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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1931-05-01 · 5 (5.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
7 (1931)
Issue
5 (5.1931)
Date
1931-05-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Teile 2 Nr. 5 Kemeindeblatt der Israelitischen ReliqionSaem, inde Dresden Wie ich «ach DreS-e« kam Von R. H o f st e i n ich im Gesang mit stecht gut und Musik mit Gut. Ich bekam ein ^jeugnis als' Gesangslehrer, Konzert- und Oratoriensänger. Am Mittwoch, dem IS. Februar 1891, sollte ich einer Berufung der Israelitischen Religionsgemeinde zur Abhaltung eines Probevortrages. Es war ein sehr kalter Tag, als ich;um ersten Male in Dresden ankam. Begeistert von der Tdiönbeit der Ttadt, wünschte ich mir im Wciittfjmt meinem Probcvortrage Erfolg zu haben, um in Dresden mein Domizil auischlagen zu können. Mein erster Besuch galt dem Rabbiner.Herrn Tr. Winter, oer mir mitteilte, daß er vom Vorstand beauftragt wordewsci, die Probekandidaten einer Prüfung im .Hebräischen zu unterziehen. Er bat mich zunächst, einiges aus ^dem Wochenabichuitte sowie aus den Psalmen und Propheten zu überietzeu. Die'e Prüfung habe ick mit Leichtigkeit bestanden, da ich docti in meiner Jugend rabbinischc Lebrhäuser mit Erfolg besucht babe. Am Donnerstag abend war eine Eborprobe mit Drgel. bei der der Vorstand anwesend war. Die Probe ging glatt vonnalten. Ani Freitag abend hatte ich einen tüchtigen Tcknuvien. trotzdem ivar meine Ttimine klar und rein. Wie ich nachträglich erfuhr, ivarcn zu diesem Probevortrag Proteisor .Krantz, Direktor des königlichen Konservatoriums, Kammersänger Tcheidemantel und Kapellmeister .Hagen von der .Hoioper als Tachversländigc eingeladcn, die auch ihre volle Anerkennung über das Gehörte ausipracben. Professor Krantz soll sich geäußert haben, „wenn der .Herr drei Jahre das Konservatorium besuchen würde, so würde er kein Kantor, sondern ein gesuchter Opernsänger sein, da die Ttimme einen ungewöbnliclien Umfang habe." Auch am Tonnahend vormittag war ich gut disponiert und mein Vorbeten gefiel. Illach Beeidigung des (Gottesdienstes kam -Herr Zobel. der damalige Tynagogenvorsieher. zum Altar und beit mich, einiges aus den Neujabrsgebeten vorzutrage'lt. Olme vorbereitet;>> fein improvinerte ich verschiedene Ttücke. .Herr Zobel dankte mir im Rainen der zahlreich anwesenden Gemeinde mit den Worten: ..Tie beben uns alle zu Tränen gerührt." Damals waren Vorsteher die .Herren: Joseph Bondi. Emil Lebmann. Karl Mankiewicz. Gemeindedevutierte die -Herren: Moritz Eger. Lscar Lener, Mendel Mebrländer. Felir Men er Edmund Talomon. Adolf Talzburg, Adolph schleich. Albert Wolf und Moritz Zobel. Ich wurde nach Verlaus von vier Wochen von .Ri Bewerberii fast einstimmig zum Kantor der Wemetnöe gewählt. Nachdem ich in Krotoschin, wo ich sieben Jahre amtierte, große Kämpfe zu. bestehen hatte, denn die dortige (Gemeinde -wollte mich nicht entlassen, konnte ich dem Wunsche der Dresdner (Gemeinde Nachkommen und am l. Juni 1891 die .Kantorstelle in Dresden antreten. Zehn Tage vor dem Tchowuausfeste konnte ich mit dem Ehor ganz neue Gesänge. einstudieren. Der Gottesdienst am Tckowuaus fand allgemein großen Beifall. Zunächst erhielt ich einen einjährigen Vertrag zur Probe. Tchon nach Ablauf eines halben Jahres wurde mir ein zehnjähriger Vertrag angeboten. Ich lehnte aber mit der Begründung ab, daß ich lieber noch drei Jahre probeweise angesiellt sein -möchte, um später einen lebenslänglichen Vertrag zu bekommen. Dieser Wunsch wurde mir ohne weiteres gewährt. Kaum nach Ablauf eines Jahres erhielt ich meine lebenslängliche Anstellung und eine (Gehaltszulage von 1-VK) Mark. Im Teptember 1891 trat ich als Vollschüler ins Konservatorium ein. Meine Lehrer waren für Gesang Kammersänger Paul Jensen. für Musik die großen Professoren Trasekc und Rischbieter. Nach 2> »fahrigem Studium absolvierte Während meiner liebgcwordenen Schassen viel gewar auch Kummer und bin ich eilt alter geistig noch frisch n mir das Leben erh. und zum Wohlgefal Mi -10jährigen Amtstätigkeit in meiner mir einde hat sich in meinem Wirken und delt. Ich habe viel Freuden erlebt, aber Leid blieben mir nicht erspart. Nun nn, aber Gott sei. gelobt, körperlich und gesund, und hoffe, so der gütige Gott Iten wird, noch lange zur Ehre Gottes en meines Gemeinde wirken zu können. t 1 ld vie Senta «g -es jüdische« äantotö Von ' _xon Kornitzer, -Hamburg Ein kluger Mann schrieb einmal: „Ter jüdische Kantor — ein Gemenge von Ogernsängcr und Pfaffe". Dieses Urteil, so lieblos und unverblümt es ist, so charakterisiert es doch treffend einen nicht inbeträchtliäien Teil der .Kantorenschaft, wie er.war und wie <r — vergeblich zu leugnen —, wenn auch in weit geringerem Matze als früher, auch jetzt noch ist. Opernsänger und Dpcrnsänger, wie ihn von Richard- Wagne M e n s d> c n darstelle: eigene Geltung, auf Wort in schleditestem nicht die „moralische und Bedeutung seine!. Erfolg. DasKiinstnze diesen Erfolg erringe allein sein Erfolg den Künstlers oder Auffassung eines männiglidi bekannt: übelstem Tinne egoz B. Und der Pfaffestimmungen mit dein andere übertönt, ein Pfaffe, eine unheimliche Misäiung! Ter jener kluge Mann sah, ist noch tiid)t der geforderte „singende Darsteller", der , sondern der im wesentlichen auf feine seinen „Erfolg" bedachte Artist, dies Tinne gemeint. Nicht das Kunstwerk. Sendung der Bühne" ist für ihn Wesen Berufes, sondern einzig der persönliche rk ist chm nur Gelegenheit. durdi die er r kann. Und der Erfolg ist einzig und nur in letzter Linie der des scliafsenijar des KunstNserkes selbst. Was solche rufes aus seinen Trägern macht, ist den eitlen, unerträglich einseitigen, in dntrischen Popanz. Er besitzt nidst geringe Ueberein- Typ des „Opernsängers", wie id) ihn eben malte. Audi k ier das Geltungsbedürfnis, das alles (Geltungsbedürfnis, das nur scheinbar der von ihm vertrete ren heiligen Tache, in Wirklichkeit nur der eigenen Person jjrommt. Ties gerade unterscheidet den wahren Priester von! dem Massen. Tort, der Einsatz des ganzen Menschen für den Glauben, für das heilige Ideal, bis zur Selbstentäußerung, bis zur Selbstaufopferung. hier der volle Einsatz des ganz« n Ideals für die eigene Geltung. Tort die Opferbereitschast z>cs Idi für Gott, hier die unbegrenzte und der Religion für das eigene Id). Jndienstsetzung Gottes Dieses üble Gemey <>euer" soll also der anderes Vorbild für ge, diese „Spottgcburt aus Treck und jüdisdn' Kantor feii,V Gibt es kein ihn? Es gibt ein anbei :ulzer hat es geschah j ü d i s d) e Kantor Dieser Typus des einzusehen. Daß der derung, die vielfach r» erhoben wird. Aber stellt wird, möchte ich cs Idealbild des Kantors. Talomon en und es in sich dargestellt. Der als p r i e st t r l i d).e r Künstler! Kantors ist nicht auf den ersten Blick Kantor als Priester gelte, ist eine Foren beruflicher wie nichtberuflicher Seite in dem Sinne, wie diese Forderung grsie für meine Person und für meine fSTOlkWERO( Kakao Schokolade Pralinen.

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