Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 8 (8.1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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i Nr. 8 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Seite 3 Kloster gegangen ist, vcrinntlich weil seine Praxis fiir die frommen Väter nützlich »nd einträglich war. In den folgenden Jahrhunderten tauchen noch gelegent lich jüdische Namen in der Literatur ans. ohne das; allerdings j von den Trägern derselben irgendwelche die Angenheilknnde fördernde Leistungen zu Tage^ traten. Erst im l!>. Jahr-! hundert finden wir in allen Ländern eine Reihe bervorragen 1 der jüdischer Augenärzte. Erwähnt seien Ed. Meyer und! I u l i u s S i che l (1302 bis liSfiS) in Parks, die ans Deutsch! land stammten und von denen der letztere jahrzehntelang den Ruf des größten Augenarztes Frankreichs hatte. Natani o n und M anbei st a nt in , in Rußland ^ind viele andcre. Mit der Entdeckung des Augenspiegels durch Helmholtz 1t>51 beginnt eine, neue Aera in der Augenheilkunde, an deren Ausbau viele jüdische Augenärzte teilnahmen. In erster Reihe waren es die Assistenten Albrecht von Gräfes, I n l i n tz Hirschberg und I n lins Jacobson. Der elftere, 1313 geboren, o. Honorarprofessor, war viele Jahrzehnte einer der hervorragendsten Augenärzte Perlins, dessen Ruf sich über die ganze Welt erstreckte. Ein glänzender Diagnostiker und Operateur, ein hervorragender Lehrer, hat er fast jeden Teil der Augenheilkunde durch zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten befruchtet, die meist in den von ihm berausgegcbenen Zentralblatt für praktische Augenheilkunde erschienen, bahnbrechend war die Einführung des Magneten in die Augenheilkunde. Seine bedeutendste literarische Arbeit Mir aber die „Geschichte der Augenheilkunde" im Handbuch von Gräfe-Sämisch, ein Werk, dem er die letzte» Jahrzehnte seines Lebens gröfäcnteils widmete. Durch einen klassischen Stil, durch ungeheure Sprachkenntnissc und Velesenheit ausgezeichnet. hat Hirschberg ein Werk gesckiafsen, ivie eS in der Geschichte der Medizin einzig dastebt und fiir alle Zeit eine unerschöpfliche Jnndgrubo sein wird für alle diejenigen, die sich mit der Entwicklung unserer Wissenschaft beschäftigen. Neben Easpcr, einem liebenswürdigen Praktiker in Berlin, der vor etwa 20 Jabren starb, ragt besonders ei» anderer Schüler Gräfes. Julius Jacobson (13:2* -bi? 13S9) hervor, der in seiner Vaterstadt .Königsberg wirkte und 1*73 daselbst znm ordentlichen Professor ernannt wurde, nachdem er jahrelang anfs energischste für die Schaffung der Ordinariate in der Augenhcilbnnde eingetrcten war. Ei» sehr scharfsinniger Beobachter und ausgezeichneter Arzt, bat er die Augenheilkunde vielfach literarisch bereichert. Er >var ein begeisterter Anhänger und Jreiind Albrecht von Gräses. der ihn als seinen Nachfolger igewünscbt hatte: leider vergeblich! ' | An der Universität Breslau! wirkten jahrzehntelang als a. o. Professoren Hugo M ä g » n s und' Hermann Cohn, letzterer vor allem bekannt durch seine Arbeiten zur Schulhygiene, in denen er den Einfluß der Schule ans die .Kurzsichtigkeit nachznweisen versuchte. An der »engegriindets» Universität Straszburg wurde Laa nc ur o. Professor, der a»? Schlesien stammte »nd in Paris durch Richard Liebreich vorgebildct war. I» HamburgAvirkt D e u t s ch m a n n durch seine Studien zur Nctzhautablösniig und zur sympathischen Aiigenentzi'indnng chekannt. In de i letzte» Jalirzelmten finden wir nicht nur in Berlin, sondern c uch an anderen Universitäten eine Reibe jüdischer Jorscher als Dozenten oder a. o. Professoren. Es ivürde zu weit führen, alle Namen zu nennen. Außer den Augen ärztcn. bip an den Universitäten wirken, gab es »nd gibt es in einer großen Anzahl Städte jüdische Augenärzte, die als Leiter staatlicher oder städtischer Augenheilanstalte» oder als 8eiilen- Schneider Gegr.1830 Dresden AltmarktS Dresdens größtes und ältestes Seidenspezialhaus Beützer von Privatkliniken tätig tische, aber a»ch durch ibre wist zeichneten, von den älteren enic Mi’lii: A lerander, Aackiei r r c i t e l. >iönigsberg: n und andere. sind, und die durch ihre prak ejiscligitlicbe Tätigkeit sich a»sälme ich nur S g »i c l f o n . nraenkcl, Ebeyinitz: a v l'i » t m a n n i l Ausgezeichnete jüdische forsche reich und Ungar». In erster Li bervorzuheben, den ich zu mei der einer der geistreichsten »nd aller Zeiten gewesen ist <l>» 29 Jahren als o. Professor er dort bis 1*77 »nd veröifentl der Arbeiten. I>77 kebrte er Privatdozent eine nur bescbeide als wisiensctxrstlicher Zorsckier sich eines glänzenden Rufes er lich die seiner würdige. Stellnn stand der ersten Augenklinik, in lich an einem Herzschlage, ein t voll der Nachruf seines Neben Mauthncr wirkten nocl Zt ö n i g ft e i n als akademische ungarischen Augenärzte war n lieber, seine wissenschaftliche ivie gediegen. Er bat über 120 die von seiner scharninnigen B legen. Auch Adolf von S; i l Primar-Augenarzt am israelitische pest wirkt. cinic eine na b » Bei dem mir zur Verfügung möglich, einige Persönlichkeiten die durch ibre wissenschaftlichen der Augenheilkunde bekgetragen Ueberblick zeigt, daß auch aus leniniv: Berlin r arbeiteten auch in Oesterin L u d >v i g M a n t b n e r n Lebrern zäblen dark und iuterenanterteri Augenärzte bis ls9Z>. Jnv'^lltcr von Innsbruck berufen, lehrte chte eine Reibe bervorragen > ach Wien zurück, wo er als iic Tätigkeit entfaltete, aber io iebr gesuchter-Augenarzt reute. 1 sf* 1 erhielt er eivb-» 1 als Ordinarius und Bor lenelben Nacht narb er vlötz agii'ches Schicksal. Wunderlers Isidor Sch l> a b c l. in Wien S. .st l e t n und ebrer. Ter bedeutendste der n streitig W i l b e l m Gold 'lrbeit war ebenso umfassend Abbandlnngc» veröffentlicht. obachtuNgsgabe Zeugnis abin zu eriväbnen. der als en .Uraukeubauie in Buda tobenden Raume war es nur unter den vielen anzutübren, Leistungen zur Förderung baden. Aber dieser kurze diesem (Gebiete der Medizin unsere ltzlaiibensgeiiossen vom Mittelalter bis zur Neuzeit in bervorragendom Maße znm Wc ls-ben. blc der Menjchbeit gewirkt Kakao Schokolade Pralinen