Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 7 (7.1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Nr. 7 Seite 2 Mitteilungsblatt des Sächsischen israelitischen Memeindever bandes niiö Pintbu-:- beflritnM worden ist. Damit ist für uns eine üik langem fitblbarc Lücke geschlossen worden, da die thüringischen (Gemeinden über starke Durchivanderung' zu klagen batten. Die Forterislcii; dieses Verbctiides ivird allerdings davon abbängen, ob es uns gelingen ivird. die thüringischen Gemeinden organisatorisch an unsere Organisation sür die Dauer,;« binden. Mit diesem zuletzt begründeten Verband diinen nür nunmehr ienslellen. daß die Gcsamtorganisation in gan; Deutschland geschlossen existiert, so daß kein Landesteil mebr unorganisiert ist. Innerhalb der Organisation allerdings ergeben üch vielfache Schwierigkeiten dadurch, daß die Prinzipien der Durchführung der Wanderfürsorge vielfach andersgenaltige und. So ergeben sich mannigfache Schwierigkeiten ans der .Haltung einiger bayerischer Stellen, die sich trotz den Bemübnijgen von Herrn Instizrat Dr. Straus, dem Vorsitzenden des Vanerischen Woblfabrtsamtes, nicht im Sinne der allgemeinen Richtlinien in die Organisation haben einordnen lassen. Die Ve;iebnngen zu ausländischen Organii a t i o » e n konnten im Verichtsjabr erneut geknüpft werden. Die Vereinbarungen, die mit der zentralen Schweizer Organisation bestanden, tvnrden auf-einer Schwei;er Gemeindetagnng ans erneuter- Grundlage bestätigt. Des , weiteren haben unsere westlichen gen zu Saarbrücken. Sun Belgien angeknüpft. Es wir! Hauptstelle sein, im kommenden satorischen Verbindungen enger Hu dem Gebiete der Wanderfürsohg satorisches Zusammenarbeiten un die Wanderung zum allergrößter die Westals auch über die Ostgr nicht nur daran, zu erfahren, wa die nach den Westländern Ivan organisatorische Abmachungen n gemeinden, die von der Wander entlasten. Erneut sind Verbandst der T s ch e ch o s l o w a k e i, wo Abkommen wieder bestätigt wurdc Bemühungen um eilten engeren schlnß mit O e st e r r e i ch . der von außerordentlicher Bcdeutuiis vergangenen Jahre hatten zwar ^vir, daß erneute Verhandlungen Herrn Iustizrat Dr. Strans aufgb erfolgreich in diesem ^Ücricfit^jaljn1 Verbände engere Beziehunm b u r g , Holland und die besondere Aufgabe der Berichtsjahr diese orgauiknüpfen. weil gerade auf e ein derartiges organistmgänglich notwendig ist, da Teil dauernd sowohl über enzen geht. Es liegt uns aus jenen Menschen wird, dern, sondern cs sind auch qtwendig die unsere Grenzing stark betroffen werden, ingen geführt worden mit das seit Jahren bestehende . Des weiteren gehen unsere örganisatorischen Zusammenfür die bayerischen Stellen ist. Die Bemühungen im keinen Erfolg, doch hoffen die mit Unterstützung von nommen wurden, nunmehr enden werden. Tagung des Verbandes der jüdischen gugendvereine in München Wäbrend der Pfingsnage hielt der Verband seine Fahreslagung unter großer Beteiligung aus dem ganzen Reiche und nnler Anteilnabme der großen jüdisclien Vert'ände ab. Aack den üblichen Begrüßungen bieli Marlin Bnbcr sein Referat über das Dliema: ' „Wie kann Gemeinschaft werden'?" Er sübrie etwa folgendes ans: fragen wir „ns nach dem Wesen der (liemeinichan. Eine Gemeinschaft setzl sich nicht ans Individuen zuiammen, sondern ans Gemeinsckaftszellens und eine solche Zelle ist die Familie, sie ist die Nalnrzellc der (Gemeinschaft, und ohne ivre Wiedergeburt glaube ich nicht andas Werden von Gemeint. statin man sich die Schaffung einer Gemeinschaft als Zweck i'evenc Tas ist nicht »löblich. Man kann so wenig Gemeinschaft machen wollen, wie-sich ein Individuum vornehmen kann, Persönlichkeit werden zu wollen , dieser Vorsatz wäre der sichere Weg. das Ziel zu verfehlen. Es gibt zwei gros;e historische Formen der Gemeinictiaft, die Volksgemeinschaft nnd die Rclig i o n s g e m e i n s ch a f l. Diese beiden historischen Gemeinschäflen sind gebrochen, ne haben die Probe nickt bestanden. Man versuchte durch künstliche Gerüste dem Absterben des Gemeinschafisgebaltes abzuhelfen; die wichtigsten dieser Gerüste sind Staat und >iircke — aber wie immer sich diese entwickeln, Gemeinschaft erneuern sie nicht, .\xiitc gibt es im wirklichen Leben nur Gemeinschafisreste, in der (Gemeinde und in der Sekte. Auch die jüdische Fugend kann nur dann Gemeinschaft -werden, wenn ne die Situation, in der sie sich befindet, gemeinsam erfährt und eine gemeinsame Antwort gibt. Diese Situation ist die Situation des Judentums in der Menschheit, und sie ist durch drei Dinge gekennzeichnet: erstens durch den fortschreitenden Zerfall des westlichen Judentums nach der Emanzipation, zweitens durch den Zerfall jüdischer Gebundenheit der östlichen jüdischen Massen nach dem >iricg und drittens durch-den Versuch einer lang-, sam wachsenden jüdischen Minderheit in eben dieser Zeit Palästina wiedcraufzubauen. Dieie Siluaiih Fugend an, und mir scheint, daß Aber ick weiß nicht, ob hiesc Flamme Lesen genügt doch nicht. Bnbcr führnngen ungeheuren Peifall. Daran knüpfte sich eine ausgeddhnte Aussprache. Der Vorsitzende Rabbiner Dr. Hahn erstattete den Jahresbericht. Er sagte: Fm allgemeinen habe sich das Leben des Verbandes gefestigt, inte man sei auch ohne; Defizit au -gekommen, das einzige Verdienst, das die Verbandsleitung für sich in Anspruch nehme, sei, daß sic es möglich gemacht habe, junge Fudcn der verschiedensten Richtungen im Verband!zu halten. n redet die deutsch-jüdische ie in Flamiüenzeicheu redet, enzcichcii gelesen werden, und entfesselte mit seinen Aus- Die Zugehörigkeit zur .Towisli hang zu den Satzungen erneut fes> gelehnt und ausdrücklich Ibcschlossen, Aeencv Gegnern der Apeney pe erwachsen dürfqn. Fn später Abendst von Dr. Benno Walter; dir Neuwalilen (pency nnirbf in einem An-, jtzcstcllt', ein stopfbcilrag ab-, daß aus dem Eintritt in die rjsönlichc Verpflichtungen nicht unde wurden unter Leitung vorgcnommen. Tr. Hahn lehnte ein.! Wiederwahl ab; zuin ersten Vorsitzenden wurdc schließlich Rechtsanwalt Herbert Felsenl h a l. Düsseldorf, zu stellvertretende!!! Vorsitzenden Erich A l t - mann, Hamborn, und Erwin Sccgall, Stettin, per Akklamation gewählt. TaS Finanzrsssort übernimmt Alfred B o n n i n, Bielefeld, das Dezernat für soziale Nothilfe Waldcmar Straus, Berlin. Auch der Verbandsbeirat, dem führende Persönlichkeiten, des deutschen Julientums angehören, wurdc neu bestellt. Eine besondere Ovation wurde zum Schlüsse dem scheidcndetrGeschäftsführer des Perbandes, Fritz Schwarzschild, dargebracht. Tie Ausführung von fünf Bildein aus dem „Feremias" Stefan Zweigs am Sonntagabend im überfüllten großen Saale der Tonhalle durch den Sprechchor des Füdischcn Fugendvereins Düsseldorf wurde mit großer Begeisterung ausgenommen. Dem anwesenden Dichter, wurden Beifallsstürme zuteil.