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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1930-07-01 · 7 (7.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
6 (1930)
Issue
7 (7.1930)
Date
1930-07-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 7 Seite 3 »enieindeblatt der Israelitische» Religionsgenieinde Dres ijeit Die jüdisch-liberale Iugendlagung in Dresden | (14. und Sa naheliegend es war, auch einmal in der Heimat und (ilemeinde Emil!z!eh»ianns, der gls <l»»i»^ loci »lichtbar und ungenannt, dach segnend über dem hlanzen schwebte, junge jüdische Menschen seiner-Nichtnng;» ernsten Beratungen und Sichkennenlernen zitsaninienkoninien zn lassen, so begründet ivaren aber auch biet Bedenken, ab es möglich sein würde, die Tagung in einer dem Nnie und der Tradition unserer (Gemeinde wijrdigen Weise anszngestalten. Elibt es dach liier iveder einen jli lj.!zl.I jlngendverein nach znni Unterschied van den lilenieinden.'anderer (»lros.slädte eine tätige Ortsgruppe der liberalen Bereinignng. Das erschwerte . die Barbereitnngen an Hand desl ansgestellten Pragraniins ans'.erardentlich nnd machte es nativendig, ne einem eigens dafür gebildeten Drtsansfchns; zn iibertragen. Wenn es seiner Energie gelang, mit entsprechender Nachhilfe io viele jrei gnartiere nnd Spenden van i'iiudiirii Privaten, besonders aber von (llenieinde nnd t.'age;» etlangen. das; die Hi<> Teilnehmer ans lö verschiedenen Venire» zur allgemeinen Begeisternng an beiden Tagen im ivesöntlictien freie Berpflegnng. freie Uebernachtnng nikd freie Beishandliingsrännie erbalten saunten, so liegt darin der Beweis nicht zuletzt für die einleuchtende Anziehnngskraft eines wohlverstandenen nnd richtig geübten liberalisinns und zugleich die Hoifnnng. das; die Ergebnisse der Tagung sich günstig ans das liberale "eben nnserer C^emeiiiöe überhaupt answirken werden.' W a s i it I i b e r a l s e i n '< Eine jrage, die nicht »nr von einigen naiv erscheinenden jiijigeren in der Debatte gestellt ivnrde, sairdern auch für viele keltere nnd besonders Anszenstebende Antwort erbeischt. Sie liegt eigentlich in dem Spiegel, den diese Tagung in. klarer Absichtlichkeit vom (>les a in t liberalisinns gab. Sind glich die titrnndlagen van ebedem beibebalten, so bedeutet doch literal beute keinen nn bedingten oder wenigstens keinen betonten t'!egensab mehr in artbadar. liberal sein lieis;t ziigleich, andere Nichtniigen. die sich im <geistigen» liberalisinns vereine», tolerieren. beis;t keineswegs blas; negieren, sondern positiv anfbanende Arbeit leisten und, was das Wichtigste ist, dieser liberalisinns bernbt ans der Seele des jildentnsiis. seiner N e l i g i o n . deren lebendige Wiedcrerwachiing er erstrebt. Berschiedenen Teilnehmern. die nach rituell leblen. aber geistig sich .znni liberalisinns bekennen, wurde inaik dadurch gerecht, das; inan die gemeinsamen Mahlzeiten koscher gab, je zur Halite bei Herrmann und Simon, nnd das; a»A sonst bei aller Wabrnng des liberalen Standpnnktes änszerfne Nückücht ani die (»le fühle einzelner genommen wurde. i Nicht umsonst stand also das Neligiöfe als lenchtendes Wabr.;eichen an der Psorte 'beider Berliandlnngstage. Die Weibe des ersten nnd damit der Tagung selbst war ein besonders znsaniniengestellterjestgottesdienst in der Snnagoge. -''wobei Herr Nabbiner Dr. Wols^niit zündenden, ihm fühlbar von Herzen kommenden Worteii den llnten'chied klarlegte ,i!,i (danben des Drtbödoren an überlieferte (ileschichten nnd Wunder gegenüber dem (danben des wabrbaft liberalen, dem die Welt etwas (d'ttliches und darin» Heiliges fei, durch die lebendige Schöpferkraft, die »ich in ihr offenbare, Als weitere Smnbole am nebenar»iig>» lenchter, von dem er ansging, bcbandelte er hauptsächlich die Treue, hierbei betonend. das; das Nene im liberalisinns in uralten Dingen des jndentnms, wenn auch nicht in geschriebenen td'setzesiorineln avurzele nnd die Freiheit inäinlich des (Geistes», die nicht mit Willkür <roher (Gewalt des einzelnen» verivechselt werden dürfe. i Am zweiten Tage kam in einer Weibe st» »de der Berliner Nesor in j » g e n d eine ettrenic Nichtnng des liberalismns zn Worte, die. obwohl für eine (Yemeinde wie Dresden nicht in Betracht kommend, auch schon von dein weit- 15. Juni) blichenden Emil lebniann propagiert worden ist. Man »ins; ober gerecht sein und anerkennen, das; die verwendeten Schall platten ein künstlerisch wirkender Ersah waren und das; die litnrgic mit regelrechter Tboravortesnng nnd Ansprache sehr schlicht und sorgfältig von den jugendlichen ansgeiührt wurde. Trotzdem »väre es natürlich falsch, in dieser Nichtnng allein das Wesen des liberaIisin>>si-rblickei>;ii wollen. „l e b e n s » ä b e der N e l i g i o n" lautete ivobl eben falls in programmatischer Absicht iebr geschickt das Tbeina des Neferats, das Bruno Won da. Berlin, in der iich an fchlies;enden öffentliche n St n n a g e b n n g hielt. Es ivird mit seiner /viiüe logisch geordneter, vielfach kübn erfcheinender ld'danken.. besonders was den zweiten Teil: praktisch.ange wandte Neligio». Berbindnng initl Weltwirtsckiaftsidee» gn belangt, liier abgedrnckt. verdient Uelde»;n werden »nd er fordert daher zunächst kein Eingtsbe» Inhalt. Es löite sehr starken Beit, unter denen sich ebenso wie bei der Anzahl bienger jugendlicher nnd ani seinen positiven >ll bei den Zuhörer» am-, Weiliesinnde eine grös;ere t^enieindeinitglieder be fanden.. jn Beginn wurden verschiedene Begrüs;niigen ans gesprochen oder verlesen. -Es i; Salingcr für die hiesige id'ineinde. verband »nd die <dos;log,e, Herr Ni doli A p t für die Drgane des E. B-. Herr Nabbiner Wolf ii liberale» Nabbinerverbanö. Herr Sani für den Neichsbnnd jüdischer jrontsoldate». Ei» j'ondnier Student vertrat den Weltverband, (»trüsze iil, englisch nnd deutsch von dessen Bor sitzende» überbringe»d."ebe»sö wie " »lain-lewn. Paris. Elande Monte ragende Persönlichkeiten ihre Perb brachte». Wie schon am Abend diesem weiteren Mreife der weiter i lviedernm znni l. Borntzende» de wählte Herr Nechtsanwalt Dr. H der Dresdner tdineinde fowio Tagung.' insbesondere dem lej Herrn Dr. Nichard Elb. Die übrige jeit ivar ziini iveni vielmehr mit sehr ernste» Berat», auch Sonntag'nachmittags ans de gesetzt wurde», nnd mit Aussprachen erfüllt. Ein kleineres l i e » t b a I. Berlin, be zive i f e l l o s ze i t ge in ä i;e n i n d e", ivoriner aber rach Herr Nechtsanivalt den sächsischen tdineinde r das Nabbinat nnd den schriftlich Nabbiner (dr igre nnd andere hervor nndenheit znin Ausdruck zuvor dankte auch in er gesamte» Tagung, der ' Arbeitsgemeinschaft geo f f in a n » . ,Frankfurt, allen Borbereiter» der er des Ditsansichnnes zste» von Bergnügnngen. ge» der Delegierten, die oschwitzhöbe. noch fort Neierat von landgerichtsrat Dr. l schäftigte sich mit dem beliebten Tbeina: „Engend nnd (»i e in t weniger jordcrnngen oder Wün cbe der liberale», ans .sprechen als vielmehr Stofs znni 'A'agidenke» nnd Anregnngen nir die nächste Delegiertentagnng geben wollte. Mehr Engend in die ldnieindevcrtretnngen. niem' jngendarbeit von de» (dnie.inden ljngendpslcge». Ueberbüückiitig der die tizeineinde Vertreter immer mehr cntziveicndei parteipolitischen telegen säbc durch einen Nachwuchs, der von wahrem liberalem tN'ine erfüllt doch auf dem Boden einer eigenen Weltanschannng stellt, Heranziehung jiniger .Eräfte;> r-^ösniig von die Engend betressenden. daher ipir durch Mitvirkung jugendlicher zn erfüllenden tilenicindcanfgäben. Steil e blosze Beschränkung der (itemeinden mehr ans .Eiiltns nnd f>!eligionsnnterricht. soweit es fick, »in Arbeit für die jngcnd bandelt. Hieran schlof; sich eine ausgedehnte Debatte.. Es wurden mit dem lln gestüni der jngend, aber in dnrcha is ernst ringender Weife verschiedene Probleme, wie Dentshindenrnni. Beranicknng von Liberalisinns mit. Weltpoliti:', Behandlung liberaiei .itinder ans Mischehen, bchandeli. Hierbei kamen auch Bcrtrcter nnserer dentsch-jüdisch?-» jngendgenieinsch.ift. die als (Reifte eingcladen waren nnd! mit venchiedenen .ztameraden dankenswerte Hilfe bei der Tagniig leisteten, zn Wör-t. l Pralinen

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