten Feiertagen und Berücksichtigung der Eiupfiudungeu Andersdenkender in de» össeulticheu schulen, für die dem Wirtsch ifisministerium unterjieheiide» Berufsschulen leinte Geltung hatte. Aus Anregung des Herrn Nabbiuers Tr. Goldmann in Leipzig ist der sächsische israelitische Weineinbeöerbanb beim sächsischen Wi r l scha fls m i»i sie r i u m mit der Bitte vorstellig geworden, sich aus Gründen der Einheitlichkeit der Verordnung des Ministeriums für Volksbildung a»z»sdilies;en. Das Wirtschaftsmiuisterium hat dieser Bitte durch nachstehende Biirordnung an die Schulvorstände der dem Wirlschasisininijieriui» nuterstehende» staatlichen und staatlich unterslübie» schulen entsprochen: Sitzung des DerwaHungsausschuffes der Landeskasie Sachsen für jüdische Wandersürsorge Am Sonntag, *?>em 2S. F»ui Ip.'ll, tagte der Berwaltnngsaus fdiuf; i» Leipzig unter dem Borfig des. Herrn siegmund G o I t« l i e U, Leipzig. Illach Begrüfziing der Versammlung durch den Borfibeiiden Erstattet Herr Verwaltungsdirektor » a g e u sl e i n den Berid;t hilr die;(eit seit der.legte» Sil>»»g, die am lO. Februar lOOtt in Tresden jtallgefunde» hat. Ter Ausbau der C rgguisatio» für die Wanderfürsorge ist im lebleu Fahre durch die Hanpistelle für jüdische Wandersürsorge, Berlin, weiter gefordert worden. Erstrebt wird der Znsgmmensdilns; der mitteleuropäische» Staaten, der auch Fortschritte gemacht Hai; doch bestehen noch Schwierigkeiten biiijichtlich der Berrelinuiig. Wirtschafismiiiisierium Tr.'sden, am 21. März l0:!l. 20 gucli W l'A. j Sdiulbefud) an staatlich Inicht anrrfaniiten Feiertage» und Berüdfichtigung der Empfinduiige» Andersdenkender Tie^Berordnuiigeu des WirlschaftsminlfteriumS vom 2>>. September 1022 11270 111 l'Ai, vom 20. September 1022 ,001 b 111 l'A, und vom 2. April 1021 ,1-1 allg. \V l'Ai werden aufgehoben und im Aiischlus', an die Beiordnung des Boltsbildungsiuiuifteriuins vom 21. August 1020 iBÄBl s. Ol i ersegt durch folgende Berordnung über den itdiutbesud, an staatlid, nid» anerkannten Feiertagen tinb Berüdsidstigung der Empsinbuitnen Andersdenkender in den öffentlichen Schule» I chüler dürffe» den Unterricht an, staatlich nichk iiiienlschuldigt versäumen. Es ist ihnen auf ihren Antrag zum Zwecke der Teilnahme an religiöse» Feierlagshandlung, ii llnterrichtsbefreiung nadi folgenden oininMät'en zu erteilen: 1. den Mitgliedern der epiugelisch-tutherischeu Landeskirche für den Frühjahrsbusstag; 2. den Mitgliedern der römisch-katholischen »irche für das Fronleichnamsfest <am Töiiutrstag nach Trinitatis!, für das Fest Peter und Paul kam 20 Fu»i), für das Fest Mariä Himmelfaljit inm 15. Augusti, für das Fest Allerheiligen <am t. No- Lehrer oder anerkannten Feiertage» »ich bember und für das Fest Passahfest, das Wochenf september und £ habet nach dem Neujahrsfeste) Mariä Empfängnis (am 0. Dezember); .'!. den Mitgliedern der israelitischen Neligionsgesellschaft für das st, die beiden Neujahrsfesttage sim i, für das BersöhuungSsejt (0 Tage und das Laubhüttenfest; 1. den Mitgliedern der isra.'litische» Neligionsgesellschaft und de» Adventijte» vom sieden Sabbate —. Tie Uiilerrichlsbefreiuug zur Berrichluug der religiös^ Befreiung zum Besuche des die Tageshälfte, in der er ten Tage für die Sonuabeilde ist in dem Ausmas.e zu erteilen, das e u Pflichten erforderlich ist. Wird die Gottesdienstes erbeten, so ist sie für stattfindet, anSzusprechen. Sic wird den Schülern auf schriftlichen Antrag ihrer ErziehuugSpflichtigen voiü ZUasseulehrer, den Lehr, rn von -der für die Urlaubserteilung sonst zuständige» Stelle geivc hrt. Ter Antrag kanu einheitlich für das ganze Schuljahr oder vo > Fall zu Fall gestellt werden.. Boraussebung für die B an den Sonuabeud'eil «oben Unter alle» Umstände» ifreiuug der Schüler vom Unterricht jisfer -1ist auszerdem: rr) das; die Erziehuugspflichtige» durch Privatunterricht oder in anderer Weise für eineil Ersahnuterricht sorge», welcher der Genehmigung und Aufsicht der Schulaufsichtsbehörde unterliegt; gen sich damit einverstanden erklären, Beraiitwortung für die aus dieser Schulversäumnis für di^ liind.r etwa entstehenden Folge» übernimmt. Werde» die Poraussehunsteu unter a und b nicht oder nicht mehr erfüllt, so ist die Befresung zu versagen oder zurückzuzieheu. II Fsraelilische Lehrer und Schüler, die. an den Sonnabenden — israelitischen Festtagen am Unterricht teilnehmen, sind an diesen T igen auf Antrag, der für die Schüler von ihren Erziehungspflichtigen schriftlich zu stellen ist, vom Schreiben, Zeichnen und Hai darbejten in der Schule zu befreien. III ist beim Unterridit in öffentlichen Schulen darauf Bedacht zu meinen, das; die Empfindungen Andersdenkeuder nicht verlegt iverqen (Artikel l lti Abs. 2 der Neichsverfassung). F» Leipzig ist es möglich, geworden, die Beherbergung und Berköiiigung von Wanderern aucli an Sabbaten und Feiertagen, die bisher durcli den Bereiu Hachnossas Anr.liii» besorgt worden ijt,.i» to>ei»ei»deverwaltung zu übernehmen; dem Boriibenden des genannten Bereins, Herr» Meier Tager, wird für seine äo-rsr jährige, opservolle Tätigkeit ans diesem,o>cbiel der herzlichste Tank gezollt. Für die Hunderte von Erwerbslose» hattdie Leipziger eti^c ins eigenen '.'Jütteln und aus den ihr an--- der. Sädiilieben Notlulfe iberwiesenen Olelder» Zuwendungen geivähri. ein privaier Ausschuf; hat Sammlungen i» beträdiUidiem Mas;e vorgenoiiimeii und daraus Lebensmittel verteilt. Ein besonderes Berdienst Hai iidi Herr Moriv U r y durch Arbeitsbeschaffung erworben. Tiese Für-, sorge für die Erwerbslosen iii in Zusammenarbeit mit der Gemeinde ausgeübt tvordeu und ivird forigesevl. Für die Nüdfiihruug der Wanderer in ein geordnetes Wirtschaftsleben ist ferner die Erössnung der voir der Hauptitelle vorbereiteten Arbeiterkoloiiie von grvs;er Bedeutung. Bis jebl wird von vielen Wanderkasse»'»läge darüber gesiihrt, das; es ihnen nur in den selteusieii Fälle» möglich gewesen, ist, die Wanderer »lieber seszhaft zu machen und ihnen;» einem Erwerb zu verhelfe». Tie Arbeiterkoloiiie soll zum wenigsten erreichen, das; die Leute vo» der La»dstraj;e (ich zu geordneter Arbeit zurücksinden. Einen chuszere» Fbrtsrliriii der r rganisaiion bedeutet die Ein sühruiig einer einheitliche» Geschäftsführung iiber das ganze Neidi. Fi»wer wieder muj; die Forderung erhoben werde», das; Be-- förderuiigen nur m > i U e b e r w e i s u n g s k a r i e n vorgenom» me» werden. Fräulein W e i n r e i ch vo» der Haijptsielle für jüdische Wandersürsorge, Berlin, gibt zu den angeschiiilienen Fragen Auskunft. Tie HauplsteUe für jüdische Wanderfüriorge, der auch das Gebiet des Arbeitsnachweises angegliedert iii, wird voraussichtlich alS ,je» trat stelle der jüdische» Arbeitsnachweise im ganze» Neich anertciiiiil werde». Es ist zu hoffe», das; alsdann der Gemeinde Leipzig die vo» ihr schon seit Fahre» »achgesuchte Genehmigung zur Errichtung eines Arbeitsnachweises ertejll i^ird. Tie Arbeiterkoloiiie wird voraussichtlich in einige» Wochen eröffnet werden, da die erforderlichen Mittel zum Ankauf eines größeren landwirischafilicheii Gnies zur Berfüguug stehe»; zum grössten Teil seien sie vom Neich und preujzischen Staat gewahrt, der Sächsisdie israelitische Gemeindeverband hat 5000 M. beigesteuert. Wenn aucli nur eine beschränkte Zahl von Menschen auf- - genommen iverde» kann, so soll doch die Einrichtung viele» zugliie kommen, da die Fiisasse» vo» Zeit zu Zeit wechseln sollen. Bo» dieser Einrichtung verspricht man sich ganz besonderen Nube» für die Wanderfürsorge. Heber den Anschlnsz der mitteleuropäische» Länder berichtet Fräulein W eine e l ch , das; nach der Tschechoslowakei auch'der Beitritt vo» £esierreich und Luremburg zu erwarten .ist. Tie HauplsteUe wird sich bemühe», die »och bestehenden Mängel hinsichtlich der Berrechiiuiig zu beheben. Beförderuiige» o hä> e M e l d e k a r t e n dürste» unter keine» Umständen vorgenoiiimeii werde», da »nr die Neictisbahn beregiert gud sonst keinerlei Nu bei, gestiftet ivird. . Herr M.n h», Ehemniv, begrüfzt die heutige Aussprache und wünsdit, das; sie mindestens jedes Fahr regelmäszig jtattfindet, di sie besser als schriftliäier Bertehr geeignet sei, die zu erörternden Frage» zu kläre». ,' Danach gibt Herr Berwaltungsdirektor >1 a (fe n st c i » de» Easseuberichi für das Fahr >000. Nach längerer Aussprache wird die Umlage für das Fahr 1000 auf :? Prozent des Neichseiukommeii' t