Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 7 (7.1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seile 4 Nr. 7 (Seinciiiöeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Gr&ßtes Lager Deutschlands in jüdischen und hebräischen Platten «»».»-»»«'-»- »"> — Prager Straße 17 nur im musilchnus ^MWOMME Kesseisdorferstr.25 Fnrnspracher 27247 Gemeinderatsprotokoll Das Ministerium fiir xLSolfc-bi R'gitiniationszengnis fiir den C*ie:! düng hat weiter ein neues ineindevorstand ans^zesertigt. l'.'lnittictvr Bericht.) J r o ii> c ii , den 11. CsHiii 1000. '-Hii* Einladung des lU’iibüövfiibreiiöeii. Vorstehers, wrrit ''uditvaiiUMlt 'l'aitl Salinger. batten sich anher ihm ZN der heutigen Sitzung des t^emeinderats die bierunter genannten Zerren etngeiui'de»: B o r it e b e r : Marl tib. Bochner, Sanilätsrat Sr. 3. Salzburg. Samuel beiger, Sanitätsrat SrT <c. ^immermann: 01 e m eind e v e r o r d li e t e : Carl Feingold. Moses langer. Mar weiter, Siegmund "minaiin, A. V. Löwentbal. Ignatz Ratowitz, Hermann Neumann. <>üöor Skernlieb. Sani Weinreich. Direktor M. Mucker. Mit Entschuldigung fehlen die .Zerren: Joseph Eobn, Egon Zeneritein. Direktor Arthur l>Zlaiiber. Direktor Erich. SrfkU’ira. x'atub Trinczer. wrr Rabbiner Dr. Wolf nimmt an der Sitzung teil. T a g e s o r d n u n g : 1. Eingänge und Mitteilungen. 2. Antrag des Bornandes und des Zinanzansschnsses: - :>> zum (lemeindobanshchrplan fiir das Zialenderjabr I!eii> einen 2c'achkredit von 20 000 Bl. zu bewilligen, die l'lemeindeitener fitr das .xlalenderjahr 1000 ani 10>„ Prozent der Reichseinkommennener HEB ieü znieven. >!. Antrag Ser Fraktion der jüdischen Bolkspartei ani Ae'ndernng der das llemeindewahlrecht betrefsenden Paragraphen 10 und 20 der t>lemeindesalznng. I. Annahme einer Stillung. •V Ergänzungsivablen. zu Ausschüssen nsw. ' lsebeime Sitzung: Beamtenangelegenbeiten. Der Borülzende eröffnet die Sitzung kur; pach >>, Uhr und wünscht .Säcrr» Rabbiner Professor Dr. Winter, der vor, Monatsfrist einen bedauerlichen Unfall erlitten bat, baldige völlige (henesnng. Rach Verlesung und lßenehmignng des Protokolls der letzten Sitzung in .s>err A. £. L ö w e n t b a 1 erschienen, Herr Borneber Bochner und der Boriitzende begrüßen 6crrn V ö w e li t b a I , der beute nach einer langen Auslandsreise znm eritemital wieder an einer Sitzung des .Collegiums teiU nimmt. 1. E i n g ä n g e ii n d M i t t e, i 1 n u g e n Der Boriitzende legt ein Rundschreiben des Sächsischen israelitischen tlemeindeverbandes vom 10. eitm 1000 ans. ^Zn diesem Schreiben in anseinandergesetzt. inwieweit durch die Auslösung des Landtags auch die fiir die israelitischen Religionsgemeinden Sachsens nnchtigen Anträge, k^eietzesvorlagen »nv. vorern gegenstandslos geivorden sind. Weiter legt der Boriitzende ein Schreiben des Bereins jüdischer Handwerker von Dresden und Ilingebnng'an Herrn Eieineindeverordneten R e n in a n it vor. R'achdem .v>err '.•Jeiiniaiiit auf Anregung des Herrn 0)enteindeverordneten Löiventtktl den mit dem Schreiben des Handwerkervereins gestellten Antrag, zurückgezogen hatte, u rd fengeskellt. dar. es selbstverständlich ist. bei Vergebung von Arbeiten und Lieferungen der (Gemeinde in erster Linie die jüdischen Handwerker zu berücksichtigen. Collegium 'nimmt davon .Kenntnis, das; die Creishauptinannschaft zu Dresden an dem HaushcUtplan der Israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden fiir das .Calenderjabr 1000 nichts zu beanstanden gehabt bat und das; das Ministerirmi für Bolksbildnng die Boranszahlnngen ans. die Elemeindeitciier für das Calenderjabr 1!l.'JO genehmigt Hat. Herr Borsteher Bochner stellt den Antrag, nunmehr Punkt 0 der Tagesordnung zu beraten. Der Antrag wird gegen die Stimmen der Herren genommen. Der Antrag der Fraktion der folgenden Wortlaut: 1. S 10 der (^emeindesatznng soll künstig lauten: „Stimm . berechtigt sind alle seit einem ^Zahre ununterbrochen im Olemeindebezirk ivohnenden, ipindestens 21 Jahre alten lHemeindemitglieder." S AI soll künstig lanteii: können gewäblt werden alle stimmberechtigten Ok'ineinbe Mitglieder, welche das 2.7. Lebensjahr erreicht haben." 2. Zür den Rest der gegenwärtigen Wahlperiode wird ein Compromis; geschlossen dahinhebend, das; liberale und Lesser und Lissmann an- Aüdischen Bolkspartei hat „Csit den ('ieinciiiöerat im Olemeniderat erhalten elnd ein Liberaler und ein n Bornt; im ('Jcntei »berat Bolksparteiler je 10 iVianbate mit der Maßgabe. das; abwech Bolksparteiler je ein ^tabr dc führen. 0. Die Auswahl der für de» (hemeinderat anfznstellenden .Kandidaten bleibt dem Ermessen jeder Partei überlassen.!. Diese Borschläge sind in der! nächsten Sitzung des Eie meinderats zur endgültigen Beschlnßsassung vorznlege». Zür die Fraktion der Jüdischen Bolkspartei übernimmt Herr (ijemeindeverordneter W einreich die Begründung des Antrags und legt den bekannten Standpunkt der Bolks Partei dar. Herr Rechtsanwalt S a l i n g e c erwidert: er verweist ans die Verhandlungen der liberalen Fraktion mit der Fraktion der Jüdischen Volkspartei und nellt fest, das; die liberale Fraktion zu Zugeständnissen in bei Zrage. des passiven Wahl rechts bereit sei. Herr Rechtsa Inhalt S a l i n g e r weist i.» übrigen die in der.Rede dos Herrn We i n re i ch enthaltene» unbegründeten Angrifse gegen Voistand und Benvaltnng, in der zudem die Volkspartei seit vielen fahren vertreten sei. mit Entschiedenheit zurück. Herr Löwenthal erklärt, das; er durch die bisherig-' Debatte über den Sachskand nwerrichtet worden sei.^ Er wendet sich an beide Parteien und ermahnt sie, im Interesse des- Elemeindesriedens keine (tzensaltpolitik zu treiben: bei gutem Willen müsse sich ein Weg der Berständignng finde» lassen. Er bedauert, das; die Volks xirtei Herrn W e i n r e i cki mit der Begründung ihres Antrages heanstragt hätte, damit sei der Sache ziicht gedient worden, denn Herr Weinreich sei vor nicht allznlanger Zeit in dersel!>en Weise gegen die Volks- Partei ansgetreten: dadurch mürben seine heutigen Ans fiihrungen abgeschwächt. Die Aussührnngen des Herrn Löwenthal gehen weiter dahin, das: dem (ijemeindewesen nur Schaden zugefiigt würde, wenn nicht Parteipolitik von der Eemeindestnbe serngehalten würde. Zur Sache selbst erklärt Heri Löwenthal: Die Bolksvereinigung für jüdische Jnteressey ist nur dem Namen nach ivöhrend meiner Abwesenheit aufgelöst worden, in Wirklichkeit sind eine ganze Anzahl Männer noch hinter mir. ^m Programm der Volksvereinigung ist gleiches Wahlrecht für alle (tzemeindemitglieder festgelegt vordem Ich kenne keinen Unterschied zwischen Ost und West, wir sind alle Brüder, und wenn keine Verständigung herbeigeführt wird, so werde ich fiir das Wahlrecht der ostjüdischen Brüder stimmen. Herr Rabbiner Tr. Wolf nimmt das Wort und erklärt, daß er sich als (Yemeinderahbiner fiir verpflichtet halte, seinen