Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 6 (6.1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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Kemeindeblatt der Israelitischen ReligtonSgemeinde Dresden Nr. 6 Seite 3' 'Dlobcme Mranfentitriorae in Valäsiina. Aiidüdieo 'Jlrbeitrvfrdnfcnhniiä in TiberinS- (öirtditet »o» dci» . aiiierifitniid)-iioniit|fdKn '»btlnntruucn Peier «dnueibcr »»d feiner Wattiii), aus .Ooniene »i.d (ZnSeniiiin. u, :!tfc- ■ lU'rtiinni'n. Wie die Elter,, de» Kindern am Freitagabend und ani Schabbos de» Lege» ansspreche» »»d zn de» Töchter» bedeiitiingsvoU sagen, das; sie werden »löge» wie Sara, »iebekka, Nabel' und Eta, so scheine» diese (Gestalten iininer mehr Schutzengel geivorde» ,»i sei». Zo schreitet die indische Fran durch die (beschichte der Welt und durch die (beschichte ihres Volkes. Sie teilt das Schicksal der Ihren, das (veschick v^n Man» und Kindern. Ihr Anteil an allein, an Freud und Leid, an Vobeii lind Sterbe», an Blühen lind Vergebe» ist niiendlich gras;. In de» tragischen 'seiten der (beschichte, beim Auszug ans Palästina »nd in der Verbaniiniig, iininer verstand sie »in die Ihren das Schiller',ensbild der Erniedrigung, Sorge, Not und Trauer zn inildern durch die Mrort ihres Wesens, sinnier war ihr Einflns; ans die (((esnndbeit der Ihren -das Eicht, nach dem sie strebte. Tte nicht allzu lange anbaltenden guten Zeiten, die den wandernden und 'unsicher ses;basten Hilden beschiede» waren, fände» die Kranen a» ihrer Stelle. Tie jüdische» Gemeinden, die sich im frühen Mittelalter gründeten, waren wolilbestellt. Geist lind Wissen, alte edle jüdische .(tnltnr, heiliges Streben der Männer leuchteten in einer Zeit, da in der nichtjüdischcn llingebnng Tnnkel. Notzeit niid Ilnwissentzeit herrschten. Tie GesnndtzeitSverhältnine des Hauses, der Fran unterstellt, waren durch die viinktlschst verlangte religiöse Gewissenhastigkeit für Peinlichkeit von Körper und Wohnnngeil und für einwandfreie Beschciffentzeit der Natzrnngsittittel weit über das Man der anszen herrschenden Gewohnheiten geregelt. . Erfinderisch war die jüdische Fran in der Knust der Ernälirnngssürsorge für die Ihre». Das wenige Fleisch, was für die eingepferchten Bewohner des Ghetto geschachtet wurde und wa§ vielen diene» ninszte. verstanden die Kranen kiinstvoll bis aiiss änszerste zn verwerten. Tie berützint gewordenen Triainalgerichte der Inden eiltstaninien dieser Kunst. Nicht der llebernnit hat sie erschaffe» und nicht die Begehrlichkeit nach einem gnten Tische. Nur einzig die erfinderische Tüchtig- Feit der jüdischen Frauen, die Ihren kräftig n»d ansreichend zn ernähren. Trotz den engen Grenzen der Beschassnngsinöglichkeiten Es'.lust, Bekömmlichkeit nnd Frohsinn zn schaffen durch änszerste Ansniitznng des Vorhandenen. Und in .leiten, ha iin Mittelalter Baden ein verpöntes Ilnlernehnien ivar. da die .\tirriie ihren' Tienern nnd Tienerinnen das Baden verbot, da. >vie die (beschichte uns berichtet, sogar ein herrschender »önig sich nicht iviiich, in diese» Zeiten sorgte, unserer Heiligen Lehre folgend, die jüdische Fran für Pünktlichkeit nnd Pflege des »örpers durch Waschen nnd Baden. Tie Badeanstalten der Inden waren im Mittelalter lan^e die einzigen'nnd ivnrden auch vonNichtjnden benntzt. Tie höchste Franenpflicht. die tiefstivirkende Hggiene der Ehe. war das (vebot der „Nidda", der Neinheit. der Schanilwftig feit. Tiefer von der Ehefrau heilig gehaltenen Aufgabe verdankt der jüdische Mensch Seelenreinheit, Sittenreinheit nnd Herzensrc'intzeit. In die Beziehungen' zn ihrem Ehemanne brachte die Schönling, die er ihrem .Körper zur Feit feiner Schwachheit erweisen'ninszte, nnd die fie in nichts, in keiner anfreizende» Beivegnng ihm erschweren ivollte.nnd durfte, veredelnde eniportzebende (vedanken. Ter bis anfs kleinste mit ivnnderbareni Wissen nm das Bedürfnis der iveiblichen Hvaiene vorgeschriebenen Schonzeit unterwarf sie sich gewissenhaft. Immer neu hierdurch belebte sich der warme Geist lvahrer nnd reiner Liebe. Nie hören wir, das; die jüdische Fran nicht gern nnd'willig sich der Mutterschaft hingegeben hätte, Wohl lviffen ,>vir, das; auch unseren Voreltern die Schivierigkeiten kinderreicher Familien in Feiten von Unsicherheit. Hunger n»5 Not zum Problem ivnrden. Nie aber wäre eine jüdische Fran der Vergangenheit ans den Gedanken gekoininen, ein Kind, das sie euivfangen. gewaltsam entfernen, es nicht lebe» lauen zn wollen, Geburtenbeschränkung ivar u, unserer heiligen Lehre nicht verboten, gar in schweren politischen nnd Notzeiten. Aber die Mittel nins'.ten reine sein. Erziel»,»» sollten die. Ebelente an sich üben, alles tun, iw* sie in Entsagung nm des reinen Fweckes willen stärkte, »eine künstlichen Mittel, deren man ja wohl auch kannte, durften angewandt werden. Ihre tiefgehende Liebe zn ihren Kindern zeigte die jüdische Fran in der hingehenden Geduld, Ausdauer und Selbstaufopferung, die sie ans deren Pflege verwendet. Es ist bekannt nnd macht den Nutz,» der jüdischen Mutter ans, da», die Kindersterblichkeit gering war. Wie zn allen Feiten jüdischen Lebens bis auf