Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 8 (8.1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Nr. 8 Gemeindebla 1 t der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden treten zur Schonung de-? prächtigen', in der ganzen Welt beriilnnlen Baues. Tiefe letzte Meinung drang durch, und der Lnt'chlnß wurde in Vielem sinne gesagt. Doch vermochte man in der .Hitze des Gefechts nicht Wem festzuhalten. Tie den innere» Tempelhof verteidigenden Inden nnlernahm.'n ve'n vier an-:- dauernd Ausfälle. 'A'acii einem solctx'n Ausfall an einem glühend heißen sommertage warfen die den Ausfall al'wel'renden römischen Legionäre Heuerbrände in den inneren Har des Tempels. I lammen züngelten durch ein Fenster in einen der inneren Teinvelränme und im N» war das Rieieagedände ein Flammenmeer. Unter den Verteidigern brach eine ivilde Panik ans. Rasch nälrerte sich Titus mit der Hanptnreitmacht. Er batte kaum noch Zeit, einen Blick in das v'\»nere des Tempels zu iverfen dann mußte er vor den Ilammen zurückweictien. Tie römückien Soldaten setzten mit ivilder Wut ibr sengen und Morden fort, ohne sich Einhalt gebieten zu Iosephus - lassen. „Ter .schien von Grund ^empelberg" - - so berichtet auf zu glühen, da er von allen seiten in Jener gebüllt war: ater noch heftiger als die Heuerströme schienen die Vlutftröme mehr vor Leichen den Boden: rannten die Soldaten den Hlietenden nach. :o ivar das Schicksal der zu fließen. Nirgend sah man über ganze Berge von Toten inst so ivolfreicfKu stobt-' besiegelt. Ter Tempel verbrämst und die stadt ein wüster Trümmerhaufen. Unversehrt blieb der' wesllict»e Teil der Hesningsmauer, hinter der die in den Ruinen zurückgelasseie romisckie Besatzung ihr Lager anfichlug. Es ist dies jene Mauer Otothel Maarabi). an der bis zum heutigen Tage die Betenden ihre Tränen vergießen. «Nach Luellen bearbeitet.» Jüdische Augenärzte Von sanitätsrat l)r. W. Seelicjsohn, Berli Tie ('»eulmlite der Heilkunde ist ein stück der slultur-' geichickue. Tie lGegenwart ruht ans den schultern der Vergangenheit und ist nur durch die Entwicklungsgeschichte zu l-egrefteir: T-ieie führt uns von der grauen Vorzeit, von Aegnpten und Babvlon. Afrika und Auen, ausgehend bis zur '-Gegenwart. Auch die- (Geschichte der Augenheilkunde läßt 'ich bis zum -Altertum verfolgen. Tie xeilinschriften der Ehgldäer. Aiinrier und,Babylonier weisen darauf bin, der Vapnrns Ebers zesgr, daß in Aegypten schon die Heilkunde auf einer erheblichen stuft fland. zahlreiche, zum Teil ganz n'irtsame Heilmittel und von den Aegnptern ans die (Griechen und Römer übergegangen und bis ant unsere Tage gekommen, stnltiirgeichiwtlicki überaus merkivürdig ist die Tatsache, daß die -Griechen, die die operative Angenheilkunde, vielleicht unter ägyptischem Einfluß, geschaffen Ixiben, dies sofort in vollendeter (bestall taten. Tie Augenheilkunde der alten (Griechen ivurde in allen fplgende» Jahrhunderten, das,ganze Mittelalter hindurch, angenommen und nachgeahmt, fie war vis in die »euere Zeit von maßgebendem Einfluß. In der'jüdischen (Gesetzgebung tritt schon früh das Be- 'irebeii hervor, den Blinden als einen Unglücklichen, Hilflosen zu schützen, dafür zeugen zahlreiche stellen in der Bibel und im Talmud. Ta ne aber Gesetzbücher waren. wurden Augenkrankheiten und ihre Heilmittel (Umschläge, salben. ^schminken» nur gelegentlich Aerzten sind-spärlich vorl)ande i, so daß wir von der altjüdischen Medizin nur wenig wissen. Nach der Zerstreuung der Inden unter die anderen Völker tauchen überall Namen von jüdischen Augenärzten au ihre operative Geschicklichkeit sich eine geachtete Stellung er warben. Interessant ist besonder alter, in einer-Zeit, in der Arabern in allen Teilen der weiter gesördert ivurde, es besticht darüber eine ausgedehnte Literatur, wir soivobl in spa kur; geßreist, Berichte von ,. die durch ihr Wissen und die Tatsache, daß im Mitteldie Augenheilkunde von den islamitischen Welt wesentlich lieit und Portugal als auch in anderen Teilen Europas den; Namen jüdischer Augenärzte begegnen, so'wird von dem jüdische» Arzte berichtet, der um -1340 den >iönig Johann ison Böhmen an seinem star behandelte,, von dem Rabbineis Abi-Abor airs Lerida, der l H>8 den >tö»ig Iolzani, von Airagonien glücklich von seinem star befreite. In manchen jüdischen Hamilien ging die Uebuug der Augenheilkunde vofn Vater auf den sobn über, es gibt arabische Handschriften,! die durch hebräische Bemerkungen zeigen, daß sie im Besitze von jüdischen Aerzten gewesen siiid. sogar in der Mgrk Brandenburg wirkte um l-*i00 eilt jüdischer Augenarzt. Tenn als im Jahre lälO in Berlin;is Juden verbrannt, zwei enthauptet wurde», verschonte man nur.einen Augenarzt, der „erbeten" ins graue lii'wjn ii'ii.ro-.Hi - £ - r * ft * m Familien -- Sdivvimm-. Lu|t- und Sonnenbad I Kurort \X^iCv HirldrBülil scfi au Dresdens £nste und modernste Badeanlage 4 Zu erreichen: Autobuslinie E oder Straßenbahnlinien 11 und 111 bis Straßenbahnhof Bühlau